Test: Fractal Design Core 500

Außen klein, innen ganz groß

Geschrieben von Niklas Ludwig am 21.01.2016.

Fractal Design Core 500 Startbild

Das Volumen des Fractal Design Core 500 beträgt gerade einmal 19,5 Liter. Ob das Mini-ITX-Gehäuse trotz kompakter Abmessungen genügend Platz für potente Hardware bietet, erfahrt ihr in unserem Test.






Technische Daten

Material Stahl / Kunststoff
Gehäuse Mini-ITX
Formfaktor Mini-ITX
Abmessungen in mm (B x H x T)
250 x 203 x 370 mm
Netzteilunterstützung ATX, max. 170 mm oder 160 mm (modular)
PCI/AGP Unterstützung 310 mm
CPU-Kühler-Unterstützung 170 mm
I/O-Panel 2x USB 3.0, Mikrofon- und Headset-Anschluss, Power-Button
Laufwerke 1x 5,25″, 3x 3,5″,  3x 2,5″
Erweiterungskartenslots 2 Slots
Lüfter

Vorinstallierte Lüfter:
Hinten: 1x 140 mm
Optional:
Deckel: 2x 120/140 mm oder 120-/140-/-240-/280-mm-Radiator
Hinten: 1x 120/140 mm oder 120-mm-Radiator

Besonderheiten Staubfilter
Gewicht 4,4 kg
Preis ~57 Euro

Lieferumfang

  • Fractal Design Core 500
  • Zubehörbox
  • Gebrauchsanleitung
  • ein vorinstallierter Lüfter

Design & Verarbeitung

Der schwedische Hersteller bleibt seiner Designlinie auch beim Fractal Design Core 500 treu. Das Mini-ITX-Gehäuse ist komplett schwarz gehalten, lediglich die beiden Abdeckungen der Erweiterungs-Slots und der rückseitig verbaute Lüfter schimmern im klassischen Fractal Design Weiß durch.

Fractal Design Core 500 - Frontansicht Fractal Design Core 500 - Rückseite

Altbekanntes Design: das Core 500 ist wie andere Fractal Design Gehäuse schlicht gehalten und weist die typischen weißen Farbkleckse auf

Zuerst fallen die geringen Abmessungen des Mini-ITX-Gehäuses auf, das lediglich 250 x 203 x 370 mm misst und ein Gewicht von 4,4 Kilogramm auf die Waage bringt. Diese Dimensionen lassen vorerst daran zweifeln, das im Inneren Platz für potente Hardware ist – doch dazu später mehr.

Aluminium Illusion

Die Vorderseite des Core 500 scheint bei bloßer Betrachtung aus Aluminum zu bestehen. Ein Trugschluss, wie sich beim Anfassen herausstellt: Fractal Design setzt bei der Vorderseite auf Kunststoff, der jedoch so bearbeitet wurde, dass er wie gebürstetes Aluminium aussieht. Sieht schick aus und ist in Anbetracht des niedrigen Preises von circa 57 Euro durchaus legitim. Das restliche Gehäuse besteht hingegen aus Metall. Auf der eben erwähnten Vorderseite befindet sich der Einschub für ein optisches Laufwerk. Zu den Seiten hin ist ein schmaler Streifen der Frontpartie angewinkelt und dient an diesen Stellen als Lufteinlass.

Fractal Design Core 500 - Festplatten & SSD-Aufnahme Fractal Design Core 500 - Rückseite offen 

Die Front sieht aus wie gebürstetes Aluminium, besteht alllerdings aus Kunststoff (re). Um das Gehäuse zu öffnen, muss die Konstruktion aus Deckel und Seitenteilen entfernt werden

Am vorderen Rand der Oberseite befindet sich das I/O-Panel, das mit den klassischen Anschlüssen und Tasten aufwarten kann. Diese setzen sich beim Fractal Design Core 500 aus zwei USB-3.0-Ports, jeweils einem Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon, sowie dem Einschalt- und Reset-Knopf zusammen. Die Oberseite und Seitenteile des Gehäuses sind aus einem Stück gefertigt und werden als Ganzes entfernt, um Zugriff auf das Gehäuseinnere zu erhalten. Fractal Design hat die rechte und obere Seite großzügig perforiert, um an diesen Stellen einen Luftaustausch zuzulassen. Die Verarbeitung ist gewohnt auf einem hohen Niveau. Scharfe Kanten oder ähnliche Mängel konnten wir keine ausmachen.

Innenraum & Installation

Ist der Innenraum freigelegt, offenbaren sich die Designkniffe, die sich die Designer haben einfallen lassen, um entsprechend Hardware im Core 500 unterzubringen. Auf der rechten Seite befindet sich die Halterung für die Laufwerke. Diese bietet an ihrer Außenseite Platz für zwei 2,5-Zoll-Laufwerke und an der Innenseite können zwei 3,5-Zoll-Laufwerke befestigt werden. Gummipuffer entkoppeln Festplatten vom Gehäuse und verhindern die Übertragung von Vibrationen. Um ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk unterbringen zu können, hat Fractal Design dieses quasi nach außen verfrachtet. Das 2,5-Zoll-Laufwerk wird hinter der abnehmbaren Frontabdeckung angebracht. Ein weiteres 3,5-Zoll-Laufwerk kann in den vorderen ODD-Käfig eingeschoben werden, wo es unterhalb des 5,25-Zoll-Laufwerks sitzt.

