Snap bringt mit den Specs erstmals eine eigenständige AR-Brille für Verbraucher. Zwei Snapdragon-Chips, 51-Grad-Sichtfeld und KI-Features sollen Mixed Reality alltagstauglich machen. Der Preis setzt jedoch eine klare Hürde.
Mit den „Specs“ wagt das Snapchat-Unternehmen den nächsten Schritt in Richtung Consumer-AR. CEO Evan Spiegel hat die Brille auf der Augmented World Expo 2026 vorgestellt und positioniert sie klar als Produkt für Endkunden statt für Entwickler. Anders als frühere Spectacles arbeitet die Brille vollständig autark, eine externe Recheneinheit ist nicht notwendig. Optional lässt sie sich per USB-C mit Smartphone oder Laptop verbinden, etwa für Streaming-Anwendungen.
Im Inneren stecken zwei nicht näher benannte Snapdragon-Chips, die sowohl die Umgebungsanalyse als auch die Darstellung übernehmen. Das soll die Latenz beim Handtracking auf rund sieben Millisekunden reduzieren, ein wichtiger Faktor für glaubwürdige AR-Interaktionen.
Farbige Waveguide-Anzeige mit 51 Grad Sichtfeld
Technisch setzt Snap auf ein Liquid-Crystal-on-Silicon-basiertes Waveguide-Display mit 51 Grad Sichtfeld und bis zu 16 Millionen Farben. Damit liegt die Specs zwischen klassischen Display-Brillen und Mixed-Reality-Headsets. Snap vergleicht die Darstellung beim Arbeiten mit einem 24-Zoll-Monitor, beim Medienkonsum mit einer virtuellen 115-Zoll-Leinwand in etwa drei Metern Entfernung.
Die elektrochromatischen Gläser passen sich automatisch an Lichtverhältnisse an und wechseln innerhalb von rund zehn Sekunden von getönt zu transparent. Korrektionsgläser sollen über Partner erhältlich sein. Mit 132 bis 136 Gramm ist die Brille deutlich leichter als die bisherigen Spectacles, bleibt durch die breiten Bügel aber sichtbar ein Tech-Gadget.
Anwendungen und Datenschutz
Softwareseitig setzt Snap weiterhin auf seine „Lenses“ – interaktive AR-Anwendungen für Navigation, Gaming oder Lernen. Neue KI-Tools sollen die Entwicklung beschleunigen, unter anderem durch automatisiertes Testing und einfachere Integration bestehender Unity-Projekte.
Auch KI-Features für Endnutzer sind vorgesehen, etwa Echtzeit-Übersetzungen oder kontextbezogene Einblendungen im Sichtfeld. Beim Datenschutz verspricht Snap eine weitgehende Verarbeitung direkt auf dem Gerät. Eine LED signalisiert Aufnahmen, Nutzer sollen Kontrolle über gespeicherte Daten behalten.
Teurer Herbststart in ausgewählten Märkten
Die Specs sollen im Herbst 2026 zunächst in den USA, Großbritannien und Frankreich starten und kosten 2.195 US-Dollar. Damit bewegt sich Snap klar im Premiumsegment. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bereits rund drei Milliarden Dollar in AR-Hardware investiert.
Ob sich die Specs als „Computer auf der Nase“ etablieren, hängt weniger von der Technik als vom Ökosystem und der Alltagstauglichkeit ab. Konkurrenz gibt es aktuell kaum, aber der Preis dürfte die Zielgruppe vorerst deutlich einschränken.
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Quellen:





