Microsofts Windows-KI-Funktionen unter dem Label „Copilot+ PC“ könnten bereits gegen Jahresende erstmals Einzug in klassische Desktop-PCs halten. Der Refresh der aktuellen Intel-Arrow-Lake-Prozessoren soll die nötige KI-Leistung bringen.
Bislang waren diese KI-Features aufgrund ihrer hohen Anforderungen an die Neural Processing Unit (NPU) ausschließlich Windows-Notebooks vorbehalten, die mindestens 40 TOPS (Tera Operations Per Second) bieten. Dies betrifft Modelle mit Snapdragon-X-Chip, Ryzen AI 300 und Intel Core Ultra 200V (Lunar Lake). Selbst aktuellere Intel-Notebooks mit Arrow-Lake-H bieten keine “Copilot+ PC”-Funktionen, da die NPU-Leistung unter der Mindestanforderung liegt.
Refresh wohl mit Lunar-Lake-NPU ausgestattet
Wie mehrere Quellen berichten, arbeitet Intel derzeit an einem Refresh seiner aktuellen Arrow-Lake-S-Serie, der neben höheren Taktraten vor allem eine deutlich stärkere NPU bieten soll. Bisher setzte Intel in den aktuellen Arrow-Lake-Prozessoren auf dieselbe, relativ schwache NPU, die auch schon bei Meteor Lake (2023) zum Einsatz kam und 13 TOPS bietet.
Beim kommenden Arrow-Lake-Refresh, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 erscheinen dürfte, plant Intel nun offenbar den Einsatz der leistungsfähigeren „NPU 4“, bekannt aus den mobilen Lunar-Lake-Prozessoren. Diese erfüllt mit 48 TOPS Microsofts Copilot+-Anforderungen und würde damit erstmals vollwertige Desktop-PCs für die KI-Features qualifizieren.

Keine größeren Verbesserungen beim Refresh
Die verstärkte NPU dürfte das Hauptmerkmal des Refreshs sein, während zusätzliche CPU- oder GPU-Kerne wohl nicht vorgesehen sind. Dadurch könnten sich vor allem Gaming-Fans enttäuscht zeigen, da Intel zuletzt Schwierigkeiten hatte, mit AMDs Ryzen-CPUs Schritt zu halten. Mit einem wesentlichen Leistungszuwachs ist derzeit nicht zu rechnen.
Dieser Schritt Intels würde auch eine attraktive Übergangslösung darstellen, bevor voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 die völlig neue Prozessorgeneration Nova Lake auf den Markt kommt – dann allerdings mit neuem Sockel und umfassenderen Architekturverbesserungen.
Microsoft KI-Features umfassen etwa Bildgenerierung und Echtzeit-Untertitel bei fremdsprachigen Videos, doch im Test der ersten Copilot+ PCs erwiesen sie sich überwiegend als Gimmick. Aufgrund der modernen Prozessorarchitekturen stechen viele Copilot+ PCs eher mit langen Akkulaufzeiten hervor.
Bislang haben weder Intel noch Microsoft die Gerüchte offiziell bestätigt, jedoch erscheint der Schritt angesichts des aktuellen Markttrends hin zu KI-unterstützter Software durchaus plausibel.
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Quellen:

