Zur Gamescom haben Ubisoft und Blue Byte erstmals die Region Albion in Anno 117 Pax Romana genauer vorgestellt. Die Region unterscheidet sich optisch stark von Latium: Inseln sind bergiger, verwinkelt, wirken wilder und werden durch Nebel und Regen verschleiert. Ich konnte mir die Region auf der Gamescom genauer anschauen.
Römische Eleganz oder keltische Traditionen? Genau vor dieser Entscheidung stehen wir relativ früh im keltischen Albion. Als römischer Stadthalter ist es immerhin unsere Pflicht, die Macht des Imperiums zu verbreiten! Oder nicht? Genau diese Entscheidung hat nicht nur Einfluss auf das weitere Gameplay in Albion, sondern auch auf unser Verhältnis mit den KI-Fraktionen. Leider hatten wir bisher allerdings nicht die Chance, entsprechende Konsequenzen mitzubekommen. Immerhin durften wir nur eine Stunde in Albion verbringen.
Romanisierung oder Tradition? Anno 117 überlässt euch die Entscheidung
Die Entscheidung zwischen Romanisierung und keltischer Tradition fällt bereits nach der ersten Bevölkerungsstufe. Sobald alle Bedürfnisse erfüllt sind, dürft ihr die nachfolgende Bevölkerungsgruppe auswählen. Davon hängt auch ab, welche nachfolgende Bedürfnisse ihr stillen müsst. Während die Kelten Bier und Käse verlangen, dürstet es den Römern nach Brot und Wurst. Von der Wahl hängt also auch ab, welche (Produktions-)Gebäude am Ende zur Auswahl stehen. Diese Entscheidung fällt jedoch pro Insel und nicht pro Partie – ihr könnt jederzeit einen alternativen Pfad einschlagen. Meine Wahl fiel auf die keltischen Traditionen.
Religionen und Götter spielen eine wichtige Rolle
Erstmals spielt auch Religion eine größere Rolle in einem Anno. Im Anno 1800 Nachfolger verehrt jede Insel eine eigene Gottheit, wobei es auch hier Unterschiede zwischen Römern und Kelten gibt. Die Römer beten etwa zu Mars, Neptun oder Venus, während die Kelten an Epona, Ceres oder Cernunnos glauben. Ich habe mich in meiner Demo-Session etwa für Ceres entschieden, die Göttin der Landwirtschaft. Jede Gottheit bringt dabei eigene Boni für Produktion, Bevölkerung oder Militär mit sich. Stadtfeste, wie wir sie Anno 1800 kennen, orientieren sich ebenfalls an der angebeteten Gottheit.

Albion: Sümpfe nehmen euch Bauland
Eine weitere Besonderheit an Albion ist der Aufbau der Inseln: Sie fallen etwas kleiner aus als die Pendants in Latium und sind teilweise von großen Sumpfgebieten bedeckt. Die nehmen wertvolles Bauland ein und sorgen obendrein für höhere Baukosten in Form von höherem Holzverbrauch.

Wege und Gebäude müssen hier nämlich auf Stelzen gebaut werden, was den Start in Albion etwas schwieriger macht. In den Sümpfen müsst ihr schließlich verschiedene Waren für die Kelten produzieren, während sie unter römischer Führung komplett trockengelegt werden können. Die entsprechenden Fähigkeiten dafür lassen sich im Forschungsbaum freischalten, der rund 150 Freischaltungen in den Bereichen Wirtschaft, Zivilwesen und Militär umfasst.
Klassisches Anno-Gameplay mit neuem Anstrich
Allgemein lässt sich Anno 117 aber weiterhin als klassisches Anno-Spiel betiteln. Jeder, der schon mal Anno 1800 oder einen der Vorgänger gespielt hat, fühlt sich sofort wie zu Hause. Einige neue Kniffe sorgen allerdings dafür, dass sich das Spiel nicht wie eine Kopie anfühlt. Ihr solltet euch unter anderem überlegen, welche Produktionsgebäude ihr wo baut.
Einige Gebäude haben nämlich einen positiven Einfluss auf eure Bevölkerung und sorgen im Einflussbereich für höhere Einnahmen. Andere Gebäude haben wiederum einen gegenteiligen Effekt und sorgen sogar für ein höheres Brandrisiko – diese Gebäude sollten unbedingt außerhalb der Stadt stehen. Reine Produktionsinseln oder eine strikte Trennung von Siedlung und Produktion sind also nur wenig sinnvoll.
Villa des Stadthalters als zentrales Gebäude
Auch ein klassisches Dorfzentrum oder einen Marktplatz gibt es nicht mehr. Stattdessen schaltet man mit der zweiten Zivilisationsstufe die Villa des Stadthalters frei, die möglichst weit von einer Küste entfernt gebaut werden sollte. Im Kriegsfall ist es nämlich Ziel, die Villa zu zerstören, um die Insel zu übernehmen. Entsprechend spielen Befestigungen wie Holzzäune, Steinmauern, Kriegsschiffe und Bodentruppe eine größere Rolle in Anno 117.
Kriegsführung ist ein teurer Spaß!
Ich konnte zwar nicht allzu viele Kriegsmechaniken testen, einige Truppen konnte ich während meiner Gameplay-Session jedoch ausbilden und in den Kampf schicken. Und hierbei ist mir vor allem aufgefallen, dass Kriegsführung in Anno 117 ziemlich teuer ist. Die Ausbildung meiner Bodentruppen zehrte schnell an meinen Arbeitskraft-Ressourcen und an meiner Staatskasse. Innerhalb von kürzester Zeit lag meine Wirtschaft deswegen am Boden und ich musste gegenlenken. Ein Angriff sollte also gut überlegt und gut finanziert sein!
Anno 117 ist eine Grafik-Pracht
Auch grafisch weiß Anno 117 voll zu überzeugen: Das Spiel setzt auf eine Weiterentwicklung der Anno-1800-Engine, die um neue Features erweitert wurde. Unter anderem fällt das Terrain detaillierter aus, die Beleuchtung ist realistischer und unterstützt Raytracing, und auch die Texturen sind deutlich hochauflösender als im Vorgänger. Auch die Modelle besitzen augenscheinlich deutlich mehr Polygone, was vor allem an der Bevölkerung ersichtlich ist.

Und ein absolutes Novum: Das 90-Grad-Raster ist tot! In Anno 117 ist es erstmals möglich, diagonale Straßen anzulegen. Der Bau der Straßen gestaltete sich in der Demo allerdings noch etwas hakelig, weshalb ich meine Straßen teils leicht versetzt gelegt habe. Ehrlicherweise würde ich allein aus Effizienzgründen beim klassischen Raster bleiben. Diagonalen sind schön, nehmen aber zusätzlichen Platz weg.
Wann erscheint Anno 117 Pax Romana?
Anno 117 erscheint offiziell am 13. November für PC, PS5 und Xbox Series X und Series S. Auf dem PC wird das Spiel auf Ubisoft Connect, im Epic Games Store und auf Steam angeboten. Das Spiel kann einzeln oder zusammen mit dem Jahr-1-Pass gekauft werden, welcher die ersten drei DLCs beinhaltet. Anfang September wird es zudem eine öffentliche Demo geben, bei der sich Spieler einen eigenen Eindruck von Latium und Albion machen dürfen. Das Spiel hat im Rahmen der Gamescom außerdem einige Preise abgeräumt, unter anderem für das beste PC-Spiel der Messe.
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