Test: A.M.P. PULSE Bluetooth Headset

Geschrieben von Daniel Bogdoll am 21.01.2014.

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Mobile Produkte werden immer beliebter – und das in jedem Bereich. Das hat auch Antec erkannt und veröffentlicht mit dem „PULSE“ in seiner A.M.P. (Antec Mobile Products) Sparte das erste komplett native Wireless Bluetooth Headset. Für zwei Wochen hieß es: Bisherige Kopfhörer zur Seite gelegt, Musik-Anlage zuhause pausiert, einzig und allein das A.M.P. Pulse war die Musikquelle unseres Redakteurs.  Ob und wie sich das A.M.P. Pulse während dieser Zeit bewährt hat, lest ihr in unserem Test.

 

Technische Daten

  • Ton-Schnittstellen: Bluetooth 3.0, 3,5 mm AUX
  • Frequenzumfang: 20Hz bis 20kHz
  • Akkulaufzeit: Bis zu 8 Stunden
  • Reichweite: Bis zu 10 m
  • Audiotreiber: 40-mm-FullSpectrum-Treiber
  • Audio-Codecs: apt-X, SBC, lossless
  • Profil-Unterstützung: A2DP, AVRCP, HFP, HSP
  • Gewicht: ca. 180g
  • Stromversorgung: Eingebauter Akku (Ladefunktion per Micro-USB)

Lieferumfang

  • A.M.P. PULSE Bluetooth Headset
  • Mikro-USB-auf-USB-Kabel, Länge: 0,5 m (effektive Länge; mit Steckern 0,52 m)
  • AUX-In Kabel, Länge 1, 035 m (effektive Länge; mit Steckern 1,05 m)
  • Flugzeug-Adapter
  • Stoff-Etui
  • Mehrsprachige Gebrauchsanweisung (u.a. EN, FR, SP, DE, …) 
  • Garantiekarte
Der Lieferumfang des A.M.P. Pulse.

Der Lieferumfang des A.M.P. Pulse.

Design & Verarbeitung

Das A.M.P. Pulse ist in fünf Farb-Kombinationen verfügbar: 

  • Schwarz/Orange
  • Grau/Blau
  • Grau/Weiß
  • Schwarz/Schwarz
  • Grau/Pink
Die bunte Vielfalt des A.M.P. Pulse.

Die bunte Vielfalt des A.M.P. Pulse.

 
Seiten-Ansicht der Farbkombination Orange/Schwarz.

Seiten-Ansicht der Farbkombination Schwarz/Orange.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gehäuse besteht aus Plastik, während die Ohrmuscheln und das Kopfpolster aus einer Art Kunstleder geformt sind. Das Design ist, wie auf den Bildern zu sehen, dezent kantig und minimal gehalten, was das PULSE zu einem sehr modernen Headset macht. Dadurch, dass die Ohrmuscheln von außen angedrückt werden, verzerrt sich die Optik jedoch ein wenig, wenn man es tatsächlich trägt:

Einige Live-Bilder des A.M.P. Pulse im getragenen Zustand.

Einige Live-Bilder des A.M.P. Pulse im getragenen Zustand.

Die Verarbeitungsqualität selbst ist zunächst makellos. Im Inneren sorgt eine verschiebbare Aluminium/Plastik-Schiene für die notwendige Größendynamik und Stabilität, während von von außen jede Kante perfekt verarbeitet ist. Unser Testexemplar weist nicht einen noch so kleinen Schönheitsmakel auf. Die Knöpfe haben einen sehr angenehmen und wohl definierten Druckpunkt. Einzig der Ohrpolster-Bezug wirkt, da er sehr dünn ist, weniger wertig.

Mit 180g gehört das A.M.P. Pulse zu den absoluten Leichtgewichten, was sich dank der guten Polster oben und seitwärts auch deutlich im Tragekomfort bemerkbar macht – auch eine sechs-stündig andauernde Testphase brachte keinerlei Druckgefühl auf. Einzig, wenn man die Kopfhörer abnimmt, merkt man leicht, dass die Ohren an den Kopf gedrückt wurden, aber da dies ein „Nach-dem-Tragen“ Gefühl ist, gibt es hierbei keinerlei Abzüge.

