Mit der neuen Snapdragon-X2-Prozessorserie startet Qualcomm einen weiteren Angriff auf den von Intel und Apple dominierten Notebookmarkt und verspricht eine enorme Performance bei niedrigem Energieverbrauch. Das Top-Modell, der Snapdragon X2 Elite Extreme, bietet sogar bis zu 5 GHz!
Wie auch schon beim gerade erst vorgestellten Smartphone-Chip Snapdragon 8 Elite Gen 5, setzt Qualcomm bei der X2-Serie auf neue Oryon-Kerne der dritten Generation, die von TSMC im 3-nm-Verfahren gefertigt werden.
Snapdragon X2 Elite Extreme: Deutlich mehr CPU- & GPU-Leistung
So stecken im Snapdragon X2 Elite Extreme (X2E-96-100) 18 Kerne, unterteilt in 12 Prime- und 6 Performance-Cores. Zwei Prime-Kerne sollen dabei eine maximale Taktfrequenz von bis zu 5 GHz erreichen, die restlichen Prime-Kerne erreichen bis zu 4,4 GHz – die Performance-Cores takten mit maximal 3,6 GHz. Dazu gibt es insgesamt 53 MB Cache.
Zu weiteren Details wie der Thermal Design Power (TDP) schweigt Qualcomm bislang. Es wird aber, wie bereits bei der bisherigen Generation, mehrere Abstufungen geben. So gibt es etwa einen X2 Elite (X2E-88-100) mit ebenfalls 18 Kernen, aber niedrigeren Taktraten, und darunter existiert noch ein X2 Elite (X2E-80-100) mit 12 Kernen und weiteren Abstrichen.

Im Single-Core die Nummer 1, im Multicore knapp hinter Apple
Qualcomm verspricht bis zu 31 Prozent mehr Performance bei gleicher Leistungsaufnahme gegenüber dem Vorgänger und bis zu 75 % mehr Leistung (bei gleicher Leistungsaufnahme) im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Hause Intel & Co. Der Stromverbrauch gegenüber dem X Elite sei zudem um 43 % geringer.
In einem ersten Benchmark von Qualcomm zeigt sich die Leistung vielversprechend: Im Geekbench 6.5 Benchmark erreicht der Chip demnach eine Single-Core-Leistung von 4.080 Punkten, womit selbst der Apple M4 Max um knapp 5 Prozent geschlagen wird. Dabei sei jedoch gesagt, dass der Chip bei einer Single-Core-Auslastung sogar bis 5 GHz hochtakten darf. Werden mehr als zwei Kerne ausgelastet, fällt der maximale Takt auf 4,4 GHz.

Ein M4 Max ist 10 % schneller
Im Multicore kann das Ergebnis ebenfalls beeindrucken. So werden 23.491 Punkte erreicht, womit sich der ARM-Chip vor einen AMD Ryzen AI Max+ 395 oder Intel Core Ultra 9 285HX setzen kann. Verwunderlich ist das aber nicht – schließlich besitzt der Snapdragon X2 Elite Extreme deutlich mehr Kerne. Ein Apple M4 Max ist wiederum 10 Prozent schneller. Da es sich hierbei um Benchmarks von Qualcomm handelt, sollten die Werte natürlich mit Vorsicht betrachtet werden.

GPU bekommt fettes Upgrade – kann aber nicht mit Apple oder AMD mithalten
War bisher die Grafikleistung bei Snapdragon-Notebooks Gegenstand von Kritik, will Qualcomm mit der X2-Serie diese deutlich gesteigert haben und verspricht einen 2,3-fachen Leistungszuwachs pro Watt. Möglich wird dies wohl auch unter anderem durch den Einsatz eines verbesserten Speicherinterfaces von 192 Bit. Auch soll jetzt Raytracing unter DirectX möglich sein.
Trotzdem schafft es Qualcomm weiterhin nicht, im GPU-Bereich mit Apple gleichzuziehen oder mit dedizierten Grafikkarten mitzuhalten. Die GPU des Apple M4 Max ist 146 Prozent schneller, eine RTX 5060 105 Prozent. Die iGPU des Ryzen AI Max+ 395 ist ebenfalls rund 70 Prozent flotter unterwegs. Am Ende hängt die Gaming-Lesitung jedoch stark von den Qualcomm-Treibern ab – und in diesem Bereich muss das Unternehmen noch kräftig nachlegen.
Jetzt auch mit PCIe 5.0
Zudem gibt es jetzt auch PCIe-5.0-Support, um unter anderen den Einsatz schnellerer SSDs zu ermöglichen. Wi-Fi 7 ist ebenfalls wieder mit dabei und wird über Qualcomms Fastconnect-7800-Einheit realisiert.
Rekordverdächtige NPU mit 80 TOPS
Qualcomms NPU soll ebenfalls deutlich leistungsfähiger sein! 80 TOPS statt 45 sollen möglich sein. Damit katapultiert sich Qualcomm auf die Spitze der derzeit im Markt befindlichen Notebook-Prozessoren. Zum Vergleich: Intels Lunar-Lake-NPU erreicht 48 TOPS. Intel und AMD werden jedoch höchstwahrscheinlich auf der CES nachziehen und ebenfalls leistungsfähigere Prozessoren mit schnellerer NPU vorstellen.

Guardian: Windows-Notebook tracken und aus der Ferne löschen
Mit der neuen Sicherheits- und Verwaltungsfunktion namens Guardian hat Qualcomm ein spannendes Feature in der neuen X2-Serie integriert, die Notebooks mit Snapdragon-Chip zukünftig etwas sicherer werden lässt. So sollen sich X2-Geräte auch dann tracken lassen, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Ein Löschen der Daten aus der Ferne soll ebenfalls möglich sein, sofern das Notebook gestohlen wurde – sehr praktisch. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Gerät mit einem WLAN-Netzwerk verbunden oder mit einem Snapdragon-X75-5G-Modem ausgestattet ist, das wiederum eine Mobilfunkverbindung herstellen kann.
Verfügbarkeit wohl im ersten Halbjahr 2026
Bis erste Notebooks oder auch weitere Geräte, wie Mini-PCs oder auch All-In-One-Systeme, mit Qualcomms neusten Chips ausgestattet sein werden, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Hier auf dem Summit in Hawaii kündeten lediglich ASUS und HP an, entsprechende Geräte auf den Markt zu bringen, ohne dabei ein konkretes Datum zu nennen. Vermutlich werden wir dazu mehr auf der CES erfahren, die Anfang Januar 2026 in Las Vegas stattfinden wird.
Mini-PC mit besonderem Design
Ein Highlight war aber auch dieser Mini-PC (Referenzdesign) in Form einer dünnen Scheibe. Specs dazu gab es leider nicht, neben 2x USB-C gab es noch einen Klinkenport und einen Slot, wahrscheinlich zur Speichererweiterung in Form einer MicroSD-Karte, wobei die neue Plattform jetzt auch SD-Express-Karten unterstützt. Dabei ist dieser Mini-PC kaum dicker als mein Notebook – echt beeindruckend. Natürlich wird dieses Modell in dieser Form nicht auf den Markt kommen, sondern dient eher als Inspiration für PC-Hersteller, wir dürfen also gespannt sein.
Hinweis: Qualcomm hat mich zum Snapdragon Summit 2025 auf Hawaii eingeladen und die Reisekosten bezahlt.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 25.09.2025
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