Was viele schon vermutet hatten, wurde nun bestätigt: Die neue Intel-Chipfabrik in Magdeburg wird nicht gebaut. Grund hierfür ist ein großes Sparprogramm, nachdem das Unternehmen in den vergangenen Quartalen einen Milliardenverlust eingefahren hat.
Anfang 2024 haben in Magdeburg die Sektkorken geknallt, als Intel bekannt gegeben hat, dass dort ein neues Chipwerk mit modernsten Produktionsverfahren entstehen wird. Etwa 3.000 neue Arbeitsplätze sollten hier entstehen und rund 30 Milliarden Euro investiert werden. Zudem hat die letzte Bundesregierung im Jahr 2023 Subventionen in Höhe von 9,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt – doch die werden jetzt erstmal nicht mehr nötig sein.
Bereits Ende 2024 hatte Intel Ex-Chef Gelsinger bestätigt, dass sich der Bau der neuen Chipfabrik aufgrund von Sparmaßnahmen verzögern wird. Ursprünglich hatte Intel den Spatenstich noch für 2024 geplant, wobei die ersten Baugenehmigungen erst vor ein paar Wochen durch das Land Sachsen-Anhalt erteilt wurden. Zuletzt wurde von einer Verzögerung von rund zwei Jahren gesprochen – nun wissen wir aber, dass die Intel-Fabrik gar nicht gebaut wird.

Sparprogramm: Intel spart bei Mitarbeitenden und weiteren Werken
Das Sparprogramm umfasst nicht nur den Verzicht auf das Magdeburh-Werk, sondern auch massenhafte Entlassungen. Über 30.000 Arbeitsplätze sollen innerhalb des Konzerns abgebaut werden – immerhin bis zu 35 Prozent der Belegschaft müssten dann gehen. Am Ende sollen noch 75.000 von 108.900 (Stand Dezember 2024) Mitarbeitern bleiben. Auch das neue Werk in Polen undd as Testzentrum in Costa Rica werden nicht mehr gebaut, während der Bau von Intel Ohio weiter verzögert ist.
Das Ende der eigenen Fertigung steht im Raum
Es kommt allerdings noch härter: Erstmals stellt Intel die eigene Fertigung infrage. Lip-Bu Tan, derzeitiger Intel CEO, verbindet das Schicksal der eigenen Fertigung eng mit dem Erfolg der kommenden Intel-14A-Fertigung. Sollte 14A kein Erfolg sein, dann ist die Halbleiterfertigung bei Intel Geschichte. Für den Erfolg sind allerdings nicht nur eigene Prozessoren ausschlaggebend, sondern auch externe Fertigungsaufträge. Ein Misserfolg hätte weitere Entlassungen und Fabrikschließungen zur Folge.
Sollte Intel 18A-P ebenfalls fehlschlagen, wäre an dieser Stelle Schluss. Ab diesem Punkt würde die Fertigung komplett aufgegeben werden – die Fertigung würde dann vollständig bei TSMC erfolgen. Es wäre also denkbar, dass die Intel Fabs in diesem Fall an ein anderes Unternehmen verkauft werden oder hieraus ein neuer Chip-Fertiger entsteht. Aus den ehemaligen AMD-Fabriken ist damals etwa Globalfoundries entstanden.
SMT kehrt zurück, um konkurenzfäig zu bleiben
Zudem hat Intel bestätigt, dass kommende Prozessoren wieder SMT (Hyperthreading) unterstützen sollen. Demnach wären Intel-Produkte ohne SMT schlicht nicht mehr konkurrenzfähig. Die Performance-Kerne der aktuellen Intel-Architekturen waren zuletzt zwar durchaus performant, vor allem im Server-Bereich lässt sich SMT allerdings nicht durch stärkere Einzel-Kerne ausgleichen. Als Folge daraus ist der Marktanteil im Server-Bereich zuletzt auf 55 % gefallen.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 17.09.2024
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