Test: Motorola Moto 360 Smartwatch

Klassisches Uhrendesign trifft auf Smartwatch-Technik

Geschrieben von Niklas Ludwig am 11.12.2014.

Moto 360 Startbild

Bereits vor ihrer Veröffentlichung schlug die Moto 360 hohe Wellen. So waren Fachpresse und Anwender von dem klassischen Design der Uhr angetan – endlich eine Smartwatch, die das Design einer klassischen Uhr mit der Technik einer Smartwatch vereint. Doch dann kamen erste Berichte über kurze Laufzeiten und veraltete Technik auf. Wir klären, ob sich die Befürchtungen einer langsamen Moto 360 mit kurzen Laufzeiten bestätigen oder sich als heiße Luft entpuppen.

 

Technische Daten

Display: 1,5 Zoll LC-Display
Displayauflösung: 320 × 290 Pixel
SoC: TI OMAP 3
Arbeitsspeicher: 512 MB
interner Speicher: 4 GB
Akku: 320 mAh
Abmessungen: 46 × 46 × 11 mm
Gewicht: 49 g
Übertragungstechnik: Bluetooth 4.0 LE
Schutzart: IP 67
Preis: 269 Euro

Lieferumfang

  • Moto 360 Smartwatch
  • Ladekabel
  • Ladestation
  • Kurzanleitung

Design & Verarbeitung

Äußerlich ist die Moto 360 kaum von einer klassischen Armbanduhr zu unterscheiden, da sie im Gegensatz zur Samsung Gear auf ein rundes Gehäuse setzt. Dieses besteht aus Edelstahl und fällt mit 11 Millimetern Höhe recht hoch aus, was wir nach kurzer Eingewöhnung nicht als unangenehm empfanden. Je nach Handgelenkgröße könnte die Uhr allerdings etwas klobig wirken, weshalb die Uhr vor dem Kauf, zum Beispiel in einem Mediamarkt oder Saturn, anprobiert werden sollte. Das Gehäuse ist nach Schutzart IP67 vor dem Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Somit übersteht die Moto 360 auch Abstecher in Gewässer von einem halben Meter Tiefe, vorausgesetzt sie wird dem Wasser nicht länger als eine halbe Stunde ausgesetzt.

Moto 360 - Draufsicht Moto 360 - Seitenansicht

Der Eindruck einer klassischen Armbanduhr wird durch einen Drehknopf am rechten Gehäuserand verstärkt, wie er bei vielen Uhren zum Festlegen der Uhrzeit und des Datums vorzufinden ist. Auf der Rückseite ist ein Herzfrequenzmesser ersichtlich, der beim Tragen der Uhr den Puls misst. Ans Handgelenk wird die Moto 360 mit einem Lederarmband befestigt. Dieses lässt sich durch ein reguläres Armband von 22 Millimetern Breite austauschen. Dadurch könnte beispielsweise auch ein Metallarmband, wie Motorola es zukünftig selber anbieten möchte, selber nachgerüstet werden. Mit 49 Gramm gehört die Moto 360 zu den leichtesten Smartwatches, was in einem hohen Tragekomfort resultiert.

Alltagstaugliches Display

Ein Highlight der Moto 360 ist ihr 1,5 Zoll großes Display. Zwar ist das Gehäuse rund, für das Display gilt dies allerdings nur teilweise: Am unteren Rand ist dieses durch einen schwarzen Balken unterbrochen. Motorola nutzt den abgeschnittenen Rand, um einen Helligkeitssensor zu verbauen. Wer diesen nicht in Anspruch nehmen möchte, kann die Helligkeit in fünf verschiedenen Stufen regeln. Wir empfinden Helligkeitsstufe 2 als sehr guten Wert, da sich die Uhr so gut im Freien ablesen lässt und in dunklen Umgebungen nicht unangenehm blendet.

Moto 360 - Display Moto 360 - Vorderseite 

Die Auflösung beträgt 320 × 290 Bildpunkte. Schriften werden scharf dargestellt und sowohl Farbwiedergabe als auch Kontrast überzeugen selbst bei unterschiedlichen Blickwinkeln. Damit das Display nicht zerkratzt, setzt Motorola auf Gorilla Glas 3, das am Rand etwas abfällt. Dadurch entstehen am Rand Farbsäume, die uns aber nach kurzer Zeit nicht mehr negativ aufgefallen sind.