Die Original-Verpackung des A.M.P. Pulse.

Die Original-Verpackung des A.M.P. Pulse.

 Nun zu den Kritikpunkten: Während wir selbst einen sehr hohen Trage-Komfort feststellen konnten, hat sich bei weiteren Testpersonen herausgestellt, dass das A.M.P. Pulse für kleinere Köpfe, häufiger bei Frauen anzutreffen, selbst in der kleinsten Stufe zu groß ist und rutscht. Desweiteren schwitzen die Ohren unter den Polstern mit der Zeit recht stark – während das im Winter ein eher gewünschter Effekt ist, wird es im Sommer sicherlich zu einem Problem bei anhaltender Trage-Dauer. Das größte Manko ist allerdings, dass unser Testexemplar nach etwa 1,5 Wochen Benutzung einen ersten kleinen Riss im Bügel bekommen hat – ohne, dass wir das Material explizit auf seine Festigkeit geprüft hätten, sondern durch reines Benutzen.

Features

Das Headset ist einklappbar und lässt sich somit auf einer Fläche von etwa 18 x 12 x 4 cm gut und sehr bequem verstauen. Die nötige Kratzsicherheit bietet das beigelegte Stoff-Etui, welches ebenfalls über einen Karabiner-Haken verfügt, so dass man es theoretisch überall befestigen kann.

Das eingebaute Mikrofon befindet sich im Front-Bereich der rechten Ohrmuschel, auf der sich auch alle weiteren Knöpfe und Anschlüsse befinden. Das meiste erklärt sich von selbst, während der Telefon-Schalter eins der spannendsten Features ist: Das A.M.P. Pulse ist vollständig als Freisprecheinrichtung nutzbar. Ist es also gerade per Bluetooth mit eurem Smartphone verbunden, kann man die Belegung der Knöpfe in Anruf-spezifische Funktionen wie Anrufe annehmen/abweisen, Stumm schalten etc. schnell ändern.

Eine Head-Ansicht der blau/grauen Variante.

Eine Head-Ansicht der grau/blauen Variante.

 Sobald das Headset angeschaltet wird, leuchtet die Status-LED blau auf und ein freudig-angenehmer Ton ist hörbar. Sobald sich das A.M.P. Pulse per Bluetooth verbindet, einen Anruf empfängt oder die maximale Lautstärke erreicht ist, ertönen weitere Töne – schaltet ihr es aus, wird die Startmelodie rückwärts, also eher traurig, abgespielt – dazu blinkt die LED rot. Diese akustischen Feedbacks sind sehr praktisch, da ihr schnell und intuitiv wisst, in welchem Zustand ihr seid und ob die Kopplung bereits funktioniert hat.

Technik

Unsere verwendeten Verbindungs-Testgeräte sind folgende:

  • Smartphone: Samsung Galaxy Note (Android 4.3.1 via Cyanogenmod; Bluetooth 3.0)
  • Ultrabook: Lenovo ideapad Yoga 13 (Windows 8.1 Pro; Bluetooth 4.0)

Das Verbinden per Bluetooth ging bei beiden Geräten sehr schnell, auch die Übertragung per 3,5 mm-Klinkenkabel funktioniert reibungslos. Das Kabel ist ausreichend lang, wir hätten uns über 20 cm mehr aber sehr gefreut – trägt man mehr und dickere Kleidung, wird der 1 m schon bald knapp. Schade ist, dass die Bedienung am Headset mit der Nutzung der Kabel-Verbindung komplett wegfällt, dafür wird jedoch der Akku weniger belastet. Was den klassischen Radio-Hörer freuen darf: Das Headset funktioniert mit Kabel-Verbindung als Radio-Antenne und wird vom Smartphone auch so erkannt. In unserem Test wurde dafür die App „Spirit UL (v.2013_08_10)“ genutzt.

Die einzige Variante, die keine Farbkombination enthält - einheitliches schwarz.

Die einzige Variante, die keine Farbkombination enthält – einheitliches schwarz.

