Facebook-Zwang endet: Meta-VR-Brillen bald wieder in Deutschland?

Änderungen für die VR-Plattform ab August
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Bild: Meta

Meta führt seit Jahren den VR-Markt an, doch in Deutschland gibt es die Brillen seit Herbst 2020 aufgrund eines Rechtsstreits mit dem Bundeskartellamt nicht mehr zu kaufen. Dies könnte sich bald ändern, denn im August fällt die umstrittene Facebook-Kontopflicht.

Ein überraschender Sinneswandel dürfte die Meta Quest 2 demnächst auch ohne Kopplung mit einem Facebook-Konto nach Deutschland bringen. Doch zuerst gilt es, die Hintergründe kurz zu erläutern:

Was bisher geschah

Im August 2020 kündigte Meta an, dass bei der Einrichtung neuer Oculus-Brillen ab Oktober 2020 ein Facebook-Konto zur Pflicht wird. Wer bis dahin bereits eine Oculus Quest oder Oculus Rift S genutzt hat, konnte den Facebook-Zwang bis Anfang 2023 mit einem Oculus-Konto aufschieben.

Das Bundeskartellamt hatte Meta zuvor schon für die mit Facebook verknüpfte Datensammlung bei VR-Brillen im Auge. Da sich aufgrund des Facebook-Zwangs ein größeres Verfahren mit dem Bundeskartellamt anbahnte, beschloss Meta im September 2020 einen Verkaufsstopp von Oculus-Brillen in Deutschland, der immer noch andauert.

Das Bundeskartellamt kann seit Mai 2022 aufgrund von Gesetzesänderungen gegen Wettbewerbsverstöße seitens Meta effizienter einschreiten. Die im Oktober 2020 erschienene Oculus Quest 2, inzwischen Meta Quest 2 genannt, gelangte nie in den deutschen Handel. Beispielsweise über Amazon Frankreich (ab circa 350 bis 400 Euro) lässt sich die VR-Brille jedoch importieren und problemlos auf Deutsch nutzen, sofern man sie mit einem Facebook-Konto koppelt.

Meta-Änderungen im August

Am 7. Juli informierte Meta nun Oculus-Nutzer*innen per E-Mail, dass im August einige Änderungen bevorstehen. Unter anderem steht darin folgendes:

  • Ein Facebook-Konto ist für die Nutzung von Meta-VR-Geräten nicht mehr erforderlich. Stattdessen müssen Sie ein Meta-Konto einrichten, mit dem Sie sich bei Ihren VR-Geräten anmelden und Ihre gekauften Apps an einem Ort anzeigen und verwalten können. Sie können ein Meta-Konto mit Ihrer E-Mail-Adresse oder Ihrem Facebook-Konto einrichten. Als Teil des Prozesses werden wir Ihre bestehenden VR-Informationen (einschließlich Apps, Errungenschaften und Freunde) zu diesem Konto migrieren.
  • Wenn Sie Ihr Oculus-Konto nicht mit Ihrem Facebook-Konto zusammengelegt haben und nicht sofort ein Meta-Konto einrichten möchten, können Sie Ihr Oculus-Konto bis zum 1. Januar 2023 weiter verwenden. Nach diesem Datum ist ein Meta-Konto erforderlich, um Ihre Meta-VR-Geräte weiterhin nutzen zu können.
  • Meta-Konto: Wir aktualisieren unsere ergänzenden Nutzungsbedingungen und unsere ergänzenden Datenschutzrichtlinien, um Informationen über Meta-Konten bereitzustellen, welche Informationen wir sammeln und wie wir sie verwenden und weitergeben, wenn Sie sich mit einem Meta-Konto bei Meta-VR-Produkten anmelden.
  • Weitere Details über Meta-VR-Produkte und Funktionen: Wir stellen zusätzliche Informationen über bestimmte Meta-VR-Produkte und Funktionen zur Verfügung, einschließlich der Informationen, die wir sammeln, um sie zu betreiben, wie wir diese Informationen verwenden und mit wem wir sie teilen, je nach Ihren Einstellungen. Wir haben auch zusätzliche Beispiele und Links zu diesen Vereinbarungen hinzugefügt, um mehr Klarheit über unsere Datenpraktiken zu schaffen.
Bild: Meta

Meta-Accounts werden auch die Oculus-Entwickleraccounts ersetzen, heißt es im offiziellen FAQ. Wer ein Meta-Konto erstellt, muss mindestens 13 Jahre alt sein, den Namen, das Geburtsdatum, eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer und ein Zahlungsmittel hinterlegen. Ein genaues Datum für die Einführung von Meta-Accounts im August scheint noch nicht festzustehen. Durch die Entkopplung von Facebook steht einem hiesigen Verkauf der Meta Quest 2 somit nichts mehr im Weg. Die Quest 2 ist derzeit die weltweit am weitesten verbreitete VR-Brille. Meta bereitet derzeit ein neues Quest-Modell vor, wie Bloomberg berichtet, das sich im Gegensatz zu den Vorgängern in der Premiumklasse ansiedeln soll.

Quellen
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Tim Metzger

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