Test: Steelseries Siberia V3 Gaming-Headset

Sehr komfortables Gaming-Headset mit selbsteinstellendem Kopfbügel

Geschrieben von Robin Cromberg am 20.02.2015.

SteelSeries Siberia V3 Startbild

Die Gaming-Headsets der Siberia-Reihe von Steelseries fallen seit jeher durch ihr unkonventionelles Design auf. Der neueste Ableger der Reihe, das Steelseries Siberia V3, weist zunächst nur marginale optische Unterschiede zu seinem Vorgänger auf. In unserem Test klären wir, welche Neuerungen Steelseries sich ausgedacht hat und wie sich das V3 im Praxistest schlägt.





Technische Daten

Frequenzbereich 10 – 28.000 Hz
Impedanz 32 Ohm
Sensitivität 80 dB
Kabellänge 1,2 m + 2 m Verlängerung
Anschlüsse 3,5 mm Klinke (4-polig),
dual 3,5 mm Klinke (3-polig) PC Adapter
Frequenzbereich Mikrofon 50 – 16.000 Hz
Gewicht 250 g
Preis  100 € UVP / 80€ Amazon

Lieferumfang

  • Steelseries Siberia V3
  • Bedienungsanleitung
  • Verlängerungskabel

Design & Verarbeitung

Beim Siberia V3 setzt Steelseries auf ein recht schlichtes Design. Auf den ersten Blick wirkt das V3 eher wie ein gewöhnlicher, alltagstauglicher Kopfhörer als ein Gaming-Headset. Beim direkten Vergleich mit dem Steelseries Siberia V2 vom Vorjahr fallen zunächst kaum optische Unterschiede auf: Der Kopfbügel besteht aus dem sehr dünnen, eigentlichen Bügel und einer direkt auf dem Kopf liegende Polsterung. Durch dieses Design ist der ummantelte Draht des Bügels praktisch nicht wahrnehmbar, es entsteht also keinerlei Druck von Oben. Der Kopfbügel ist selbsteinstellend, passt sich also automatisch an die Kopfform des Trägers an. Auch die Kunstleder-Ohrpolster ähneln denen des Vorgängers und weisen keine erkennbaren Unterschiede auf. An den Außenseiten der Ohrmuscheln hat Steelseries hingegen einige leichte kosmetische Veränderungen vorgenommen, wodurch das Headset noch einmal deutlich schlanker wirkt. Allerdings verstärkt sich dadurch auch das Gefühl, dass das Siberia V3 ein wenig zerbrechlich anmutet. Im Gegensatz zur glänzenden Kunststoffoberfläche des Vorgängers präsentiert sich das V3 in einem schicken Mattschwarz. Alternativ gibt es eine schwarz-weiße Variante.

SteelSeries Siberia V3 - Angewinkelt SteelSeries Siberia V3 - Linke Seite

Das Mikrofon des Steelseries Siberia V3 hält sich beim Auspacken in der linken Ohrmuschel versteckt und kann heraus gezogen werden, sobald es benötigt wird. Hier fällt bereits eine kleine Schwäche des Headsets auf: Es ist extrem leicht. Zu leicht, wenn man versucht, das Mikrofon einhändig hervor zu holen oder zu verstauen. Denn durch das leichte Gewicht und vor allem den lockeren Halt (eine fixe Bügeleinstellung ist nicht möglich) muss das Headset mit der anderen Hand festgehalten werden, sonst verschiebt es sich beim Verstellen des Mikrofons gleich mit. Da wohl die wenigsten ihr Mikrofon alle fünf Minuten verstauen und wieder hervor holen werden, bleibt dieses Problem ein eher marginaler Nebeneffekt des geringen Gewichts, welches einen höchst angenehmen Tragekomfort gewährleistet. Während das Headset insgesamt sehr gut verarbeitet zu sein scheint, wirkt das Mikrofon eher weniger wertig. Der Tragekomfort des Siberia V3 ist einwandfrei – die automatische Einstellung drückte zu keinem Zeitpunkt unangenehm und auch nach längerem Tragen saß das Headset noch sehr bequem.

