Nvidia steigt bei Intel ein: Rund fünf Milliarden US-Dollar investiert Nvidia in den angeschlagenen CPU-Hersteller. Laut Nvidia CEO Jensen Huang arbeiten einige Teams beider Hersteller “seit beinahe einem Jahr” zusammen. Es handelt sich also um keinen spontanen Deal.
Nvidia hat mitgeteilt, dass man Intel-Anteile im Volumen von fünf Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Damit wird der GPU-Hersteller zum größten Aktionär von Intel. Für Intel ist die Unterstützung ein wichtiger Erfolg, denn das Unternehmen steckt schon seit Jahren in der Krise. Zuletzt mussten auch Neubauprojekte, wie die Chipfabrik im Magdeburg im Rahmen der Konzernsanierung komplett eingestellt werden. Auch die eigene Fertigung stand zuletzt auf der Kippe – die Finanzspritze dürfte jedoch helfen.
Nvidia-GPUs für Intel, Intel-CPUs für Nvidia-Server
Nvidia kauft jedoch nicht nur Anteile von Intel, sondern arbeitet auch mit dem Unternehmen zusammen. Demnach kauft Nvidia im Rahmen des Deals Core- und Xeon-CPUs für den (KI-)Server-Bereich und liefert zeitgleich GPU-Chiplets, mit denen Intel neue Grafik-Lösung realisieren kann. Zunächst soll aus dieser Kooperation ein neuer SoC hervorgehen, welcher in etwa dem GB10 entsprechen soll. Allerdings wird der Chip natürlich nicht auf eine ARM-CPU setzen, sondern auf eine Intel-CPU auf x86-Basis.
Die Verbindung zwischen CPU und GPU soll via NVLink realisiert werden. Erste Core-CPUs für den Desktop mit Nvidia-GPU dürften erst in einigen Jahren auf den Markt kommen. Die Zusammenarbeit soll ein Marktvolumen von 50 Milliarden US-Dollar haben.
Für Rechenzentren wird Intel maßgeschneiderte x86-CPUs für Nvidia entwickeln, die Nvidia in seine KI-Infrastrukturplattformen integrieren und auf dem Markt anbieten wird.
Nvidia/ Intel
Fertigung bei TSMC oder Intel?
Die neuangekündigte Kooperation lässt natürlich vermuten, dass Nvidia zukünftig nicht mehr bei TSMC, sondern bei Intel fertigen lassen wird. Laut dem Intel CEO Lip-Bu Tan möchte man sich mit diesem Thema “später” beschäftigen – ein Auftraggeber wie Nvidia könnte die Fertigung schließlich vor dem Aus schützen. Beide CEOs bestätigen jedoch, dass man gute Kunden von TSMC wäre.
Zudem stellt sich die Frage, was diese Kooperation für die Arc-Entwicklung bei Intel bedeutet. Schließlich macht die (teure) Weiterentwicklung schlicht keinen Sinn mehr, wenn man nun Technik und Know-how von Nvidia kauft. Auch aus Markt-Sicht erscheint mir die Zusammenarbeit kritisch, da sich hier zwei Marktführer zusammentun. Der größte Konkurrenten AMD dürfte die Entwicklung genau im Auge behalten.
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