Neues EU-Gesetz: WhatsApp muss sich für andere Messenger öffnen

WhatsApp muss Nachrichten von Messengern wie Signal empfangen
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Bild: Dima Solomin/Unsplash

Schluss mit dem Marktmonopol: Das EU-Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das WhatsApp zur Interoperabilität zwingt. Nutzer anderer Messenger-Dienste wie Signal oder Threema sollen bald Nachrichten an WhatsApp-Nutzer versenden können.

Und wieder gibt es Neues zum größten Messenger-Dienst der Welt: Gerade erst berichteten wir, dass WhatsApp an einer Funktion arbeitet, mit der ihr euren Online-Status vor gewissen Kontakten verbergen könnt. Die neuesten Nachrichten rund um WhatsApp haben ihren Ursprung allerdings nicht beim Betreiber Meta Platforms selbst, sondern im Europäischen Parlament.

Internetriesen sollen mehr Verantwortung übernehmen, der Markt fairer gestaltet werden

Am Dienstag kam das EU-Parlament zusammen, um Wege zur Einschränkung der Marktmacht von Technologieriesen wie Facebook, Google, Amazon und Apple zu finden. Das Parlament hat zwei Gesetze verabschiedet, die Online-Plattformen strenger kontrollieren und Verbraucher schützen sollen. Der Digital Services Act (DSA) soll illegale Inhalte und Hassrede schneller aus dem Internet verschwinden lassen, indem die Betreiber der Plattformen strenger in die Verantwortung genommen werden.

Interessant für Verbraucher ist aber vor allem auch der Digital Markets Act (DMA). Dieser soll die bislang kaum angefochtene Monopolstellung einiger Marktteilnehmer angehen. Für Messenger-Dienste mit mindestens 45 Millionen aktiven Nutzern im Monat wird künftig Interoperabilität zur Pflicht. Damit müssen WhatsApp, Facebook und Co. zulassen, dass externe Dienste wie Signal, Telegram oder Threema Nachrichten an WhatsApp-Nutzer schicken können.

Wer also beispielsweise vergangenes Jahr vor den neuen Geschäftsbedingungen von WhatsApp zu Alternativen wie Signal geflohen ist, kann seinen alten WhatsApp Kontakten womöglich bald wieder Nachrichten schreiben. Besagter Kontakt soll dann eine Bestätigungsabfrage erhalten, ob er die Nachrichten von Drittanbieter-Apps annehmen möchte.

Für die Umsetzung der neuen Vorschriften haben WhatsApp und Co. zwei Jahre Zeit, doch es gibt bereits kritische Stimmen. Ausgerechnet die Betreiber der Schweizer Threema-App selbst haben via Twitter Bedenken zum Datenschutz geäußert und mitgeteilt, dass sie bei Interoperabilität „nicht mitmachen werden“. Im Gegensatz zu Internetriesen wie WhatsApp bleibt es kleinen Anbieter nämlich selbst überlassen, ob sie sich im Sinne des DSA für eine Öffnung entscheiden.

Quellen
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Robin Cromberg ... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts Notebooks, Monitore und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

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