Test: In Win 303

Eine schlichte Herberge für ein High-End System

Geschrieben von Niklas Schäfer am 01.07.2016.

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Mit dem In Win 303 haben wir ein weiteres Gehäuse im Test, das trotz seiner dezenten Optik aufzufallen weiß. Ob es der Hersteller auch dieses Mal geschafft hat, ein ganz besonderes Case zu entwerfen, oder ob es sich kaum von der Masse abheben kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Technische Daten

Material

Stahl, Kunststoff, gehärtetes Glas

Gehäuse

Midi-Tower

Formfaktor

E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX

Abmessungen in mm (B x H x T)

215 mm x 500 mm x 480 mm

Netzteilunterstützung

ATX 

PCI/AGP Unterstützung

bis zu 350mm max.

I/O-Panel

2x USB 3.0, 2x USB 2.0, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Powerbutton, Resetbutton

Laufwerke

2x 3,5“ (nicht entkoppelt), 2x 2,5“ (nicht entkoppelt)

Erweiterungskartenslots

7 Slots

Kühlung

Vorinstallierte Lüfter:
Hinten: 1x 120 mm

Optionale Lüfter:
Hinten: 2x 80 mm
Unten: 3x 120mm
Oben: 3x 120mm

Wasserkühlung:
Unten: 360mm Radiator
Oben 360mm Radiator
Hinten: 120 mm Radiatoren

Lüftersteuerung

Nein

Besonderheiten

Beleuchtetes I/O-Panel, Staubfilter, getöntes Seitenfenster

Gewicht

10,88 kg

Preis

99,90 Euro

Lieferumfang

  • In Win 303
  • Montagezubehör

Design & Verarbeitung

Wenn In Win für eines bekannt ist, dann auf jeden Fall für schicke, schlichte Gehäuse. Mit dem 303 bleibt der Hersteller dem Konzept treu und erweitert das Sortiment um einen dezenten Midi-Tower. Designtechnisch wird besonderer Wert auf eine saubere Optik ohne Schnörkel gelegt, was durch den Anblick von vorn gezeigt wird. Die Front und der Deckel des Gehäuses sind aus einem Teil gefertigt und komplett verschlossen. Vorn finden wir lediglich die Anschlüsse des Frontpanels, Knöpfe für Power und Reset sowie ein Herstellerlogo. Alle diese Einsätze sind mit einer hübschen Beleuchtung ausgestattet, die das sonst fast klinisch reine Design ein wenig beleben. Möglicherweise könnte das Design für Probleme sorgen, sofern der Airflow darunter leidet – Das werden wir in unseren späteren Tests erörtern.

 In Win 303 - Vorderansicht angewinkelt In Win 303 - Seitenansicht rechts

Das In Win 303 verfügt über ein Seitenteil aus gehärtetem Glas (re). Die andere Seite weist ein Wabenmuster auf, das als Luftein/auslass dient (li).

Wie wir es von In Win kennen, wird kein einfaches Acryl- sondern hochwertigeres gehärtetes Glas für das Seitenfenster verwendet. Durch eine leichte Tönung wird die Materialgüte nochmals unterstrichen. Auf der Gegenseite sehen wir, dass das Seitenteil nicht komplett geschlossen ist, sondern Öffnungen im oberen Drittel bereithält. In Win hebt sich wiedermal von der Masse ab, indem anstelle von einfachen Löchern ein Hexagonalmuster verwendet wird. Ein ähnliches Muster finden wir auch im Heck, genauer gesagt beim Gitter des Lüfters. Von hinten betrachtet fällt sofort auf, dass In Win ein etwas anderes Innenraumkonzept verfolgt, da das Netzteil im oberen Bereich untergebracht wird.

In Win 303 - IO PanelDas Logo über dem I/O-Panel ist beleuchtet, was besonders in dunklen Umgebungen schick aussieht.

Für sicheren Stand und Schutz vor Kratzern im Boden sorgen die gummierten Füße auf der Unterseite des Gehäuses. Ebenfalls an der Unterseite befindet sich ein Staubfilter, der seitlich herausgenommen werden kann. Bei der Verarbeitung haben wir keine Mängel feststellen müssen. Das verwendete Material weist eine ausreichende Stärke auf, sodass das Case sehr robust ist. Auch die Verarbeitung des Innenraumes fällt vorbildlich aus, sodass bei der Installation der Komponenten keine Gefahr durch scharfe Kanten oder ähnliches bevorsteht.

Innenraum & Installation

Der Innenraum des In Win 303 Midi-Towers fällt äußerst übersichtlich aus, was unter anderem durch das Zwei-Kammer-Design erreicht wird. Das Netzteil im ATX-Format wird nicht wie gewohnt unten, sondern oben installiert und ist durch eine luftdurchlässige Trennwand vom restlichen Innenraum isoliert. In Win bleibt der Linie treu und setzt auch an den Aufnahmen für Lüfter im Innenraum auf das bereits erwähnte Hexagonal-Muster.

In Win 303 - KammerDas Netzteil wird in einer separaten Kammer untergebracht.