Die Verbindungs-Reichweite wird mit 10m angegeben, eine Distanz, die wir in unserem Test nicht bestätigen können. Eine Verbindung ist bei dieser Distanz zwar noch aufgebaut, jedoch wird sie häufiger unterbrochen. Bis ca. 6m stabile Verbindung mit dem Smartphone sind möglich, beim Ultrabook gab es große Probleme – entfernt man sich mehr als ca. 1 m vom Gerät, bricht die Verbindung schon stark zusammen. Ein Phänomen, welches wir bei anderen Bluetooth-Geräten nicht vorfinden konnten.

Die USB-Verbindung dient ausschließlich zum Laden des Akkus, eine Datenverbindung mit einem Computer, z.B. für interne Einstellungen, ist nicht möglich. Als Stecker am Headset wird der Standard Mikro-USB verwendet. Antec wirbt damit, dass das Headset auch während dem Ladevorgang betrieben werden kann. Technisch betrachtet ist diese Information zwar sehr angenehm, in der Praxis ist das mitgelieferte USB-Kabel mit einer Länge von nur 0,5 m dann doch zu kurz.

Die Lautstärke-Regelung ist sehr fein abgestuft – vom Minimum zum Maximum gibt es fast 30 Laustärkelevel. Einzig, dass man die Knöpfe nicht gedrückt halten kann, stört ein wenig. Die Akku-Laufzeit wird mit bis zu 8h angegeben. Wir konnten bei konstant leiser Lautstärke sogar etwas mehr erreichen, bei höherer Lautstärke variiert der Wert leicht, ist aber als reale Einschätzung anzusehen. Wer viel unterwegs ist und allgemein gerne Musik hört, kommt auf jeden Fall über den Tag, wer das A.M.P. pulse sporadischer nutzt, schafft vermutlich sogar bis zu einer Woche mit einer Akkuladung.

Klangqualität

Um das A.M.P. Pulse zu testen, haben wir uns verschiedenste Test-Sound-Schemata über das Headset angehört und eine Musik-Playlist definiert, die möglichst unterschiedliche Genre und Eigenschaften beinhaltet. Hier die YouTube-Playlist in HD ohne GEMA-Einschränkungen.

Im unteren Lautstärke-Bereich hört sich das Headset ziemlich flach an, Höhen kommen kaum zur Geltung und der Bass bewegt sich in Bereichen, die man schon fast als „nicht aktiv“ bezeichnen kann – dreht man nun jedoch ein wenig auf, bessert sich die Situation. Das Tonbild wird bedeutend klarer, Mitten, Höhen wie der Bass sind gut ausgeprägt und ergeben ein stimmiges Gesamtbild mit einigen Kritikpunkten: Sehr starker Bass wird von dem Gerät schon bei mittleren Lautstärken verzerrt. Desweiteren zeigt sich bei klassischen Stücken, was im regulären Musik-Bereich zur Zeit weniger auffällt: Die Mitten sind gut, haben jedoch ihre Dynamik-Schwächen – auch den klassischen „Klavier-Test“ konnte das A.M.P. Pulse nicht mit Bravour meistern, eine bemerkbare Verzerrung ist existent. 

Ein leichtes Hintergrundrauschen ist speziell bei der Bluetooth-Verbindung vorhanden, stört jedoch nicht, sobald tatsächlich Ton übertragen wird. Der Stereo-Klang kommt bei Spielen und Filmen gut zur Geltung und weiß zu gefallen. Dazu ist wichtig zu erwähnen, dass das Headset entgegen der Aussage von Antec die Ohren nicht nennenswert abdeckt. Umgebungsgeräusche sind zu jeder Zeit hörbar, außer, man akzeptiert eine Gehör-schädigende Lautstärke. Das vermindert den puren Audio-Genuss natürlich zusätzlich durch Stör-Geräusche aus der Umgebung.

Positioniert man nun beide Lautstärke-Regler beim Maximum, so zeigt das A.M.P. erstaunliches – nämlich keine Verzerrung außer den eben erwähnten. Dabei ist die Lautstärke bereits so hoch, dass sich das Headset auch als kleine Lautsprecher auf dem Tisch eignen, eine Eigenschaft, die sehr zu gefallen weiß.

