Die Speicherkrise nimmt Formen an, mit denen wohl keiner gerechnet hat. Überraschend hat Micron angekündigt, dass die Consumer-Marke Crucial vom Markt verschwinden wird. Die Marke wird jedoch nicht ersetzt – Micron stellt das Endkundengeschäft vollständig ein.
Der KI-Boom beflügelt den Bau neuer KI-Rechenzentren weltweit, weshalb Speicher-Chips derzeit zur absoluten Mangelware werden. Micron zieht hieraus Konsequenzen und stellt den Vertrieb von Crucial-SSDs für den Endkundenmarkt vollständig ein, um die Nachfrage für KI-Rechenzentren decken zu können. Chief Business Officer Sumit Sadana schreibt hierzu:
Micron hat daher die schwierige Entscheidung getroffen, das Endkundengeschäft von Crucial aufzugeben, um die Versorgung und den Support für unsere größeren, strategischen Kunden in wachstumsstärkeren Segmenten zu verbessern.
Sumit Sadana, Chief Business Officer bei Micron
Crucial: Im Februar 2026 ist Schluss
Crucial-Produkte werden noch bis Februar 2026 über die verschiedenen Verkaufskanäle, also Einzel- und Onlinehändler sowie über den Direktvertrieb, im Handel angeboten. Vermutlich handelt es sich hierbei jedoch um Restbestände, neue Ware dürfte es wohl nicht mehr in die Lager schaffen. Laut Micron sollen Garantieleistungen und Support aber weiterhin erhalten bleiben. Micron wird zumindest noch für den OEM-Markt Speicherlösungen anbieten, sodass Fertig-PCs weiterhin mit Micron SSDs und RAM ausgestattet werden können.

Crucial hat insgesamt 29 Jahre lang Speicher-Produkte für Endverbraucher angeboten und gehört damit eigentlich zu den alteingesessenen Herstellern in diesem Bereich. Zuletzt hatte der Hersteller mit der Crucial T710 eine der schnellsten PCIe-5.0-SSDs auf den Markt gebracht, die bei uns im Test mit ordentlich Speed überzeugen konnte. Uns hat das Ende durchaus überrascht – hoffentlich gehen andere Hersteller keinen ähnlichen Weg.
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