Test: Netgear Arlo VMS3230 HD-Sicherheitskameras

Völlig drahtlos: Beim Alro Sicherheitssystem werden die Kameras per Funk angebunden

Geschrieben von Nils Waldmann am 30.06.2015.

Arlo Sicherheitskameras Startbild

Unter der neuen Marke Arlo bietet der Netzwerkspezialist Netgear seit kurzer Zeit Produkte für die Eigenheimüberwachung an. Mit dem Arlo-Sicherheitssystem bestehend aus zwei HD-Kameras, soll in kürzester Zeit ein solides Videoüberwachungssystem realisierbar sein. Das Besondere daran: Die Kameras sind völlig kabellos angebunden und somit frei in ihrer Positionierung.

Überblick

Die Sicherheitssysteme der Netgear-Marke Arlo zielen auf die Videoüberwachung von Eigentum ab. Den Kameras ist es dabei egal, ob sie im Innenbereich oder zur Außenüberwachung eingesetzt werden. Kernrolle des Angebots von Arlo übernimmt ein Cloud-Dienst, der für das Abspeichern und Betrachten von Live-Video-Feeds sowie aufgenommenen Videosequenzen und Bildern zuständig ist. Bereits in unserem Artikel zur SpotCam HD WLAN-Kamera haben wir diesbezüglich mögliche Bedenken geäußert.

Das Arlo-System basiert auf Seiten der Hardware auf einer Basisstation, die die Abmessungen eines modernen Routers hat. Diese Station stellt das Bindeglied zwischen Heimnetzwerk / Internet und den per Funk angebundenen Sicherheitskameras des Typs VMC3030 dar. Die Kameramodule an sich, sind völlig kabellos ausgeführt. Dies bedeutet, dass die Energieversorgung über Batterien realisiert wird. Somit lassen sich die kleinen HD-Cams völlig beliebig positionieren, sofern sie noch in Reichweite der Basisstation sind.Arlo Sicherheitssystem mit 2 Kameras

 Das Arlo System besteht aus einer Basisstation und drahtlosen Kameras.

Arlo bietet sein Sicherheitssystem in verschiedenen Ausführungen an. Das kleinste Set enthält die Basisstation sowie ein Kameramodul. Unser Testexemplar ist das Set mit zwei Kameras. Für überwachungswütige Mitmenschen hat der Hersteller auch ein Paket mit drei Kameras im Angebot. Maximal lassen sich fünf Kameras mit einer Basis verbinden. Zusätzlich stehen noch verschiedene Cloud-Abonnements bereit, die Zugriff auf mehr Speicherplatz und weiteren Zugriff auf Videomaterial der Vergangenheit bieten. Außerdem ist die maximale Anzahl der Kameras und Basisstationen vom gebuchten Tarif abhängig. Die Preise reichen von 0 Euro im Basistarif bis hin zu 13,99 € im Monat bzw. 139 Euro im Jahres Abo für den Elite-Tarif. Arlo Cloud Tarife

Verschiedene Cloud-Abonnements stehen zur Auswahl. Prinzipiell genügt die kostenlose Version.

Eigenschaften

Als Energiespender für die kleinen Kameras kommen jeweils vier Lithium-Batterien (CR123) mit einer Spannung von 3V zum Einsatz. Die Kameras arbeiten intern also mit einer Spannung von 12 Volt. Bei vorkonfiguriertem Aufnahmeschema sollen die Kameras so 4 bis 6 Monate netzunabhängig operieren können. Wird ein Wechsel der Batterien fällig, muss man sich auf circa 10 Euro pro Kamera an Kosten für neue Zellen einstellen. Der erste Satz an Batterien ist im Lieferumfang enthalten.

Der Sensor der Kamera löst mit 1280 x 720 Pixel auf, wenn der HQ-Modus aktiviert ist. Damit sinkt allerdings die Batterielaufzeit. Das Video wird mit H.264 komprimiert an die Basisstation übermittelt, welche es dann an den Cloud-Dienst weiterreicht. Dafür muss eine Internetleitung mit einem Upload von mindestens 1 Mbit/s verfügbar sein. Die Bitrate eines aus dem Cloud-Portal geladenen Videos liegt bei ungefähr 680 kbit/s, was auf eine relativ starke Komprimierung hinweist.

