Günstige Windows-Notebooks könnten bald ein Comeback erleben: Qualcomm bereitet mit der Snapdragon-C-Plattform einen neuen Anlauf im Einstiegssegment vor. Geräte ab rund 300 US-Dollar sollen solide Alltagsleistung, lange Akkulaufzeit und moderne Architektur vereinen – mit klaren Abstrichen bei High-End-Funktionen.
Die neue Snapdragon-C-Plattform richtet sich gezielt an einfache, preiswerte Windows-Notebooks für alltägliche Aufgaben. Im Fokus stehen Geräte für Schüler, Familien oder kleinere Unternehmen, bei denen grundlegende Funktionen wie Web-Browsing, Office-Anwendungen und Videostreaming im Vordergrund stehen. Leistungsreserven für anspruchsvolle Anwendungen oder moderne KI-Workloads sind hingegen nicht das primäre Ziel.
Mit einem Einstiegspreis von etwa 300 US-Dollar bewegt sich Qualcomm in einem Segment, das zuletzt nur spärlich besetzt war. Aktuell dominieren hier vor allem einfache x86-Prozessoren wie Intels N-Seri, AMDs günstige Einsteigerchips sowie Notebooks mit älteren CPU‑Generationen. ARM-basierte Alternativen waren in dieser Preisklasse bislang kaum vertreten, was Qualcomm nun ändern möchte.
Snapdragon C mit Kyro-CPU – also ohne Oryon-Kerne
Technisch setzt der Hersteller bewusst auf eine abgespeckte Architektur. Statt der leistungsstarken Oryon-Kerne, die in höherpreisigen Snapdragon-X-Plattformen zum Einsatz kommen, nutzt Snapdragon C sogenannte Kryo-Kerne. Explizit kommen hier acht solcher Kerne zum Einsatz, die mit mindestens 2 GHz und maximal 3 GHz takten. Die CPU soll im Geekbench rund 24 % (Multicore) respektive 44 % (Singlecore) schneller sein als ein Intel N250. Allerdings handelt es sich hierbei um einen absoluten Low-End-Chip – in einem Preisbereich über 400 Euro wäre der Qualcomm SoC bereits nicht mehr konkurrenzfähig. Finale Benchmark-Werte werden allerdings erst unabhängige Tests liefern.
Dazu kommt eine Adreno 643 GPU mit 900 MHz, welche ursprünglich aus dem IoT-Bereich stammt. Die GPU erreicht in etwa das Leistungsniveau einer Samsung Xclipse 530, welche im Exynos 1480 aus dem Samsung Galaxy A37 verbaut ist.

Trotz der klaren Positionierung im Einstiegssegment integriert Qualcomm eine dedizierte NPU für KI-Funktionen. Allerdings bleiben die Fähigkeiten deutlich hinter den Anforderungen für sogenannte Copilot+-PCs zurück. Weder die notwendige Rechenleistung der NPU noch Mindestanforderungen wie 16 GB RAM oder größere SSDs dürften in dieser Geräteklasse erreicht werden. Laut Qualcomm unterstützt der SoC maximal 16 GB LPDDR5(x) mit bis zu 6.400 MT/s oder LPDDR4x Arbeitsspeicher mit bis zu 4.200 MT/s, wobei die Anbindung über ein 32-Bit-Interface erfolgt.
Acer, HP und Lenovo planen entsprechende Notebooks
Zum Marktstart arbeitet Qualcomm mit etablierten Herstellern wie Acer, HP und Lenovo zusammen. Konkrete Modelle oder Termine stehen noch aus, eine Vorstellung im späteren Jahresverlauf gilt jedoch als wahrscheinlich. Es bleibt zu hoffen, dass der Snapdragon C tatsächlich nur im Einsteigerbereich verbaut wird. Sollten die verschiedenen Hersteller entsprechende Notebooks zu einem Preis über 400 Euro auf den Markt bringen, muss sich der Chip einer deutlich stärkeren Konkurrenz stellen. Besonders das MacBook Neo für derzeit 669 Euro ist hier gefährlich.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 28.05.2026
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