Bedienung

Die Moto 360 wird über Bluetooth 4.0 LE (Low Energy) mit einem Smartphone gekoppelt. Als einzige Voraussetzung müssen Android 4.3 und die Android Wear App auf dem Smartphone installiert sein. Sind beide Geräte miteinander gekoppelt, kann es losgehen und die Moto 360 beginnt entsprechende Daten bereitzustellen. Dazu zählen unter anderem eingehende Nachrichten und Anrufe. Es werden auf den sogenannten Karten aber auch weitere Informationen aus Google Now bereitgestellt, wie das Wetter, die Zeit zum Arbeitsplatz und vieles mehr. Die einzelnen Karten lassen sich einblenden, indem von unten nach oben gewischt wird. Um mehr Informationen zu einer Karte zu erhalten, muss von rechts nach links gewischt werden. Sollte eine Karte hingegen keine Relevanz besitzen, lässt sich diese durch einen Wisch von links nach rechts ausblenden.

Moto 360 - Android Wear App Moto 360 - Moto Connect App

Die offizielle Android Wear App (r) und die Moto Connect App (l)

Zudem nimmt die Moto 360 Befehle über den „Ok Google“-Sprachbefehl entgegen. Mit diesem lassen sich Apps auf der Uhr öffnen, beispielsweise werden durch „Schritte anzeigen“ die gelaufenen Schritte eingeblendet. Doch auch das Verfassen von Textnachrichten ist per Sprachbefehl möglich, was jedoch die wenigsten in der Öffentlichkeit nutzen dürften. Zudem kam es bei uns des Öfteren vor, dass die Uhr erst beim zweiten Mal auf ein „Ok Google“ reagierte. Wird der seitliche Knopf am Gehäuse für längere Zeit gedrückt, wechselt die Uhr in das Einstellungsmenü. Dort lässt sich neben der Helligkeit und anderen Einstellungen auch das Ziffernblatt wechseln. Von diesen stehen insgesamt sieben zur Auswahl. Über die Motorola Connect App können die Designs den eigenen Ansprüchen angepasst werden. Alternativ kann ein eigenes Design entworfen und verwendet werden. Zudem stehen im Google Play Store weitere Designs von Drittanbietern zur Verfügung.

Als im Vorfeld bekannt wurde, dass die Moto 360 auf den recht betagten TI OMAP 3-SoC zurückgreifen wird, war die Befürchtung groß, dass dieser den Anforderungen einer Smartwatch nicht gerecht werden könnte. Immerhin kam der Single-Core-Prozessor bereits im Jahr 2010 auf den Markt. Gerade in Anbetracht dessen, dass die Konkurrenz überwiegend auf den deutlich schnelleren Snapdragon 400 setzt, war nicht ganz klar, warum Motorola auf vergleichsweise veraltete Technik setzt. Im Test zeigt sich jedoch, dass die Befürchtungen grundlos waren. Der SoC arbeitet stets schnell genug, um eine flüssige Bedienung zu gewährleisten. Verzögerungen waren zu keinem Zeitpunkt auszumachen.

Fazit

Motorola hat geschafft mit der Moto 360 eine Smartwatch abzuliefern, die das Design einer klassischen Armbanduhr mit der Technik einer Smartwatch vereint. Das Display, wenn auch nicht ganz rund, gefällt mit einer guten Bildwiedergabe und guter Ablesbarkeit im Freien. Der Tragekomfort entspricht dem einer Armbanduhr und fällt sehr gut aus. Das größte Manko der Moto 360 teilt sie sich mit allen Artgenossen: Bei aktiver Nutzung muss sie in der Regel abends wieder in ihre Ladeschale – wobei diese noch mal positiv hervorgehoben sei. Durch sie lässt sich die Uhr komfortabel aufladen und macht dabei auch noch eine gute Figur auf dem Nachttisch. Was die Moto 360 ebenfalls mit anderen Smartwatches gemein hat, ist die Frage, zu welchem Zweck man sie einsetzen möchte? Musik steuern, navigieren, Fitness-Apps ausführen, Benachrichtigungen erhalten – all das meistert die Uhr mit Bravour. Doch spätestens, wenn man eine Nachricht ausführlich beantworten möchte, folgt der Griff zum Smartphone in die Hosentasche. Wer gerne zu den Early Adopters gehört und auf eine Smartwatch gewartet hat, die nicht wie eine Sportuhr aussieht, sondern den Charme einer Armbanduhr versprüht, der wird von der Moto 360 sicherlich begeistert sein. Allen anderen raten wir dazu zukünftige Generationen abzuwarten, die (hoffentlich) längere Laufzeiten und am Beispiel der Moto ein niedrigeres Gehäuse bieten werden.

Moto 360 Award

Pro Contra
  • sehr gutes und auch im Freien ablesbares Display….
  • …das am Rand Farbsäume aufweist
  • schickes, klassisches Uhrendesign
  • geringe Laufzeiten
  • gute Verarbeitung
 
  • intuitive Bedienung dank Android Wear
 
  • Austauschbares Armband
 
   
   

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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