Whatsapp: Meta testet Bezahlfunktion in Brasilien

Wann kommt die Funktion nach Deutschland?

Aktuell testet Meta eine neue Funktion von WhatsApp im großen Stil: Mit einer neuen integrierten Bezahlfunktion möchte der Konzern zum chinesischen Rivalen WeChat aufschließen. Nun wird WhatsApp Pay erstmals von einem größeren Unternehmen in Lateinamerika als Bezahlfunktion angeboten.

WhatsApp gehört seit Jahren zu den beliebtesten Messenger-Diensten. Rund zwei Milliarden Menschen weltweit nutzen die App zur täglichen Kommunikation. Dabei soll es jedoch nicht bleiben, denn der Facebook-Mutterkonzern Meta möchte die Plattform um eine bedeutende Funktion ausbauen. So soll WhatsApp zukünftig auch als Zahlungsdienst genutzt werden können. Damit schließt man unter anderem zur chinesischen WeChat-App auf, mit der das Bezahlen per QR-Code bereits seit Jahren möglich ist.

Bild: WhatsApp

Tatsächlich plant Meta diese Funktion bereits seit längerer Zeit. Schon seit 2019 wird WhatsApp Pay in Indien großflächig getestet, wobei das Feedback größtenteils positiv ausfällt. Auch in Brasilien wurde die Funktion ursprünglich erprobt, nach kurzer Zeit gab es jedoch behördlichen Problemen. Nun kehrt der Bezahldienst wieder in die größte lateinamerikanische Volkswirtschaft zurück – diesmal aber mit starkem Partner an der Seite.

So wird die E-Commerce-Plattform Mercado Libre WhatsApp Pay als reguläre Zahlungsoption anbieten. Beim Ebay Lateinamerikas handelt es sich um ein stark wachsendes Unternehmen, das zuletzt ein12 prozentiges Wachstum bei den Nutzerzahlen verzeichnen konnte. Entsprechend interessant ist es, wie sich diese Kooperation auf die Beleibtheit der Bezahlfunktion auswirken wird. Dazu kommt, dass Brasilien zu den wichtigsten Märkten von WhatsApp gehört.

Sicheres Bezahlen per Chat

Der neue Bezahldienst soll es möglich machen, direkt im Chat bei einem Unternehmen einzukaufen. Zudem wird es eine Funktion geben, um anderen Usern Geld zu senden. Letzteres würde vor allem PayPal als beliebte Möglichkeit zum Versenden von Geld angreifen. Es ist allerdings nicht bekannt, wie hoch die Gebühren hierfür sein werden.

Laut dem WhatsApp Firmenblog sei es das Ziel, dass „Menschen zukünftig direkt im Chat mit ihrer Kredit- oder Debitkarte sicher bezahlen können“. Die Einführung dieser Funktion könnte aber auch mit einem grundlegenden Problem zusammenhängen: Seit der Übernahme von WhatsApp 2014, hat der Messenger, trotz seiner allgemeinen Beliebtheit, nur wenig zum Gesamtgeschäft beigetragen.

Hiermit wäre also die Erschließung eines neuen Geschäftsfeldes möglich, ohne eine zusätzliche Nutzerbasis aufbauen zu müssen. Bisher ist jedoch unklar, wann die Funktion in mehr Ländern verfügbar sein wird. Zunächst sollen Nutzer*innen in Indonesien, Mexiko und Großbritannien bedient werden.

Quellen
Arian Krasniqi

…ist seit 2021 Teil des Teams und befasst sich vor allem mit Hardware-Komponenten sowie mit weiteren technischen Neuheiten. Auch aktuelle Spiele auf PC und Konsole gehören zu seiner Leidenschaft. Neben der Arbeit studiert Arian an der RWTH Aachen Architektur.

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