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Fairphone 6+ ausprobiert: Reparierbares Smartphone erhält mehr Leistung

So schlägt sich das Gerät!

Mit dem Fairphone 6+ erhält das reparierbare und nachhaltige Smartphone ein vergleichsweise kleines, aber sinnvolles Hardware-Upgrade. Neu sind vor allem ein Prozessor mit mehr Leistung und etwas mehr Arbeitsspeicher. Wir konnten das Gerät bereits ausprobieren und haben erste Eindrücke für euch gesammelt.

Trotz des vollständig aus Kunststoff bestehenden Gehäuses fühlt sich das Fairphone (Gen. 6+) überraschend robust an. Mit 191,4 Gramm liegt es zudem angenehm in der Hand. Die Abmessungen liegen bei 156,5 × 73,3 × 9,6 Millimetern, womit das Smartphone vergleichsweise kompakt ausfällt, allerdings nicht besonders dünn ist – ein Wermutstropfen der Reparierbarkeit.

6,31-Zoll-Display bleibt angenehm kompakt

Optisch bleibt Fairphone dem kantigen Design des Gen. 6 treu. Farblich gibt es die Auswahl zwischen Horizon Black, Forest Green und erstmals auch Cobalt Blue. Letzteres schimmert je nach Lichteinfall leicht in ein intensives Lila. Komplett wasserdicht ist das Smartphone leider nicht, die IP55-Zertifizierung schützt es aber unter anderem gegen Strahlwasser.

Auf der Vorderseite sitzt ein 6,31 Zoll großes LTPO-OLED mit 1.116 × 2.484 Pixeln (also etwas mehr als Full-HD) und einer adaptiven Bildwiederholrate von 10 – 120 Hz. Geschützt wird das Panel zudem durch Gorilla Glass 7i.

Im ersten Eindruck gefällt uns die Größe des Displays ziemlich gut. Das Panel wirkt angenehm kompakt, die Seitenränder gehören allerdings nicht zu den schmalsten ihrer Klasse. Dafür lässt sich das komplette Displaymodul bei Bedarf austauschen, was diesen Punkt zumindest etwas relativiert.

Snapdragon 7s Gen 4 bringt mehr Leistung

Im Inneren arbeitet jetzt der Snapdragon 7s Gen 4, der den Snapdragon 7s Gen 3 des Fairphone (Gen. 6) ersetzt. Dazu kommen erstmals 12 GB Arbeitsspeicher. Der interne UFS-3.1-Speicher bleibt bei 256 GB, lässt sich aber weiterhin per microSD-Karte um bis zu 2 TB erweitern.

Im Alltag läuft das Fairphone 6+ bislang angenehm flüssig. Apps öffnen zügig und auch beim Wechsel zwischen mehreren Anwendungen sind uns keine größeren Verzögerungen aufgefallen. Ganz so direkt und „snappy“ wie aktuelle Highend-Smartphones wie das Galaxy S26 Ultra (Test) oder iPhone 17 Pro Max (Test) fühlt sich das Gerät allerdings nicht an.

Die Leistung reicht für den normalen Alltag problemlos aus. Wer allerdings vor allem möglichst viel Performance sucht, bekommt bei anderen Herstellern zu diesem Preispunkt mehr geboten – so ehrlich muss man sein. Denn beim Fairphone liegt der Fokus weiterhin stärker auf Reparierbarkeit, Langlebigkeit und nachhaltigerer Produktion.

Wechselbarer Akku lädt mit bis zu 30 Watt

Für die nötige Energie sorgt ein wechselbarer Akku mit 4.415 Milliamperestunden. Dieser soll laut offiziellen Angaben für bis zu 54 Stunden gemischte Nutzung ausreichen. Wie genau Fairphone diese gemischte Nutzung definiert, ist allerdings schwer zu sagen. Aussagen zur tatsächlichen Akkulaufzeit lassen sich nach der kurzen Nutzungszeit bei uns noch nicht treffen.

fairphone gen6+ smartphone akku

Ist der Akku einmal leer, kann er kabelgebunden mit bis zu 30 Watt wieder aufgeladen werden. So sollen innerhalb von 25 Minuten bis zu 50 Prozent erreicht werden. Kabelloses Laden gibt es allerdings nicht.