Fractal Design Core 500 - Festplatten & SSD-Aufnahme Fractal Design Core 500 - Vorderer SSD Platz

An der Außenseite der Halterung finden 2 SSDs Platz (li) und eine weitere SSD kann hinter der Frontabdeckung angebracht werden (re)

Das Fractal Design Core 500 bietet Platz für ATX-Netzteile, die maximal 170 mm lang sein dürfen. Wer ein modulares Netzteil verbaut, muss sich hingegen mit einer maximalen Länge von 160 mm zufriedengeben. Die Vorrichtung für das Netzteil befindet sich im vorderen Bereich des Gehäuses. Ein bereits installiertes Kabel verbindet das Netzteil mit dem rückseitig verbauten Stromanschluss. Das Core 500 ist ein Mini-ITX-Gehäuse und nimmt dementsprechend nur Mainboards desselben Standards auf. Die Bohrungen zur Montage befinden sich auf dem Boden des Gehäuses, mit denen das Mainboard verschraubt wird. Grafikkarten werden bis zu einer Länge von 310 mm unterstützt. Der CPU-Kühler darf maximal 170 mm in die Höhe ragen.

Luft- oder Wasserkühlung – das Core 500 bietet die freie Wahl

Gerade bei so kompakten Gehäusen wie dem Core 500 spielt eine gute Kühlung eine wichtige Rolle. Schließlich staut sich die Abwärme der Komponenten deutlich schneller an als bei einem Full Tower. Daher hat Fractal Design das Gehäuse bereits mit einem 140-mm-Lüfter ausgestattet, der auf der Rückseite verbaut ist. Alternativ lässt sich auf der Rückseite ein 120-mm-Lüfter montieren. Zwei weitere Lüfter-Positionen befinden sich im Deckel, der wahlweise Lüfter mit 120 oder 140 mm aufnimmt.

Fractal Design Core 500 - Draufsicht Fractal Design Core 500 - ODD-Käfig entfernt

Der ODD-Käfig nimmt eine Festplatte und ein optisches Laufwerk auf (li), kann zur Nutzung großer Radiatoren aber entfernt werden (re)

Fractal Design hat auch an Tüftler gedacht, die ihre Hardware bevorzugt mit einer Wasserkühlung kühlen möchten. Es werden 120-, 140-, 240- und 280-mm-Radiatoren unterstützt, die mit Lüfter maximal 100 mm hoch sein dürfen. Bei 240- und 280-mm-Radiatoren muss zudem der Käfig für das optische Laufwerk entfernt werden.Eine weitere Montagemöglichkeit für Radiatoren bietet die Rückseite. Anstelle eines Lüfters kann ein 120-mm-Radiator verbaut werden, allerdings geht diese Entscheidung mit Verzicht der hinteren Festplattenposition einher.

Fractal Design Core 500 - Staubfilter Deckel Fractal Design Core 500 - Staubfilter

Das Fractal Design Core 500 ist mit drei Staubfiltern ausgestattet, die das Gehäuse vor eindringenden Staub schützen

Damit das Innere des Core 500 nicht nach wenigen Wochen von einer feinen Staubschicht durchzogen wird, hat Fractal Design auch an Staubfilter gedacht. Einer befindet sich unter der Aussparung für das Netzteil am Boden. Die anderen Staubfilter sitzen jeweils hinter den Perforierungen der rechten und oberen Seite.

Fazit

Fractal Design bietet mit dem Core 500 ein kompaktes Mini-ITX-Gehäuse an, das genug Platz für leistungsstarke Hardware bietet. An genügend Kühlungsmöglichkeiten hat der schwedische Hersteller ebenfalls gedacht und hat praktischerweise bereits einen Lüfter vormontiert. Wird statt Luftkühlung eine Wasserkühlung bevorzugt, stellt auch das kein Problem für das Core 500 dar, wobei dann gewisse Abstriche gemacht werden müssen. Angesichts der kompakten Abmessungen des Gehäuses empfinden wir das als guten Kompromiss. Gut gefallen haben uns zudem die vorinstallierten Staubfilter, die die Hardware im Inneren vor Schmutz schützen. Einzig und allein die Montage der Laufwerke bemängeln wir, da diese allesamt mit Werkzeug installiert werden müssen. Da wir ansonsten nichts zu beanstanden haben und das Fractal Design Core 500 zum Testzeitpunkt circa 57 Euro kostet, erhält es von uns den Preis-Leistungs-Award.

Fractal Design Core 500 Preis Leistung

Pro Contra
  • schlichtes Design
  • gute Verarbeitung
  • nimmt auch leistungsstarke Hardware auf
  • viele Kühlmöglichkeiten
  • Platz für drei 3,5″- und 2,5″-Laufwerke
  • Staubfilter
  • keine werkzeuglose Montage

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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