Dolby rückt auf der CES 2026 Vision 2 ins Zentrum seiner Präsentation. Das neue HDR-Format soll nicht nur High-End-TVs besser ausreizen, sondern auch günstige Modelle sichtbar aufwerten.
Dolby nutzt die CES 2026, um klarzumachen, dass das auf der IFA 2025 angekündigte Dolby Vision 2 mehr ist als ein inkrementelles Update. Aufbauend auf dem bekannten Dolby-Vision-Prinzip mit dynamischen Metadaten führt Vision 2 eine neue Bildverarbeitungs-Engine ein, die Dolby unter dem Begriff Content Intelligence zusammenfasst. Ziel ist es, Inhalte präziser an die Fähigkeiten des jeweiligen Fernsehers anzupassen – und zwar in Echtzeit.
Im Kern analysiert Content Intelligence sowohl das Quellmaterial als auch die technischen Eigenschaften des Displays. Daraus resultieren gezieltere Anpassungen bei Helligkeit, Kontrast, Farben und Bewegung. Besonders relevant: Dolby Vision 2 soll typische HDR-Schwächen günstigerer TVs abfedern, etwa zu dunkle Szenen oder abgesoffene Schwarztöne.
Precision Black, Light Sense und optimierte Bewegung
Zu den wichtigsten Neuerungen zählen Precision Black und Light Sense. Precision Black passt das Tone Mapping so an, dass Details in dunklen Bildbereichen besser erhalten bleiben – unabhängig davon, ob der TV ein sehr helles Mini-LED-Panel oder ein eher limitiertes Edge-Lit-LCD nutzt. Light Sense berücksichtigt zusätzlich das Umgebungslicht und gleicht die Darstellung an, ohne die kreative Intention zu stark zu verfälschen.
Hinzu kommen spezielle Optimierungen für Sport und Gaming. Bewegungsdarstellung, Weißpunkt und Dynamik lassen sich content-spezifisch steuern. In der Praxis bedeutet das: flüssigere Sportübertragungen und Spiele, ohne dass Filme automatisch unter aggressiver Zwischenbildberechnung leiden.
Für leistungsstarke Premium-TVs führt Dolby mit Dolby Vision 2 Max eine erweiterte Variante ein. Diese ergänzt bidirektionales Tone Mapping, also auch das gezielte Anheben von Helligkeit und Farbraum. Zudem gibt es noch Authentic Motion. Letzteres erlaubt es, Bewegungsinterpolation szenenweise dynamisch zu steuern. Judder kann so reduziert werden, ohne den typischen „Seifenoper-Effekt“ pauschal zu aktivieren.
Bei den Dolby-Demos machte Vision 2 in der Ober-, Mittel- und Budget-TV-Klasse einen guten Eindruck, vor allem hinsichtlich des Tone Mappings und der Schwarztondarstellung. Somit dürfte mit Vision 2 künftig das manuelle Optimieren der Bildeinstellungen entfallen, um mehr aus dem Display herauszuholen.
Erste TVs und Streaming-Unterstützung
Zur CES bestätigt Dolby die Unterstützung von Dolby Vision 2 bei Hisense, TCL und TP Vision. Hisense plant den Einsatz auf seinen 2026 RGB-Mini-LED-Modellen (UX, UR9, UR8), TCL will entsprechende Updates für die brandneuen X- und C-Serien liefern, Philips (TP Vision) setzt Vision 2 bei ausgewählten OLED-Modellen der 2026-Generation direkt ein. Mit Peacock steht zudem der erste Streamingdienst fest, der Dolby Vision inklusive Live-Sport unterstützen wird.
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Quellen:

