Die Index ist tot, lang lebe das Steam Frame: Valve hat das neue VR-Headset gestern offiziell vorgestellt und…sie wirkt sehr vielversprechend! Sie ist teilmodular aufgebaut, soll mit der Meta Quest 3 konkurrieren und hält zumindest unter der Haube einige Überraschungen parat.
Bereits gestern Nachmittag haben wir darüber berichtet, dass der Launch des Steam Frames kurz bevorsteht. Tatsächlich haben sich die Vermutungen als richtig herausgestellt und Valve hat am frühen Abend das neue VR-Headset zusammen mit einer neuen Steam Machine und einem Steam Controller vorgestellt.
Allerdings sehr unaufgeregt – die Produkte tauchten plötzlich gegen 18:55 Uhr auf der Steam-Seite auf. Ein genaues Datum zur Verfügbarkeit oder Infos zum Preis stehen noch aus. Laut Valve soll das Headset aber günstiger werden als die Index, welche zum Start ab 799 Euro verfügbar war. Zusammen mit dem Steam Frame erscheinen ebenso neue Controller für das Headset.
Steam Frame: Mit 440 Gramm leichter als die Konkurrenz
Das Design des Steam Frames erinnert mehr an eine Skibrille, womit man optisch in eine ähnliche Kerbe schlägt wie Samsung, Apple und Meta. Allerdings ist das Valve-Headset mit lediglich 440 Gramm bedeutend leichter als die Konkurrenz, was vor allem ein Vorteil bei längerem Gebrauch sein wird. Und das Beste: Im Gegensatz zu Apple und Samsung verbaut Valve den Akku direkt im Headset – der soll laut Valve für mehrere Stunden ausreichen und mit 45 Watt geladen werden. Zudem ist der Akku austauschbar.

Keine Basisstation mehr nötig – auch kein Kabel zum PC
Im Steam Frame sind ebenfalls vier Kameras und IR-Lichter verbaut, womit Basisstationen komplett überflüssig werden. Über 6-DOF kann sich das Frame zudem selbst im Raum orten und Zubehör lokalisieren. Genauso fallen die Verbindungskabel zum PC weg, da die Nutzung als klassisches VR-Headset nun kabellos funktioniert. Die Daten werden über ein 6-GHz-Dongle übertragen, wobei Valve eine neue “Foveated Streaming”-Technologie nutzt. Die Technik erinnert im Ansatz an “Forveated Rendering” und überträgt nur Teile des Bildschirms hochauflösend, auf die der Nutzer direkt schaut. Der Blick-Bereich wird dabei 80 mal in der Sekunde geprüft.
Displays: LCD statt OLED, aber mit 144 Hz
Apropos Blick-Bereich: Valve verpasst dem Steam Frame zwei LCDs, welche mit 2.160 x 2.160 Pixeln auflösen und eine Bildwiederholrate von 72 Hz bis 120 Hz unterstützten. Über den „experimentellen Modus“ können zudem 144 Hz freigeschaltet werden – auf Kosten der Akkulaufzeit. Das Sichtfeld gibt Valve mit 110 Grad an, der Abstand der Pupillen kann zwischen 60 und 70 Millimetern verstellt werden.

Smartphone-Chip, der…austauschbar ist?!
Unter der Haube kommt relativ überraschend ein Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 zum Einsatz, den wir unter anderem aus dem Samsung Galaxy S24 Ultra (Test) kennen. Warum sich Valve gegen einen Snapdragon XR2+ Gen 2 entschieden hat, der eigentlich für diesen Nutzungszweck entwickelt wurde, ist nicht klar. Durch den Verzicht auf den XR-Chip wird zudem nur ein eingeschränkter XR-Modus unterstützt. Die Umwelt wird in diesem Modus nämlich nur monochromen dargestellt. Dem SoC stehen 16 GB RAM und 256 GB oder 1 TB interner Speicher zur Seite.

Es könnte jedoch durchaus sein, dass Valve nach dem Launch neue Versionen mit anderen SoCs oder Austausch-Chips anbieten wird. Laut der Ankündigung wird der SoC auf dem Compute-Modul austauschbar sein. Damit könnte sich das Headset auch zukünftig um neue Chip-Generationen upgraden lassen. Ebenso spannend ist der Erweiterungsport mit 2,5 Gbit/s und MIPI und PCIe x1, der farbige Außenkameras unterstützt. Hierüber lässt sich das Headset also modden.
SteamOS übersetzt x86 auf ARM und Windows auf Linux
Die Performance dürfte jedoch interessant werden, da hier SteamOS zum Einsatz kommt. Das System ist offen, Gaming-optimiert und Übersetzungsebene für Windows-Spiele auf Linux. Dazu kommt nun eine Übersetzungsebene für x86 auf ARM. Entsprechende Spiele werden gekennzeichnet und sollen vorkompiliiert werden, damit die Übersetzung nicht vollständig auf dem Steam Frame stattfindet.
Mit * oder markierte Links sind „Affiliate-Links“. Mit dem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Verkaufsprovision, ohne dass du mehr bezahlst.




