Nothing bläst zum Angriff auf die Over-Ear-Oberklasse: Mit dem Headphone (1) Pro schickt das Startup einen neuen Premium-Kopfhörer ins Rennen. Wo der reguläre Headphone (1) bereits mit außergewöhnlichem Design und durchdachter Bedienung punktete, soll das Pro-Modell dank Studio-Abstimmung und innovativem 3-Treiber-Setup nun auch audiophile Hörer überzeugen. Ich konnte die neuen Over-Ears bereits antesten.
Hochwertiges Design und tolle Bedienung
Wie es die Leaks im Voraus bereits enthüllt haben: Optisch treibt Nothing seine transparente Designsprache auf die Spitze.: Unter dem kratzfesten 9H-Panda-Glas an den Ohrmuscheln lassen sich Teile des Innenlebens bestaunen. Durch den Einsatz von gefrästem Aluminium und Titanbügeln wirkt der Kopfhörer nicht nur sehr wertig verarbeitet, sondern trägt mit 327 Gramm auf dem Kopf nicht allzu „schwer“ auf. Eine Zertifizierung nach IP52 gegen Staub und Tropfwasser rundet das Paket ab.
Mir persönlich gefällt vor allem das schwarze Modell sehr gut (schön schlicht im Stealth-Modus), in Silber sieht der Kopfhörer aber auch gut aus – was sagt ihr zum Design? Schreibt es gern in die Kommentare unter diesem Beitrag!
Das gepolsterte Kopfband und die weichen Polster sorgen für einen bequemen Sitz, auch nach längerem Tragen. Ein Komfortwunder sind die Headphone (1) Pro, wie auch die Vorgänger, aber nicht. Ein riesiger Pluspunkt bleibt in meinen Augen jedoch das Bedienkonzept: Kein Touch-Gefummel, sondern Tasten, Drehregler und Wippe. Die haptische Lautstärkeregelung und Mediensteuerung geht nach wie vor fantastisch von der Hand und gehört meiner Meinung nach mit zum Besten am Markt.
Klang: Dreifach-Treiber mit Studio-Einstellungen
Statt auf einen einzelnen Breitbandtreiber setzt Nothing auf gleich drei Treiber pro Hörer: Ein dynamischer 40 Basstreiber (20 Hz – 10 kHz), ein separater Präzisionstreiber (5-15 kHz) für Mitten und Stimmen sowie ein xMEMS-Hochtöner (10-40 kHz) teilen sich die Frequenzen auf. Im ersten Höreindruck macht sich das direkt mit einem extrem detaillierten Klang bemerkbar: Vor allem tiefe Frequenzen kommen viel dynamischer zur Geltung, während höhere Töne präzise wiedergegeben werden.
Für das Sound-Tuning hat sich Nothing mit den Metropolis Studios (hat u.a. Queen, Adele, U2, Ed Sheeran uvm. abgemischt) zusammengetan. Dadurch gibt es vor allem softwareseitig ein paar Upgrades:
- Flat-EQ-Profil: Über einen Schalter (Innenseite linker Hörer) lässt sich ein vollkommen neutrales Klangprofil aktivieren, praktisch für Kreative, Content-Creator und audiophile Puristen
- Equalizer: Die Nothing X App bietet enorm viele Stellschrauben für den Sound, darunter einen Equalizer, der die einzelnen Treiber gezielt ansteuern kann, ein persönliches Soundprofil und dynamisches Spatial-Audio inkl. Head-Tracking
Über Bluetooth sowie 3,5 mm Klinke gibt es Hi-Res-Audio samt LDAC, während der USB-C-Port kabelgebunden sogar verlustfreie Hi-Fi-Wiedergabe mit bis zu 24 Bit / 192 kHz ermöglicht.
Deutliches Upgrade beim ANC!
Wer die „regulären“ Headphone (1) kennt, weiß, dass die Geräuschunterdrückung solide, aber nicht weltbewegend war. Beim Headphone (1) Pro legt Nothing spürbar nach: Ein Verbund aus zehn Mikrofonen filtert Umgebungsgeräusche um bis zu 46 dB heraus. Einen direkten Vergleich zu Sony & Co. habe ich zwar noch nicht, finde das ANC aber auf den ersten Eindruck sehr gelungen. Vor allem Straßenlärm wurde erstaunlich gut gefiltert.
Ein kleines, aber feines Upgrade: Die Headphone 1 Pro unterstützen Auracast über Bluetooth 6.1. Dadurch kann der Kopfhörer nicht nur Broadcast-Audio empfangen, sondern auch als Transmitter dienen. Dazu gibt es laut Nothing bis zu 68 Stunden Akkulaufzeit bei deaktiviertem ANC bzw. 30 Stunden mit ANC. Eine Schnellladefunktion ist ebenfalls mit an Bord.
Ein kurioses Schutzcase
So viel Freude der Kopfhörer beim Musikhören macht, so komisch wirkt die Transportlösung. Es ist zwar schön, dass dem Headphone (1) Pro ein Schutzcase beiliegt, doch wirklich praktisch wird das im Alltag leider nicht. Ja, es umschließt zwar die Ohrmuscheln, lässt das Kopfband aber weitgehend ungeschützt frei herumliegen. Offenbar legt Nothing auch hier einen größeren Wert auf das Design, denn eine Möglichkeit die Kabel (beispielsweise für einen Flug) mitnehmen zu können, ist nicht gegeben.
Erstes Fazit zu den Headphone (1) Pro
Mit den Nothing Headphone (1) Pro gehen spannende Premium-Kopfhörer an den Start, die nicht nur erneut mit ihrem Design, sondern dieses Mal auch mit ihrem Klang und ANC punkten können. Ob die Over-Ears auch gegen den Platzhirsch von Sony (WH-1000XM6 Test) bestehen können, wird ein Test zeigen. Lediglich vom Transportcase bin ich kein großer Fan. Verfügbar sind die Nothing-Kopfhörer ab sofort in Schwarz und Silber ab 349 Euro UVP, unter anderem bei Media Markt und bei Amazon.
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