Kaspersky: BSI warnt vor Risiko durch russische Cyberangriffe

IT-Hersteller könne auch gegen seinen Willen zu Cyberangriffen gezwungen werden
News  / Robin Cromberg
Bild: @stillnes_in_motion via Unsplash

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor dem Einsatz der Kaspersky Virenschutzsoftware. Von dieser gehe ein erhöhtes Risiko russischer Cyber-Angriffe aus. Kaspersky selbst hat bereits ein Statement zur Warnung des BSI veröffentlicht

Das BSI hat im Kontext des Kriegs in der Ukraine vor der Nutzung der russischen Antivirensoftware Kaspersky gewarnt und empfiehlt einen Umstieg auf alternative Produkte. Das Risiko eines russischen IT-Angriffes sei insbesondere nach den russischen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland erheblich gestiegen. Aufgrund weitreichender Systemberechtigungen und der dauerhaften, nicht prüfbaren Verbindung zu Hersteller-Servern gehe besonders von Virenschutzsoftware ein Risiko aus, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit deren Hersteller bestehen.

Hersteller könnte zu Angriffen gezwungen oder ohne seine Kenntnis selbst zum Opfer werden

“Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden”, heißt es in der Pressemitteilung des BSI.

Alle Nutzerinnen und Nutzer der Kaspersky-Virenschutzsoftware können nach Angaben der Behörde betroffen sein. Für “Unternehmen und Behörden mit mit besonderen Sicherheitsinteressen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen” bestehe allerdings ein erhöhtes Risiko, weshalb diese die Möglichkeit haben, sich vom BSI oder dem Verfassungsschutz beraten zu lassen.

Kaspersky Statement: „Keine Verbindungen zur russischen oder einer anderen Regierung“

Kaspersky selbst hat sich inzwischen in einem Statement zu der BSI-Warnung geäußert: Als “privates Unternehmen hat Kaspersky keine Verbindungen zur russischen oder einer anderen Regierung”, heißt es dort. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Datenverarbeitungsinfrastruktur in die Schweiz verlagert worden sei und bietet kostenlose und umfassende Prüfungen der betroffenen Lösungen an, darunter die Möglichkeit zur Einsicht in den Quellcode und Dokumentationen.

Das BSI empfiehlt dennoch, Anwendungen von Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen und diesen Austausch zuvor sorgfältig zu planen, um weitere Sicherheitslücken durch unzureichend vorbereitete Abschaltung der Virenschutzsoftware zu vermeiden.

Quellen
  • Kaspersky Pressemeldung

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