Notebook-Arbeitsspeicher: CAMM soll 2024 SO-DIMM ablösen

Dells Speichermodule werden zum neuen Standard
Dell

Dell hat 2022 in ersten eigenen Notebooks CAMM als Ersatz für SO-DIMM eingesetzt. Die neuen Arbeitsspeichermodule werden geschraubt anstatt gesteckt und sind wesentlich flacher. Noch dieses Jahr soll CAMM zum neuen Standard werden. Andere Hersteller dürften dies ab 2024 verwenden.

Die 2022 eingeführten Workstation-Notebooks Dell Precision 7670 und 7770 wiesen erstmals Compression Attached Memory Modules (CAMM) auf. Sie dienen als Ersatz für den seit über 25 Jahren gängigen Standard Small Outline Dual Inline Memory Module (SO-DIMM). 

Standard-Finalisierung vor Jahresende geplant

Die JEDEC, eine US-amerikanische Organisation zur Standardisierung von Halbleitern, wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 Dells Arbeitsspeicherformat zum nächsten RAM-Modulstandard für Notebooks machen. Dies berichtet PCWorld basierend auf Aussagen von Dell-Ingenieur und CAMM-Mitentwickler Tom Schell, der zudem JEDEC-Komiteemitglied ist. Die rund 20 Unternehmen in der JEDEC-Arbeitsgruppe haben CAMM als neuen Standard einstimmig akzeptiert, so Schell. Notebooks mit der von der JEDEC leicht angepassten CAMM-Version sollen 2024 starten. SO-DIMM dürfte somit vom Notebook-Markt ab 2024 schrittweise verschwinden.

Geschraubt statt gesteckt oder gelötet

Der Arbeitsspeicher wird bei CAMMs auf eine Kontaktleiste geschraubt und nicht verlötet, wie es bei flachen Notebooks aktuell oft der Fall ist. Laut Dell ist ein CAMM mit 128 Gigabyte 57 Prozent dünner als vier gesteckte SO-DIMMs mit insgesamt 128 Gigabyte. Notebook-Herstellern bringt dies zusätzlichen Platz, etwa für größere Kühllösungen. 

Die Datenwege beim CAMM-Format sind kürzer, was höhere Taktfrequenzen ermöglicht. SO-DIMMs sind aktuell auf 32 Gigabyte pro Modul und 6.400 Megahertz (DDR5) limitiert. Durch eine CPU-Anbindung über 128 Datenbahnen ermöglicht CAMM einen Dual-Channel-Betrieb mit nur einem Modul. Auch Low-Power-Arbeitsspeicher, LPDDR, ließe sich durch das neue Format künftig auf austauschbare Module verbauen.

Quellen
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