Notebook-Arbeitsspeicher: Dell entwickelt eigenen Standard

Steckbarer RAM mit hoher Kapazität
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Bild: Emerald x86 (Twitter)

Dell arbeitet offenbar an einem proprietären Standard für Arbeitsspeichersteckplätze namens CAMM. Dies soll etwa in kommenden Precision-Notebooks SO-DIMM ersetzen und pro Modul eine höhere Kapazität bieten. Verlöteter RAM könnte somit vermieden werden.

Auf Twitter sind Präsentationsfolien zum kommenden Dell Precision 7670 aufgetaucht, die neben technischen Details einen bislang unbekannten Arbeitsspeichertyp offenbaren. Die Workstation wird wohl mit CAMM statt SO-DIMM ausgestattet. Dells Compression Attached Memory Modules setzen auf einen proprietären Anschluss und sind über 128 Datenbahnen mit dem Prozessor verbunden, was wiederum einen Dual-Channel-Betrieb durch ein Arbeitsspeichermodul ermöglicht.

Bis zu 128 Gigabyte in einem Modul

CAMM soll eine Kapazität von bis zu 128 Gigabyte bieten, was deutlich über dem 32-Gigabyte-Maximum aktueller DDR4- und DDR5-SO-DIMMs liegt. Für 128 Gigabyte bräuchte man bei SO-DIMM derzeit vier Steckplätze, während Dells Lösung nur einen benötigt. Auf einer der Folien ist allerdings ein “2 SO-DIMMs/CAMM Interposer” vermerkt, bei dem es sich wohl um einen CAMM-Adapter für zwei SO-DIMM-Riegel handelt – dann wären also höchstens 64 Gigabyte Arbeitsspeicher möglich. Die Dell-Module beherrschen den Informationen zufolge DDR5 und erzielen 4.800 Megahertz.

Aufgrund der augenscheinlich flachen Bauhöhe könnte CAMM auch in dünnen Notebooks wie beispielsweise dem Dell XPS 13 verbaut werden, wo der Arbeitsspeicher derzeit verlötet ist. Im Falle eines Defekts ließe sich das Modul wie bei gesteckten SO-DIMMs einfach austauschen, jedoch wäre man für den Ersatz auf Dell angewiesen.

Die Rückkehr von DGFF

Des Weiteren bringt der Hersteller beim Precision 7670 auch wieder den Dell Graphics Form Factor (DGFF) zurück, ein proprietärer Standard für gesteckte Grafikeinheiten. Langfristig könnte man damit die GPU des Notebooks durch eine neuere Generation ersetzen. Die Folien geben wahlweise eine Nvidia RTX A5000 oder eine Intel-GPU mit 90 Watt, also vermutlich eine Arc 730M. Beide GPUs bieten zwölf Gigabyte Videospeicher.

Quellen
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Tim Metzger

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