Da es sich um ein Headset und nicht um reine Kopfhörer handelt, haben wir uns natürlich auch die Skype, Teamspeak und Telefonfeatures genau angesehen. Während eine Skype-Verbindung über das Smartphone schlicht nicht zustande kam, da das Mikrofon nicht erkannt wurde, hat es nach einigem Probieren auf dem PC geklappt – das Headset hat nämlich verschiedene BLuetooth-Verbindungs-Modi: Einmal das reine, klassische Stereo und auf der anderen Seite eine Einstellung für die Headset-Funktionalität. Nachdem nun die Headset-Verbindung ausgewählt wurde, hat Skype zwar funktioniert, die Ton-Qualität auf unserer Seite hat sich jedoch maßgeblich verschlechtert und die Mikrofon-Qualität selbst kann auch nicht überzeugen, was mit der seitwärtigen Position und der Aufnahmerate zusammenhängt: Das A.M.P. Pulse schafft im Headset-Modus nur 8.000 Hz bei 16 Bit und 1 Kanal, was Mikrofon und Tonausgabe betrifft und regulärer Telefon-Qualität entspricht. Im Stereo-Modus liefert es 44.100 Hz bei 16 Bit und 2 Kanälen, was CD-Qualität entspricht.

Der Teamspeak-Test war äquivalent zum Skype-Erlebnis: Schlechte Qualität überzeugt auch hier nicht, speziell, da man den Stereo-Ausgabe Modus nicht mit dem Headset-Eingabe Modus kombinieren kann, so dass nur das Mikrofon in schlechter Auflösung senden würde. Einzig beim Telefonieren merkt man den Unterschied nicht, da die Qualität der Übertragungsrate des Funknetzes entspricht und es somit zu keiner Qualitäts-Verschlechterung kommt. 

Insgesamt ist das Klang-Ergebnis durchwachsen, da niedrige Lautstärken nicht überzeugen können und die Headset-Funktionalität mit der schlechten Übertragungsrate an Schnittstellen, die mehr bieten, nicht mehr zeitgemäß ist. Im mittleren und hohen Lautstärke-Bereich spielt das A.M.P. Pulse allerdings seine Stärken aus und liefert eine zufriedenstellende Audioleistung.

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Fazit

Mit etwa 100€ gehört das A.M.P. Pulse tatsächlich zu den günstigeren Bluetooth-Headsets auf dem Markt. Wenn man es dann vor sich liegen hat und aus der Verpackung auspackt, ist der erste Eindruck: Wow! Alles ist sehr edel, ein Bereich im Inneren der Box lässt sich sogar per Magnet öffnen. Dieser Eindruck schmälert sich mit der Benutzung jedoch ein wenig – unser Fazit: Es ist ein gutes, aber nicht komplett ausgereiftes Gerät, welches in vielen Optionen gut durchdacht wurde, dann aber in anderen, wie Qualität und Tonqualität, grobe Makel aufweist. Die Akkuleistung ist zufriedenstellend und der Funktionsumfang gut. Insgesamt ist der Preis natürlich für ein Headset dennoch hoch und somit kommen wir zu dem Ergebnis, dass das Preis/Leistungs-Verhältnis noch nicht ausgewogen ist – für das Geld sollte man zumindest in den Kern-Bereichen mehr erwarten dürfen. Wir sehen viel Potential für ein Nachfolgemodell, was die Fehler behebt und damit ein rundum solides Produkt wäre. Für Personen, die viel unterwegs sind und denen die Tonqualität ohnehin nicht zu wichtig ist, ist das A.M.P. Pulse dennoch eine Empfehlung wert: Durch das Gewicht, die Form und die Kabellosigkeit ist der Komfort unübertroffen und es macht einfach Spaß, das Headset anzugucken und zu nutzen. 

Pro

  • gute Verarbeitung mit modernem Design
  • viele Anschlussmöglichkeiten
  • gute Akkulaufzeit
  • sehr hoher Tragekomfort
  • großer Funktionsumfang
  • gute Audio-Qualität im regulären Bereich

Contra

  • potentielle Bruchstellen
  • teils durchwachsene Audio-Qualität
  • zu hoher Preis


Quelle : Antec

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Daniel Bogdoll

Daniel Bogdoll

Aachener Student, welcher sich neben dem Uni-Alltag und eigenem Kleingewerbe speziell für fortschrittlichste Technologien und deren Implementierung in aktuelle Hardware interessiert.

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