Arlo Sicherheitskamera Schrägansicht Arlo Sicherheitskamera Frontansicht

Die Kameras verfügen weiterhin über einen Bewegungssensor, welcher essentieller Bestandteil des drahtlosen Konzeptes ist. Es wird nämlich nur dann ein Video aufgezeichnet, wenn der Bewegungssensor eine Aktivität feststellt. Somit sparen die Cam-Module Energie und gleichzeitig wird der im Basic-Abo auf 1 GB beschränkte Speicherplatz in der Arlo-Cloud geschont. Welche Kamera, was für Aktionen ausführt, lässt sich anhand von Regeln und Zeitplänen aber sehr fein konfigurieren.

Die Basisstation wird über Ethernet in das bestehende Heimnetzwerk eingebunden und bezieht ihre IP-Adresse von einem vorhandenen DHCP-Server (in den meisten Fällen wohl ein Router). Die Anbindung der Kameras erfolgt über ein separates 802.11-WLAN, welches im 2,4-GHz-Band von der Basisstation bereitgestellt wird. Bei Sichtverbindung sollen sich Kameras so bis zu einer Reichweite von 100 Metern platzieren lassen. In unserem Test waren mehrere Wände zwischen Station und Kamera kein Problem.

Einrichtung

Die Einrichtung des Systems ist als sehr einfach zu beschreiben. Zuerst werden die Batterien in die Kameras eingelegt. Anschließend wird die Basisstation mit dem Netzwerk verbunden und mit Strom versorgt. Danach erfolgt die Anbindung der Kameras an die Basis. Hierzu wird einfach ein seitlich eingelassener Knopf an der Basis gedrückt, gefolgt von der Aktivierung des Sync-Knopfes an der Kamera. Ein paar Sekunden später quittiert die Kamera durch hektisches Blinken, dass sie erfolgreich synchronisiert wurde. Dieser Schritt muss für jedes Kameramodul durchgeführt werden.

Im Anschluss wird der Cloud-Dienst konfiguriert. Dieser kann entweder per iOS- / Anrdoid-App oder über den Browser am PC erfolgen. Einzige Voraussetzung ist, dass sich das Gerät im gleichen lokalen Netzwerk befindet, wie die Arlo-Basisstation.Arlo Cloud Dienst Startseite

 Die Oberfläche des Cloud-Portals präsentiert sich sehr übersichtlich.

Nach dem man den „Mein Arlo“ Dienst aufgerufen hat, ist zunächst das Erstellen eines Account notwendig. Die Basisstation wird dabei vollautomatisch erkannt. Nach Angabe einiger Daten gelangt der Anwender dann zur Auswahl des gewünschten Cloud-Abos. Wir haben uns hier für die Basic-Version entschieden. Danach ist die Einrichtung abgeschlossen.

Montage

Die Positionierung der Kameras ist durch die fehlenden Kabel sehr einfach. Im Lieferumfang befinden sich vier Wandhalterungen. Diese werden in die Wand geschraubt und halten die Kamera als eine Art magnetisch ausgeführtes Pivot-Gelenk in jedem beliebigem Winkel. Sehr gut gefällt uns, dass der Hersteller insgesamt vier Halterungen beilegt, so können die Kameras bei Bedarf in wenigen Sekunden an anderen Stellen im Raum bzw. dem Gebäude positioniert werden.

Konfiguration und Verwendung

Trotz der sehr übersichtlichen und auf den ersten Blick einfach gestalteten Oberfläche der Website, lässt sich das System erfreulicherweise sehr gut anpassen. Dazu können neue Überwachungsmodis definiert werden, welche an Zeitpläne geknüpft werden können. Außerdem ist der Nutzer über Regeln in der Lage Aktionen auf Basis des Bewegungsmelders sehr fein einzustellen. Alle diese Einstellungen lassen sich dabei pro Kameramodul vornehmen. So es beispielsweise möglich, die abgelegene Garage mit eher minderwertiger Qualität überwachen lassen, während der Hauseingang dauerhaft aufgezeichnet wird.Arlo Cloud Dienst Bibliothek

 In der Bibliothek werden alle Aufnahmen chronologisch gelistet.

Praktisch ist die nach Tagen sortierte Bibliothek, welche alle Aufzeichnungen und Bilder, die die Kameras auf Basis von definierten Regeln gemacht haben, darstellt. Im Basic-Abo werden diese 30 Tage lang vorgehalten oder alternativ bis die 1 GB Speicherplatz voll sind.

Bildqualität

Die Kameras nutzen ihr volles Potenzial (HD-Auflösung) nur aus, wenn der Nutzer in den Einstellungen die maximale Bildqualität aktiviert. Im Auslieferungszustand findet die Kamera selbst einen Mittelweg zwischen Qualität und Energieverbrauch.

Generell ist das Bild brauchbar und kommt mit etwas Verzögerung auch flüssig auf der Cloud-Oberfläche an. Mit starkem Gegenlicht haben die Kameras aber so ihre Probleme und korrigieren die Helligkeit automatisch nicht besonders gut nach. Im Live-Feed lässt sich dieses Manko durch manuellen Eingriff korrigieren. In bereits aufgezeichneten Videos ist dies allerdings nicht mehr so einfach.

Arlo Sicherheitssystem Nachtsicht deaktiviert Arlo Sicherheitssystem Nachtsicht aktiviert

Der Nachtsichtmodus, welchen wir in einem völlig abgedunkelten Behälter getestet haben, funktioniert gut. Die automatische Umschaltung klappt einwandfrei und ist sehr schnell. Ton wird von den Kameras nicht aufgezeichnet.

Das folgende Video zeigt einen über das Cloud-Portal aufgenommene Video in maximale Auflösung.

Muss die Kamera starkes Gegenlicht kompensieren, wird das Bild schnell dunkel, wie in der folgenden Sequenz zu sehen.

Fazit

Das Arlo-Sicherheitssystem VMS3230 mit zwei HD-Kameras von Netgear ist ein durchaus interessantes Produkt für all diejenigen, die auf eine schnelle und einfache Einrichtung sowie auf eine sehr einfache Handhabung Wert legen. Die Tatsache, dass die Kameras per WLAN angebunden werden und mit Batterien laufen, macht die Positionierung äußert einfach. Einzige Beschränkung ist hier die Reichweite des WLAN. Nicht vergessen darf man jedoch, den Batteriezustand im Auge zu behalten. Leider können die Lithium-Batterien (CR123) nicht aufgeladen werden und müssen je nach Einsatz mehrfach im Jahr erneuert werden.
Der Cloud-Dienst ist bereits in der Basisversion sehr solide und bietet alle Funktionen, die für den schnellen Blick in oder auf die eigenen Vierwände benötigt werden. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten haben uns überrascht. Hier ist Netgear der Spagat zwischen guter Nutzbarkeit und vielen Funktion für erfahrene Anwender sehr gut gelungen.
In Sachen Bildqualität liefern die Kameras ein gutes Bild, man darf aber keine perfekten Detailaufnahmen von Gegenständen erwarten. Um einen Raum oder ein Außenareal im Allgemeinen zu überwachen, sind die Kameras jedoch sehr gut geeignet. Dass auf Ton verzichtet wird, ist verschmerzbar.
Preislich liegt das von uns geteste Set mit zwei Kameras (VMS3230) bei 309 Euro. Eine Zusatzkamera kann für 119 Euro erworben werden. Bei der Alternativenbetrachtung ist zu beachten, dass bei günstigeren, herkömmlichen Netzwerkkameras in der Regel noch die Anschaffung eines nicht minderteuren digitalen Video-Rekorders dazukommt.

award_empf_netgear_arlo_vmS3230k

 

Pro Contra
  • Design
  • Verarbeitung
  • sehr flexibel in der Positionierung
  • Nachtsichtmodus
  • zusätzliche Funktionen nur im Abo
  • Einsatz von Lithium-Batterien (CR123)

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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