50-Megapixel-Kamera macht einen guten ersten Eindruck

Auf der Rückseite setzt Fairphone auf eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit Sony Lytia 700C Sensor im 1/1,56-Zoll-Format (OIS, f/1.88). Ergänzt wird sie durch eine 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit einem Sichtfeld von 120 Grad. Auf der Vorderseite befindet sich eine einzelne 32-Megapixel-Kamera für Selfies.

Für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh, der erste Eindruck fällt aber durchaus positiv aus. Farben und Bildqualität wirken stimmig und selbst erste Nachtaufnahmen sehen brauchbar aus. Wie konstant die Kamera unter verschiedenen Lichtbedingungen arbeitet, müssen weitere Aufnahmen noch zeigen.

Android 16 bleibt nah an Vanilla Android

Softwareseitig kommt Android 16 zum Einsatz. Die Oberfläche ist sehr nah an Vanilla Android gehalten und weitgehend frei von zusätzlicher Software (Stichwort: Bloatware). Neu ist unter anderem eine eigene Fairphone-Galerie-App.

Interessanter ist allerdings der physische Schalter an der rechten Seite oberhalb des Powerbuttons mit integriertem Fingerabdrucksensor. Ab Werk startet dieser Fairphone Moments. Dabei wird die Oberfläche auf eine deutlich simplere Ansicht reduziert und der Zugriff auf Apps eingeschränkt. Das Prinzip geht damit ein Stück weit in Richtung Dumbphone und soll vor allem Ablenkungen reduzieren.

fairphone gen6+ smartphone moments

Alternativ kann man den Schalter jedoch auch für weitere Funktionen nutzen, beispielsweise den Nicht-stören-Modus, die Taschenlampe oder ein Arbeitsprofil. Gerade diese freie Belegung macht den zusätzlichen Schalter im Alltag deutlich nützlicher.

Reparierbarkeit: Zwölf Teile lassen sich selbst austauschen

Das zentrale Argument für ein Fairphone bleibt die Reparierbarkeit. Insgesamt lassen sich zwölf Komponenten mit dem beiliegenden Schraubenzieher austauschen. Dazu gehören unter anderem Akku, Display, Kameras, USB-C-Anschluss und verschiedene interne Baugruppen. Fairphone kombiniert das mit einer fünfjährigen Garantie und Software-Support bis einschließlich 2033.

Gerade diese Austauschbarkeit ist einfach ein durchweg positiver Punkt. Ein defekter USB-C-Port, ein verschlissener Akku oder ein beschädigtes Display bedeutet dadurch nicht automatisch eine aufwendige Reparatur oder den Austausch des gesamten Smartphones.

Auch beim Materialeinsatz bleibt Fairphone seinem bisherigen Ansatz treu. Mehr als 50 Prozent des Gerätegewichts sollen aus fair gewonnenen oder recycelten Materialien bestehen. Insgesamt nennt das Unternehmen 14 entsprechend bezogene oder wiederverwertete Materialien.

Verfügbar ab 649 Euro

Das Fairphone 6+ startet in Deutschland zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro. Das Smartphone ist über Fairphone selbst sowie ausgewählte Händler und Mobilfunkanbieter erhältlich.

Damit bleibt das Fairphone gemessen an der reinen Hardware vergleichsweise teuer. Für 649 Euro bekommt man bei anderen Herstellern teils deutlich mehr Leistung oder hochwertigere Materialien. Der eigentliche Gegenwert steckt hier vielmehr in der modularen Konstruktion, der einfachen Reparierbarkeit und dem langen Support.

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Beitrag erstmals veröffentlicht am 18.08.2026

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Max Jambor @ Allround-PC Max Jambor Redakteur

Als angehender Technikjournalist, ist er hauptsächlich für die Bereiche Mobile und Wearables zuständig und kümmert sich um News sowie Testberichte von Smartphones, Tablets, Smartwatches und Kopfhörern. In seiner Freizeit verfolgt er die neuesten Entwicklungen im Bereich Consumer Electronics und Künstlicher Intelligenz. Wenn er mal nicht am PC sitzt, trifft man ihn im Fitnessstudio, auf Reisen oder beim Feiern mit Freunden.

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