Netflix: Konten-Sharing könnte bald 3 Euro kosten

Ist das freie Passwortteilen vorbei?

Was sich so langsam anbahnte, dürfte schon bald zur Realität werden: Netflix könnte auch in Deutschland eine Gebühr einführen, wenn ihr euren Account mit anderen Personen teilt. Und trotz zuletzt gestiegener Nutzerzahlen hat Netflix-Mitgründer Reed Hastings überraschenderweise seinen Rücktritt angekündigt. Wir haben die aktuellsten Neuigkeiten zu Netflix kompakt für euch zusammengefasst.

Während Netflix das Konten-Sharing in Ländern wie Peru, Chile und Costa Rica in einer Testphase bereits mit einer Gebühr belegt hat, blieben Abonnenten in Deutschland noch davon verschont. Doch das könnte sich bald ändern, da Netflix das Teilen des Accounts schon länger ein Dorn im Auge ist. Schon vor zwei Jahren wurden Nutzer*innen, die nicht Besitzer des Kontos sind, testweise ausgesperrt, da sich einer Umfrage aus dem Jahr 2020 nach sieben von zehn Abonnenten die Kosten aufteilen.

Wann startet die Gebühr in Deutschland?

Die Höhe der Gebühr wurde noch nicht festgelegt, könnte sich jedoch an der Testphase in Südamerika orientieren. Dort werden umgerechnet knapp zwei bis drei Euro fällig, weswegen sie hierzulande bei 2,99 Euro liegen könnte. Ob dieser Betrag dann einmalig oder für jedes einzelne „offizielle“ Konten-Sharing gezahlt werden muss, ist noch unklar. In jedem Fall soll die Gebühr günstiger als ein einzelnes Abo werden.

Wir vermuten, dass Netflix in den kommenden Wochen weitere Details dazu veröffentlichen wird. Auch hinsichtlich der weiteren Regionen, in denen diese Regelung gelten soll – denn Deutschland wurde bisher konkret nicht genannt. Es ist also nicht sicher, dass die Gebühr hierzulande gezahlt werden muss. Zwar rechnet Netflix mit großem Widerstand gegen diese Regelung, hofft jedoch auch, dass einige Nutzer*innen deswegen womöglich doch ein eigenes Abo abschließen möchten.

Um festzustellen, ob ihr euren Account teilt, greift die Plattform auf die jeweilige IP-Adresse, die Geräte-ID und die Kontoaktivität zurück. Sofern ihr Netflix über zwei Wochen außerhalb eures Haushalts nutzt, soll die Gebühr fällig werden. Zumindest in manchen Ländern ist es aktuell möglich, bis zu drei Heimadressen zu hinterlegen.

Harry & Meghan sorgen für mehr Abos

Dank der Dokumentation zu „Harry & Meghan“ und der beliebten Serie „Wednesday“ konnte Netflix im vierten Quartal 2022 übrigens 7,66 Millionen Abos hinzugewinnen, was einem Anstieg von knapp vier Prozent entspricht. Da Analysten im Vorfeld von etwa der Hälfte ausgegangen waren, legte die Netflix-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um gut sieben Prozentpunkte zu.

Ein weiterer Treiber für den Aktienkurs des Streaming-Anbieters dürfte auch der gestiegene Umsatz von 7,85 Milliarden US-Dollar sein, was einem Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Q4 2021 entspricht. Doch „die fetten Jahre“ sind vorbei, nachdem es mittlerweile große Konkurrenz im Bereich des Videostreamings gibt.

Das neue „Basis-Abo mit Werbung“ für 4,99 Euro pro Monat scheint zwar noch nicht ganz so beliebt zu sein, ist aber wohl um einiges rentabler für Netflix als das normale Basis-Abo. Hierbei werden den Nutzer*innen bei der Wiedergabe rund fünf Minuten Werbung pro Stunde angezeigt. Zum Vergleich: Der Basis-Tarif ohne Werbung, mit eingeschränkter Auflösung und nur einem Gerät kostet bislang 7,99 Euro, das teuerste Abonnement mit bis zu 4K-Auflösung und vier Geräten rund 18 Euro.

Mitgründer gibt es CEO-Zepter weiter

Im Übrigen wird Reed Hastings, Mitgründer und Co-Chef bei Netflix, nach knapp 25 Jahren das „CEO-Zepter“ vollständig an Ted Sarandos und Greg Peters übergeben, die den Streaming-Dienst dann leiten werden. Allerdings möchte Hastings, so wie es andere Gründer oftmals auch machen, als geschäftsführender Vorsitzender in den Verwaltungsrat wechseln.

Quellen
Leonardo Ziaja Leonardo Ziaja

... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

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