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E-Auto in 9 Minuten laden: BYD Flash Charging mit 1.500 kW ausprobiert

Fast so flott wie an der Zapfsäule!

Wer schon mal mit einem Elektroauto unterwegs war, wird es kennen: An der Ladesäule braucht es doch mal ein paar Minütchen länger, bis der Akku für die Weiterreise gefüllt ist. Zwar ist eine Pause auf Langstecken per se keine schlechte Idee, mit einer Pinkelpause und einem kleinen Snack sind 20 Minuten eh flotter vergangen, als man denkt, doch das E-Auto in unter 10 Minuten wieder voll laden, wenn es wirklich darauf ankommt – geht das?

Mit BYD Flash Charging ist das kein Wunschdenken mehr, denn die besonderen, türkisen Ladesäulen in T-Form leisten bis zu 1.500 kW (6C) und füllen den Akku in 7 Minuten von 10 % auf 70 %. Die nahezu volle Ladung (97 %) ist sogar in 9 Minuten erreicht. Doch dazu benötigt es auch das passende Fahrzeug mit dem passenden Blade 2.0 Akku mit Lithium-Mangan-Eisenphosphat-Kathode (LMFP).

Zum Vergleich: Moderne HPC-Ladesäulen in Europa leisten maximal zwischen 300 und 400 kW, Tesla Supercharger (V4) schaffen immerhin 500 kW Spitze – BYD erreicht also mehr als das Doppelte dieser Leistung.

Superflott: Eingesteckt, kurz Pinkeln gegangen .. und schon wieder voll!

Ein erstes Bild dieser Technologie konnte ich mir in Shenzhen bereits machen, denn in einem Ladepark mit gleich sieben dieser Flash Charging Säulen hat uns BYD die noch junge Technologie (wurde erst März 2026 enthüllt) eindrucksvoll demonstriert. Jede der Säulen verfügt dabei über zwei Ladestecker, die sich dank der oberen Aufhängung sehr leicht bewegen und schließlich einstecken lassen.

Kaum eingestöpselt, schon legt die Ladesäule los und füllt den Akku mit Blade Battery 2.0 Zellen so flott, dass die Prozentpunkte in die Höhe schießen. Ein kleines Display an der Säule informiert dann über den Ladevorgang, eine Ladekurve wurde aber leider nicht angezeigt (die hätte ich zu gerne mal gesehen). Laut BYD lässt sich der Ladevorgang aber auch in einer App verfolgen.

Flash Charging ist auch bei -30 °C möglich

Um diese Ladeleistung zu ermöglichen, setzt BYD übrigens auch auf lokale Batteriespeicher, das Stromnetz selbst würde diese Leistung laut BYD wohl nicht zur Verfügung stellen können. Übrigens: Selbst bei -30 °C ist Flash Charging möglich, hier braucht das Fahrzeug vor Ladebeginn nur drei Extraminuten, um sich zu „akklimatisieren“. Auch das hat uns BYD mit einer Kältekammer demonstriert.

Den womöglich ersten BYD Flash Charger in Deutschland gab es vor kurzem im Allgäu in der Nähe der Iselerbahn zu bestaunen, wie Klaus Hartmann (Commercial Director DENZA) auf Linkedin veröffentlichte. Wie uns BYD jedoch bestätigte, war dies nur eine Art „Pop-up Demonstration“ – die gezeigte Säule wurde danach wieder abgebaut.

Ambitioniert: 3.000 Flash Charging Säulen in Europa bis Ende 2026

Doch die ersten (festen) Flash Charging Punkte sollen zeitnah folgen, schließlich sollen bis Ende 2026 in Europa rund 3.000 dieser Ladepunkte entstehen – davon 300 in Deutschland. Im Fokus stehen dabei BYD-Handelspartner, Autobahnen und günstig liegende Verkehrspunkte.

byd flash charger in deutschland pop up
Die Pop-up-Ladesäule zur Demonstration – Bild: Klaus Hartmann, Linkedin

Von dieser Ladeleistung kann hierzulande aktuell nur der Denza Z9GT profitieren, der auf einer 1.000 Volt Plattform sitzt und eine Blade 2.0 Battery nutzt. Erst mit dieser Akkutechnologie, die auch von BYD entwickelt wurde, sind diese Ladezeiten möglich. Laut BYD bieten die Zellen auch eine sehr gute Langlebigkeit und sind gegenüber anderen Zell-Chemien sogar deutlich widerstandsfähiger (von einem 5 mm breiten Nagel zeigte sich die Blade 2.0 Zelle unbeeindruckt).

Was das Laden wohl kostet? Noch ungewiss!

Doch auch andere Fahrzeuge mit Hochvolt-Architektur könnten sich womöglich an den BYD Flash Chargern erfreuen. Wie hoch die Kosten pro Kilowatt ausfallen, ist noch ungewiss. Dem BYD-Chef in der UK zufolge will man unter „50 Pence/kWh“ bleiben – das wären umgerechnet etwa 58 Cent pro kWh.

Der Denza Z9GT lässt sich aber auch an normalen Säulen laden. An einem 400 kW Ladepunkt soll sich die Ladekurve bis über 95 % auf maximaler Leistung gehalten haben .. beeindruckend. Heißt: Mal eben Energie nachtanken ist innerhalb weniger Minuten möglich, das vereinfacht die Ladeplanung immens – egal ob auf einer längeren Reise oder fix nach Feierabend zum „Nachtanken“.

Erstes Fazit: BYD geht eins der größten Probleme an

Mit dem selbstbewussten Plan in Europa könnte sich BYD einen festen Platz auf dem Automarkt sichern. Mehr Ladepunkte kommen allen E-Autos zugute, schnelleres Laden ist da natürlich allgemein gern „gesehen“. Vom „9 Minuten Laden“ profitieren am Ende aber nur die eigenen Fahrzeuge. Wie schon bei Tesla will BYD aber genau damit punkten: Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Kundenerlebnis aus einer Hand .. das könnte überzeugen – insbesondere, wenn das Laden fast so flott geht, wie das klassische Tanken.

Meinung:Ich bin sehr beeindruckt von der Technologie und schon gespannt auf die erste Langstrecken-Fahrt mit einem BYD-Modell mit Blade 2.0 Akku. BYD meint es ernst und will in Europa so richtig Fuß fassen – nicht nur in günstigen Preisbereichen, auch im Premium-Sektor (und die Technologie dafür haben sie). Ob das am Ende ausreicht, einen BMW, Mercedes oder Audi auszustechen, wird sich zeigen.

Übrigens: Heute hat BYD in Köln den zweiten Denza-Store in Deutschland eröffent. Bis Ende 2026 sollen hierzulande rund 40 (!) Standorte entstehen, ein beachtliches Ziel und eine Ansage an die europäischen Marken. Auf einer ersten Probefahrt mit dem Denza Z9GT konnte ich zudem das seitliche Einparken über die Hinterachse bestaunen (mehr dazu auf Instagram).

Disclaimer: BYD hat uns Ende Mai nach Shenzhen zur Tech Journey eingeladen und Reisekosten übernommen. Es bestand keine Vereinbarung oder Pflicht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Quellen:
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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

.. ist nicht nur Experte für die Bereiche Smartphones & Gadgets, sondern testet auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Mainboards & Gaming-Gear. Zudem beschäftigt er sich gern mit Elektroautos und ist das Gesicht für YouTube, Instagram & Co. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten und berichtet gern von Messen & Events. Seine Leidenschaft: Fußball (Fohlenelf) & Fotografie (Fuji X100V).

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