Wer im MediaMarkt, Saturn oder Expert nach einem Router sucht, findet häufig Modelle vom Hersteller TP-Link in den Verkaufsregalen. Ob das noch lange so bleiben wird, bleibt allerdings abzuwarten. In den USA droht dem Hersteller nämlich ein Verkaufsverbot, das theoretisch auch nach Europa schwappen könnte.
TP-Link gehört zu den größten Anbietern von Netzwerktechnik – entsprechend viele Router des Unternehmen sind in Privathaushalten, Firmen und Behörden im Einsatz. Zumindest in den USA könnte der Hersteller aber bald vor einem Verkaufsverbot stehen, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf vertraute Quellen schreibt. Demnach wird aktuell untersucht, inwiefern die Geräte von TP-Link ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen. Ein Verkaufsverbot könnte – je nach Ausgang dieser Untersuchung – schon 2025 in Kraft treten.
TP-Link: Sicherheitslücke sorgt für Hackerangriffe
Die Untersuchungen wurden wohl ausgelöst, nachdem ein Bericht von Microsoft über chinesische Hacker-Angriffe über kompromittierte TP-Link-Router veröffentlicht wurde. So sollen chinesische Hacker tausende Router missbrauchen, um Cyberangriffe auf westliche Organisationen auszuführen. Laut dem Bericht sind die Router Teil eines Netzwerks, das als Covertnetwork-1658, xlogin oder Quad7 bezeichnet wird.

Das Netzwerk soll vor allem aus TP-Link-Soho-Routern (Small Office/ Homeoffice) bestehen, wobei der Zugriff über eine Sicherheitslücke möglich ist. Diese wurde von der Hackergruppe “Storm-0940” genutzt, um aus der Ferne Schadcode auszuführen.
Hierdurch konnten sich die Hacker seit August 2023 Daten von Microsoft-Kunden verschaffen – darunter Daten von Regierungsbehörden, NGOs, Anwaltskanzleien und Rüstungsfirmen in den USA und in der EU. Der Vorwurf: TP-Link soll seine Router wissentlich mit Sicherheitslücken ausliefern und ist nicht gewillt, diese zu beheben.
Wird auch der Verkauf in Europa betroffen sein?
Sollte die US-Regierung tatsächlich ein Verkaufsverbot beschließen, hätte das weitreichende Folgen für TP-Link. Der Hersteller würde seine Marktführer-Position in den USA verlieren und die Verkäufe würden vermutlich weltweit einbrechen. Der Verkauf in der EU und in Deutschland wären zwar zunächst weiterhin möglich, die EU könnte dem Verkaufsverbot der USA aber schnell folgen. Vor allem die kommende Trump-Regierung könnte diesbezüglich Druck ausüben.
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