Intel Raptor Lake: Was erwartet uns zur 13. Core-Generation?

Mehr Performance, aber auch mehr Effizienz?
News Intel  / Leonardo Ziaja

Der kommende Herbst könnte wirklich spannend werden, denn sowohl AMD als auch Intel werden eine neue Generation ihrer Prozessoren auf den Markt bringen. Wir wollen uns daher mal etwas genauer ansehen, was uns mit Core-13000 so erwarten könnte und welche Details bisher bekannt sind.

Im Februar dieses Jahres präsentierte Intel eine Roadmap und somit die Planungen für die nächsten Jahre. Während aktuell Alder Lake, darunter auch der Core i9-12900K (Test), noch im Rennen ist, so wird Raptor Lake in der zweiten Jahreshälfte 2022 wohl das Zepter in die Hand nehmen. Die 13. Core-Generation wird dann erneut auf dem Intel 7 genannten Verfahren basieren und den LGA1700-Sockel nutzen. Erst mit Meteor Lake will Intel dann für 2023 eine neue, verfeinerte Fertigung mit 7-nm-Strukturgröße an den Start bringen.

Hybrid-Architektur mit bis zu 24 Kernen

Die Raptor Lake Architektur soll Intel zufolge über bis zu 24 Kerne bei 32 Threads verfügen. Ein bereits im Januar aufgetauchtes Engineering Sample dürfte dies mehr oder weniger bestätigen. Die Hybrid-Architektur wird zwar beibehalten, nach aktuellen Kenntnisstand werden jedoch die Golden-Cove-Cores von Alder Lake nicht weiter verwendet und durch die Raptor-Cove-Kerne ersetzt. Neben weiterhin 8 Performance-Kernen dürfte das Topmodell dann über 16 statt 8 Effizienz-Kerne verfügen.

Ganz konkret ist eine Leistungsverbesserung von 10 % gegenüber den Alder Lake Prozessoren zu erwarten. Laut „Moores Law Is Dead“ könnten 8 bis 15 Prozent mehr Performance auf einem Kern und 30 bis 40 Prozent auf allen Kernen möglich sein. Darüber hinaus ist ein größerer L2-Cache sowie eine verbesserte DDR5-Unterstützung zu erwarten.

Einem Screenshot aus CPU-Z zufolge könnte das Flaggschiff der Intel Raptor Lake Familie über insgesamt 68 MB L2/L3-Cache verfügen. Das Bild wurde vom Twitter-Kanal OneRaichu veröffentlicht und zeigt neben der erwarteten Konfiguration von 8x P-Kernen und 16x E-Kernen die jeweilige Cache-Verteilung. Demnach soll das kommende Topmodell über 32 MB L2-Cache (2 MB pro P-Kern, 4 MB pro E-Kern-Cluster) und 36 MB L3-Cache verfügen, was 24 MB mehr Cache-Speicher im Vergleich zu Alder Lake entsprechen würde.

Holt Intel wieder die Boost-Brechstange heraus?

Der maximale Turbotakt des kommenden Flaggschiffs, welches vermutlich auf den Namen Core i9-13900K hören dürfte, soll ersten Gerüchten zufolge bei satten 5,5 GHz liegen. Ein Leaker auf Twitter spricht sogar von einem Boost auf bis zu 5,8 GHz, was sogar den frisch vorgestellten Core i9-12900KS übertreffen dürfte. Da Intel allerdings weiterhin bei einer Strukturgröße von 10 nm verbleibt, dürfte sich der effektive Stromverbrauch wohl nicht großartig „verbessern“ – wohl eher im Gegenteil.

Um höhere Taktraten zu realisieren, muss Intel auch die Spannungen anheben. In diesem Zuge könnten auch die Temperaturen und Kühlungsanforderungen nochmal etwas anspruchsvoller ausfallen. Das dürfte aber wohl nur das Topmodell betreffen, mit dem Intel die Leistungskrone gegenüber AMD und Ryzen 7000 verteidigen möchte und der Energieeffizienz daher eine kleinere Priorität verpasst. Die kleineren Core i3, i5 und i7 Prozessoren werden voraussichtlich deutlich effizienter arbeiten.

Neben mehr Kernen für eine gesteigerte Performance will Intel wohl auch die Effizienz verbessern. Eine geleakte Präsentationsfolie erwähnt die „DLVR Power Delivery„, welche über einen „Digital Linear Voltage Regulator“ verfügt. Ein digital-linearer Spannungsregler wird dabei “als Spannungsklemme“ parallel zum primären Spannungsregler geschaltet, was die CPU-Kernspannung reduziert und somit ebenfalls den Kern-Stromverbrauch. Das soll dann zu einem 20 bis 25 Prozent geringeren Stromverbrauch führen, könnte jedoch nur in den Mobile-Varianten für Notebooks integriert sein.

Übrigens: Zwar hat Intel Alder Lake bereits eine Unterstützung für PCI-Express 5.0, doch erst mit Intel Raptor Lake und AMD Zen 4 dürfte es so richtig spannend werden, wenn es um PCIe 5.0 M.2-SSDs geht. Durch die gesteigerte Bandbreite sind Geschwindigkeiten von bis zu 14 GB/s beim Lesen und 9 GB/s beim Schreiben zu erwarten.

Wer macht das Rennen: Intel oder AMD?

Am Ende wird sich zeigen, wer die Nase vorn haben wird. Auch AMD wird die Taktraten wohl ordentlich steigern, um Ryzen 7000 – oder zumindest dessen Flaggschiff – einen ordentlichen Boost zu verpassen. Wirklich interessant wird es dann hinsichtlich Energieeffizienz und Leistungsanforderungen.

Plant ihr im Herbst mit einem Upgrade? Falls ja, welche Plattform soll es werden – Intel oder AMD? 🚀


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