Die neueste Notebook-Generation mit Intel-Prozessoren startet in Kürze im Handel. Core Ultra 300 ist ein deutlicher Sprung gegenüber den Vorgängerserien und überzeugt in ersten Gaming-Tests ebenfalls. AMDs Strix Halo führt bei der Grafikleistung dennoch.
Auf der CES 2026 hat Intel den Startschuss für Core Ultra 300, alias Panther Lake, gegeben. Die ersten Notebooks mit den neuen Prozessoren erscheinen noch im Januar. Neben zahlreichen Intel-Diagrammen zur Gaming-Leistung hatten wir auch selbst die Gelegenheit, die Performance in Spielen zu testen. Die Ergebnisse mit dem Top-Chip sind beeindruckend.
Core Ultra X hängt die Konkurrenz mit 12 iGPU-Kernen ab
Bei der Intel Tech Tour im Herbst 2025 hatte der Hersteller noch konservativ über 50 Prozent mehr Gaming-Leistung gegenüber Lunar Lake (Core Ultra 200V) in Aussicht gestellt. Bei der finalen Präsentation von Panther Lake war nun von durchschnittlich mehr als 75 Prozent Gaming-Leistung im Vergleich zu Lunar Lake und Arrow Lake (Core Ultra 200H) die Rede. Dabei wurde stets das Topmodell herangezogen. Während die meisten Panther-Lake-Modelle lediglich vier Xe-Grafikkerne aufweisen, sind es bei den drei Core-Ultra-X-Modellen stets zwölf Grafikkerne.
In den Gaming-Diagrammen von Intel wird das neue Flaggschiff, Core Ultra X9 388H, auch mit AMDs Strix-Point-Modell Ryzen AI 9 HX 370 verglichen. Intel gibt im Durchschnitt einen Vorsprung von 73 Prozent mit Upscaling und sogar 82 Prozent mit nativer Auflösung (FHD) an. Da es sich bei der ebenfalls frisch angekündigten Ryzen-AI-400-Serie nur um einen leichten Refresh handelt, dürfte sich bei diesem Abstand kaum etwas ändern.
Leichtes Spiel hat Panther Lake ebenso im Duell mit Qualcomms Snapdragon X Elite (X1E-84-100), da der ARM-Chip in Spielen ohnehin schlecht abschneidet. Interessanter wird ein Vergleich mit dem neuen Snapdragon X2 Elite (und dem Extreme-Ableger), sobald entsprechende Notebooks in den kommenden Monaten erscheinen.
Selbst gegenüber der dedizierten Einsteiger-GPU von Nvidia, RTX 4050 Laptop, soll der Core Ultra X9 388H durchschnittlich zehn Prozent schneller bei Gaming sein, obwohl die Leistungsaufnahme des Nvidia-Systems höher liegt.
Der Strix-Halo-Exot von AMD, Ryzen AI Max+ 395, bietet mit seinen 40 GPU-Kernen allerdings deutlich mehr Leistung und landet eher zwischen einer RTX 4060 Laptop und RTX 4070 Laptop. Entsprechende Notebooks mit AMD Strix Halo kosten jedoch weit über 2.000 Euro. Ersten Preisangaben zufolge, etwa beim Dell XPS 14 mit Core Ultra X7 358H, landen die neuen Intel-Topmodelle teilweise auch in der 2.000-Euro-Klasse. Das MSI Prestige 14 Flip AI+ mit X7 358H ist wiederum schon ab 1.549 Euro bestellbar.
Eigene Gaming-Tests auf der CES
Im Rahmen einer Intel-Arc-Demo während der CES konnten wir auch ein paar eigene Spiele-Benchmarks vornehmen. Dafür standen Lenovo-Referenzgeräte (IdeaPad Pro 5 16”) mit Core Ultra X9 388H und 32 Gigabyte LPDDR5X-9600-RAM zur Verfügung. Das Leistungprofil wurde während der Messungen auf die höchste Stufe (Geek performance) in Lenovo Vantage eingestellt. Ein paar Vergleichswerte zur groben Einordnung findet ihr im Test des ROG NUC 2025. Redaktions-Benchmarks voriger Notebook-iGPUs konnten bislang nur mit Niedrig-Presets ausgeführt werden – dass höchste Grafikeinstellungen mit Panther Lake überhaupt möglich sind, ist bereits ein Erfolg.
Cyberpunk 2077
Ultra-Raytracing-Preset
- 38 FPS avg. WQHD (2.560 x 1.440), XeSS 2 Performance (Upscaling)
- 52 FPS avg. FHD (1.920 x 1.080), XeSS 2 Performance (Upscaling)
- 21 FPS avg. FHD nativ (kein Upscaling)
- 145 FPS avg. FHD XeSS Performance Frame-Gen Override 4x (3 KI-Zwischenbilder)
- 98 FPS avg. FHD XeSS Ultra Quality Frame-Gen Override 4x
Shadow of the Tomb Raider
Höchstes Preset, DX12, TAA
- 52 FPS avg. WQHD nativ
- 75 FPS avg. FHD nativ
Des Weiteren hatte Intel im Arc-Demo-Raum noch ein Cyberpunk-Setup mit Core Ultra X9 388H, Ryzen AI 9 HX 370 und Snapdragon X Elite 84-100, jeweils mit 32 GB RAM.
Cyberpunk 2077, FHD High-Preset nativ
- X9 388H: 58 FPS avg.
- HX 370: 28 FPS avg.
- X1E 84-100: 19 FPS avg.
Letztlich lässt sich festhalten, dass Intel mit Panther Lake einen spürbaren Generationssprung bei der Grafikleistung macht. Bei den Core-Ultra-X-Modellen steht flüssigem Casual-Gaming in Full-HD, und mit Upscaling sogar in WQHD, in den meisten Fällen nichts im Weg – allein mit einer integrierten GPU.
Bei den Mainstream-Modellen mit vier Grafikkernen, die vermutlich am meisten in Notebooks verbaut werden, dürfte die Spieleleistung wiederum relativ unbeeindruckend ausfallen. Zudem gilt es noch auf die Praxisleistung der neuen Snapdragon-X-Generation zu warten – die Gaming-Angaben von Qualcomm klingen nämlich auch vielversprechend. Ausführliche Leistungstests zu Panther Lake folgen, sobald die ersten Panther-Lake-Notebooks in der Redaktion ankommen. Im späteren Jahresverlauf möchte Intel übrigens noch Panther-Lake-Chips für Gaming-Handhelds veröffentlichen.
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