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Eigenschaften & Klangqualität

Die Eigenschaften des Steelseries Siberia V3 sind schnell genannt. Spätestens beim Aufschlagen des dreiseitigen Handbuches fallen uns die Ausmaße der Schlichtheit auf, die das Siberia V3 an den Tag legt. Außer der Existenz eines Stummschalters für das Mikrofon sowie der Ausziehbarkeit desselben scheint der Käufer keine weiteren Informationen zu benötigen, um mit dem Headset durchstarten zu können. Optimisten könnten hier nun einwerfen, diese spartanische Ausstattung trage zu einem besseren Überblick bei, doch sind wir mal ehrlich: Bei einem Preis von stolzen 100 Euro kann man wohl zumindest einen Lautstärkeregler in jeglicher Form erwarten. Nach diesem suchen wir sowohl am Headset selber als auch am Kabel vergeblich.

SteelSeries Siberia V3 - Rechte Seite SteelSeries Siberia V3 - Vorderansicht

Die Soundqualität kann beim Spielen durchaus überzeugen, besonders die Höhen kommen gut zur Geltung. Wir haben das Siberia V3 mit actiongeladenen Titeln wie Battlefield 4 und Crysis 3 getestet und besonders vorbeipfeifende Schüsse und über uns hinweg rauschende Jetturbinen konnte das Headset sehr atmosphärisch wiedergeben. Leider schwächelt das V3 im tieferen Bereich ein wenig, Bässe und untere Mitten lassen sich am besten mit „dumpf“ umschreiben. Im Spiel zeichnet sich diese Schwäche durch Explosionen mit ein bisschen zu wenig Power aus, beim Hören von Musik ist stets ein gedämpftes aber markantes Wummern zu vernehmen. Hier könnte der Bass ein wenig wuchtiger ausfallen. Beim Mikrofontest können wir (nachdem wir es aus seiner leicht sperrigen Halterung hervor geholt haben) hingegen nichts bemängeln. Unsere Gesprächspartner vernahmen unsere Stimme klar und deutlich. Das Siberia V3 verfügt über ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel und kann somit nicht nur am PC, sondern auch an der PS4 oder sogar mobilen Geräten wie dem Smartphone verwendet werden. Gerade beim Einsatz an einer Playstation kommt das zwei Meter lange Verlängerungskabel sehr gelegen.

Fazit

Steelseries hat das Siberia V3 im Vergleich zu seinem Vorgänger optisch ein wenig aufpoliert, setzt jedoch nach wie vor auf die altbekannten Kernelemente. So ist wieder der selbsteinstellende Kopfbügel vorhanden, der zwar einen sehr guten Tragekomfort bietet, aber auch Nachteile bringt: Wem die automatische Einstellung aus etwaigen Gründen nicht passt, der muss sich mit dieser Tatsache leider abfinden, ein nachträgliches Verstellen ist nicht möglich. Das optimierte Design fällt sehr gut aus, mit eingezogenem Mikrofon könnte das V3 auch fast als reiner Audio-Kopfhörer durchgehen. Jedoch nur fast, denn hier schwächelt die Soundqualität des neuen Siberia: Während die oberen Mitten und der Höhenbereich insbesondere beim Gaming sehr gut zur Geltung kommt, lässt der tiefere Frequenzbereich zu wünschen übrig. Explosionen fehlt das entscheidende Quäntchen Power und der Bass bleibt gerade beim Musikhören ein wenig zu dumpf, auch hier wäre etwas mehr Wucht angebracht. Praktisch: Mit dem 3,5-mm-Klinkenkabel kann das V3 auch für mobile Geräte und PS4 verwendet werden. Bei letzterer kommt das 2-m-Verlängerungskabel gelegen, mit dem man sich auch etwas weiter von der Konsole weg setzen kann. Das Steelseries Siberia V3 ist ein sehr schönes, hochwertiges Gaming-Headset mit durchwachsenem Sound, doch die unverbindliche Preisempfehlung von 100 Euro ist für den gebotenen Funktionsumfang schlichtweg zu teuer. Der im Onlinehandel gängige Preis um die 80 Euro wäre unserer Meinung nach für das Gebotene angemessener gewesen.

Pro Contra
  • schönes Design
  • hochwertiges Material & Verarbeitung
  • einklappbares Mikrofon
  • exzellenter Tragekomfort
  • gute Höhen
  • Preis
  • Kopfhörerbügel nicht manuell verstellbar
  • schwächelnde Bässe

 

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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