Hyundai Ioniq 5: Stromlieferant für euer Zuhause und das Stromnetz

Ein sinnvoller Puffer für Lastspitzen?
News  / Leonardo Ziaja
Bild: Hyundai

Ein E-Bike aufladen oder einen Fernseher für bis zu 24 Stunden mit Strom versorgen? Das kann der Hyundai Ioniq 5 bereits über die V2L genannte Technologie mit einem speziellen Adapter für den Ladeanschluss. Der Fahrzeugakku könnte sich jedoch auch als Strompuffer für euer Eigenheim, größere Gebäude oder sogar das Stromnetz eignen. Hierfür hat Hyundai nun zwei spannende Pilotprojekte ins Leben gerufen.

Wenn die Rede von V2X ist, dann geht es vor allem um die Beziehung zwischen einem Fahrzeug und seiner Umwelt (Vehicle to Everything). Dazu zählt dann auch die Kommunikation zwischen Fahrzeugen (V2V, Vehicle to Vehicle), beispielsweise in Hinsicht auf die Verkehrssicherheit oder das autonome Fahren. Doch auf der anderen Seite wird auch an einem Austausch zwischen Auto und Infrastruktur gearbeitet, bei Hyundai und dessen Ioniq 5 ganz konkret nun zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Der im Fahrzeug verbaute Akku soll dabei seine Energie über die Vehice-to-Grid-Technologie (V2G) in das öffentliche Stromnetz (engl.: grid) einspeisen. So ließe sich eine erhöhte Nachfrage im Stromnetz, vor allem morgens und abends, etwas abpuffern und stabilisieren. Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV, Battery Electric Vehicle) würden ihren Strom über eine spezielle Ladesäule abgeben, tagsüber dann jedoch wieder aufladen.

Energielieferant für Zwischendurch

Doch auch nachts könnten E-Fahrzeuge mit ihrer Hochvoltbatterie zum Beispiel Spitzenlasten abfedern oder Reservekraftwerke (oftmals mit hohem Emissionsausstoß) bei Windstille als Energielieferant ersetzen. Das V2G-Konzept ließe sich zudem auch auf das Eigenheim (V2H, Vehicle to Home) oder größere Bürogebäude (V2B, Vehicle to Building) ummünzen.

Bild: Hyundai

Ein Beispiel: Euer Elektrofahrzeug steht für eine längere Zeit auf einem öffentlichen oder privaten Parkplatz, etwa vor, während oder nach der Arbeit, und könnte dabei die im Akku gespeicherte Energie bei Bedarf in das Netz zurückgeben. Im Gegenzug könnte das BEV in Schwachlastzeiten, ggf. dann zu einem günstigeren Tarif, wieder aufladen. Netzbetreiber würden sich damit eigene Stromzwischenspeicher sparen und könnten ihre Betriebskosten verringern.

Was nun sehr theoretisch klingt, soll nach Hyundai-Planungen jedoch in die Tat umgesetzt werden. Die von Hyundai eingesetzte E-GMP (Electric Global Modular Platform), die unter anderem als Basis für den Ioniq 5 genutzt wird, ist bereits für das Laden sowie Betreiben externer elektrischer Geräte ausgelegt. Über den V2L-Connector lassen sich beispielsweise E-Bikes, E-Scooter oder auch Notebooks mit bis zu 230 Volt Wechselstrom und maximal 3,6 Kilowatt Leistung versorgen.

Erprobung mit modifizierter Software gestartet

In Deutschland und den Niederlanden startet Hyundai nun zwei V2X-Pilotprojekte mit modifizierten Ioniq 5 Fahrzeugen. So wird in Berlin vom Hyundai CRADLE (Centre for Robotic-Augmented Design in Living Experiences) die Energieversorgung eines Hauses (V2H) in einem geschlossenen Energiesystem getestet. Im Fokus steh dabei zwar der bidirektionale On-Board Charger, allerdings kommt eine spezifische Software für die Erprobung zum Einsatz.

Zusammen mit dem niederländischen Mobilitätsanbieter „We Drive Solar“ wird darüber hinaus die V2G-Technologie in Utrecht getestet. Eine Flotte von 25 Ioniq 5 sollen als Carsharing-Fahrzeuge in neuen Wohnsiedlungen bereitgestellt werden und das Stromnetz zukünftig an öffentlichen Ladesäulen entlasten.

Quellen
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