EU-Parlament stimmt für Verbot fest verbauter Akkus

Regelungen schon ab 2023 in Kraft?
News  / Tim Metzger

Mit neuen Regeln möchte das Europaparlament fest verbaute oder verklebte Akkus in Computern, E-Scootern, E-Bikes, Elektrozahnbürsten, Kopfhörern und Smartphones verbieten. Der Austausch mit handelsüblichen Werkzeugen soll ermöglicht werden, um die Langlebigkeit der Geräte zu steigern.

Das EU-Parlament hat einem Vorschlag der EU-Kommission für neue Batterie-Regeln zugestimmt. Darüber berichtete zuerst die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Regelungen für Batterien zielen auf eine höhere Nachhaltigkeit ab und umfassen ein Verbot für fest verbaute oder verklebte Akkus in bestimmten Elektrogeräten. Hersteller eines entsprechenden Geräts müssen demnach den Verbrauchern einen einfachen Austausch sowie die Verfügbarkeit von Ersatzakkus ermöglichen. Auch unabhängige Reparaturbetriebe sollen den Akkuwechsel vornehmen dürfen. Das Parlament möchte verhindern, dass aufgrund eines defekten Akkus das ganze Produkt weggeworfen werden muss.

Der Anteil recycelter Rohstoffe in Batterien, etwa Blei, Kobalt, Lithium und Nickel, soll durch die Regelungen zunehmen. Ziel dafür ist eine Recyclingquote von 90 Prozent bis 2026. Um dies zu erreichen, sei ein europäisches Pfandsystem für Batterien und Akkus geplant. Die EU-Kommission bekommt von dem Parlament bis 2025 Zeit, entsprechende Analysen und Vorschläge nachzulegen. Des Weiteren soll ab 2027 eine Obergrenze für den CO₂-Fußabdruck gelten, welche die Herstellung von Batterien mit fossilen Brennstoffen faktisch ausschließt.

Beispielbild eines Akkutauschs beim iPhone X (Bild: iFixit)

Mehr Verbraucherinformationen bei Batterien

Die Regelungen sehen zudem mehr Verbraucherinformationen für Batterien vor. Die Hersteller müssen Angaben zur Energie- und Leistungsfähigkeit von Batterien sowie deren Haltbarkeit und Ladedauer machen. Dadurch sollen die Verbraucher zum Kauf von hochwertigen, langlebigen Batterien angeregt werden, was wiederum die Emissionen bei deren Produktion senke.

Bereits ab dem 1. Januar 2023 könnten die Regelungen in Kraft treten, so die FAZ. Zuvor muss allerdings noch der Ministerrat zustimmen. In der offiziellen Pressemitteilung des EU-Parlaments heißt es hinsichtlich der Akkuwechsel-Regelung lediglich, dass die Gerätebatterien bis 2024 entsprechend gestaltet sein müssen. Im Smartphone-Markt gibt es bereits seit Jahren kaum noch leicht austauschbare Akkus – Modelle wie das Fairphone 4 sind die Ausnahme. Bei Notebooks setzen Hersteller inzwischen ebenfalls vermehrt auf verklebte Akkus und bei Kopfhörern sowie Elektrozahnbürsten ist dies ohnehin gängige Praxis.

Quellen
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