Die große Kammer, in der wir unser Mainboard in den Formaten Mini-ITX bis E-ATX verbauen, fällt dadurch größer aus, dass In Win auf herkömmliche Festplattenkäfige verzichtet. Dafür ist sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterseite des Mainboard-Trays an jeweils zwei Plätze für Laufwerke gedacht worden. Im vorderen Bereich können zwei 2,5-Zoll-Laufwerke untergebracht werden, während mit den Rückwärtigen Aufnahmen des Gehäuses auch die größeren 3,5-Zoll-Laufwerke verstaut werden können. Leider bleibt hier der Griff zu einem Schraubendreher nicht verwehrt. Werkzeuglos hingegen können Erweiterungskarten in den sieben verfügbaren Slots montiert werden.

 In Win 303 - Offen In Win 303 - Offen rechte Seite
Der Innenraum des In Win 303 fällt erstaunlich geräumig aus.

Grundsätzlich bietet In Win also jede Möglichkeit, das 303 zu einer Herberge für ein absolutes High-End-System zu machen, da wir neben einem potenten Mainboard, auch problemlos ein Multi-GPU-Setup verwenden können. Positiv zu vermerken ist der schnelle und problemlose Einbau aller Komponenten, der vor allem durch den ausgiebigen Stauraum ermöglicht wird. Ein weiterer Vorteil des großen Platzangebotes besteht im Kabelmanagement: In Win hat die Durchführungen für Kabel so platziert, dass wir diese einerseits gut verstecken können und gleichzeitig für Ordnung sorgen können. Besonders hilfreich ist der kleine Kabelschacht, der die beiden Kammern verbindet. Obwohl dieser gar nicht allzu groß ausfällt, bietet er genügend Stauraum für alle Kabel des Frontpanels und mehrere Lüfter, die im oberen Bereich installiert werden können.

Kühlung & Lautstärke

In Sachen Kühlung hat In Win ganze Arbeit geleistet. Obwohl wir zu Anfang kleinere Temperaturprobleme wegen der geschlossenen Front vermutet hatten, sind wir positiv überrascht worden. Der mutige Schritt der Verlagerung des Netzteils gibt uns die Möglichkeit, im Gehäuseboden sogar drei Lüfter mit einer Größe von 120 Millimetern zu verbauen – für ausreichend Frischluft ist also gesorgt. Da erwärmte Luft nach oben steigt, sollte es klar sein, dass die warme Luft auch nach oben aus dem Gehäuse strömen sollte. An dieser Stelle musste In Win ein wenig in die Trickkiste greifen, weil der Deckel komplett geschlossen ist. Daher sind die Lüfter oben auch so ausgerichtet, dass die die Luft durch die Öffnungen im hinteren Seitenteil aus dem Gehäuse verbannen. Zu guter Letzt befindet sich ein zusätzlicher Gehäuselüfter im Heck.

 In Win 303 - Seitenansicht Offen

Bis zu drei Lüfter können im Gehäuseboden installiert werden.

Auch Nutzer einer Wasserkühlung sollten im In Win 303 genügend Platz für Radiatoren finden: Der Boden kann mit einem 360-mm-Radiator ausgestattet werden, dessen Stärke nur eingeschränkt wird, wenn viele Erweiterungskarten benutzt werden. Oben sollte aus zwei Gründen ein eher schmaler Radiator verbaut werden: Weil der Radiator Seitlich an der Trennwand angebracht werden muss, sollte er nicht allzu schwer ausfallen, weil das Blech der Trennwand eher schwach ausfällt. Der zweite wichtigere Grund bezieht sich auf den Airflow. Je größer wir die Stärke des Radiators wählen, desto weniger Luft können die Lüfter ansaugen, weil diese der Seitenwand mit steigender Dicke immer näherkommen – 30 bis 40 Millimeter dürften jedoch kein Problem sein.

In Win 303 - Vorne, Hinten, ObenOptisch macht das In Win 303 definitiv einiges her.

Zur Lautstärke ist beim In Win 303 nicht viel zu sagen. Nur ein einziger Gehäuselüfter ist im Heck bei der Auslieferung verbaut. Für einen mitgelieferten Gehäuselüfter verhält er sich vergleichsweise ruhig, wer auf einen besonders leisen Betrieb achtet, sollte diesen jedoch austauschen. Leider finden wir im gesamten Innenraum keine Entkopplungen. Vibrationen durch Festplatten oder Lüfter könnten also durchaus auftreten.

Fazit

In Win hat mit dem 303 Midi-Tower ein solides Gehäuse mit einem gut durchdachten Konzept vorgelegt, welches nur durch kleine Unschönheiten betrübt wird. Die neue Positionierung des Netzteils und der Verzicht auf plumpe Festplattenkäfige sorgt für viele Vorteile: Neben einem deutlich größeren Platzangebot profitiert auch die Luftzirkulation im Gehäuse. Leider hat In Win nicht daran gedacht, die 3,5-Zoll-Aufnahmen auf der Rückseite des Mainboard-Trays zu entkoppeln, weshalb Vibrationsgeräusche nur vermieden werden können, wenn ausschließlich SSDs genutzt werden. Erstaunlicherweise ist es beim 303 gelungen, ein schickes Design mit einem durchgängigen Blech, das die gesamte Front und den Deckel schließt, und eine gute Kühlung zu verbinden. Letztendlich können wir das etwa 100 Euro teure In Win 303 nur empfehlen.

inwin-303k

ProContra
  • schickes Design
  • keine Entkopplung der Laufwerke
  • beleuchtetes Frontpanel
  • Montage nur teilweise werkzeuglos
  • gutes Innenraumkonzept
 
  • sehr hohe Materialgüte
 
  • einfaches Kabelmanagement
 

Alle Bilder stammen von Caseking.de

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