Test: Devolo Gigagate Starter Kit

WLAN-Bridge statt LAN-Kabel

Geschrieben von Niklas Ludwig am 03.02.2017.

Devolo Gigagate Startbild

Die Anforderungen an ein Heimnetzwerk steigen stetig, schließlich gibt es immer mehr Geräte, die einen Zugang zum Internet benötigen. Devolo möchte mit der Gigagate WLAN-Bridge Abhilfe schaffen und Multimediageräte drahtlos ins Netzwerk einbinden, die nicht in direkter Nähe zum Router stehen. Wie gut das klappt, erfahrt ihr unserem Testbericht.

Übersicht

Viele Haushalte haben das gleiche Problem: Der Router steht dort, wo er am wenigsten benötigt wird. Das WLAN-Signal im Wohnzimmer ist häufig nicht mehr stark genug für schnelle Übertragungsraten und die Verkabelung mittels Netzwerkkabel ist in der Regel sehr aufwendig.

Das Gigaset Starter Kit soll sich besonders zur kabellosen Überbrückung des Internetsignals auf mittleren Distanzen eignen.

Mit der Gigagate WLAN-Bridge soll das schnelle Internet kabellos in den Raum geholt werden, wo es am nötigsten gebraucht wird. Geräte sollen sich kabellos und kabelgebunden ins Netzwerk einbinden lassen. Wir haben den Test gemacht.

Technische Details

  • Anzahl der Adapter: 2
  • Maximale Datenrate: 2 Gigabit/s
  • Anschlüsse Base: Gigabit-Anschluss, Strom-Anschluss
  • Anschlüsse Satellite: 1x Gigabit-Anschluss, 4x Ethernet-Anschluss, WiFi n
  • Maße (B x H x T): 55 x 110 x 40 mm
  • Preis:229,90 Euro

Lieferumfang

  • 1x Devolo Gigagate Bride
  • 1x Devolo Gigagate Satellite
  • 2x Netzwerkkabel
  • 2x Stromkabel
  • Kurzanleitung

Design & Verarbeitung

Die Devolo Gigagate WLAN-Bridge besteht aus zwei identisch aussehenden Geräten, die sich lediglich hinsichtlich ihrer Anschlüsse und Status-LEDs unterscheiden. Das Set setzt sich aus der Base und dem Satellite zusammen. Devolo hat sich für ein schwarzes Kunststoffgehäuse mit Seitenflächen in Hochglanzoptik entschieden.

Devolo Gigagate - Base & SatelliteOptisch sind die Base und der Satellite kaum zu unterscheiden und grenzen sich mit ihrem schwarzen Design von den dLAN-Adaptern ab.

Auf der von vorne aus betrachtet rechten Seite ziert der Devolo-Schriftzug den hinteren Bereich der Seitenfläche. Die schwarze Optik mag einen Bruch mit der bisherigen Design-Philosophie von Devolo darstellen, uns spricht das Design der WLAN-Bridge jedoch an.

Devolo Gigagate - AnschlüsseDer Satellite bietet einen Gigabit-Anschluss sowie vier Ethernet-Anschlüsse und kann als WLAN-Zugangspunkt genutzt werden.

An der Unterseite von Base und Satellite befindet sich ein Standfuß, der an den beiden Seiten herausgezogen wird. Die Base besitzt an der Rückseite einen Strom- und einen Gigabit-Anschluss, über den sie mit dem Router verbunden wird. Der Satellite bietet zusätzlich vier Ethernet-Anschlüsse und fungiert gleichzeitig als WLAN-Zugangspunkt. An die Ethernet-Anschlüsse lassen sich beispielsweise der Fernseher und AV-Receiver anschließen, die sich meistens mit geringen Übertragungsgeschwindigkeiten zufriedengeben. An den Gigabit-Anschluss wird hingegen am besten ein Gerät angeschlossen, bei dem hohe Transferraten wichtig sind, beispielsweise ein NAS. Sowohl die Base als auch der Satellite sind sehr gut verarbeitet und weisen keinerlei optische Mängel auf.

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Einrichtung & Leistungstest

Die Einrichtung von Gigagate ist kinderleicht: Wir müssen lediglich die Base per Netzwerkkabel mit dem Router verbinden und an den Strom anschließen. Den Satellite schließen wir in einem Raum unserer Wahl ans Stromnetz an. Beide Geräte bauen anschließend über das 5-Gigahertz-Netz eine drahtlose Verbindung auf, wodurch eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu zwei Gigabit pro Sekunde realisiert werden soll. Bei uns haben sich beide Geräte innerhalb kürzester Zeit automatisch miteinander verbunden und waren einsatzbereit. Ein Aufkleber auf der Unterseite des Satellite verrät uns das WLAN-Passwort, um uns kabellos mit dem Satellite verbinden zu können. Über eine Web-Benutzeroberfläche können wir anschließend diverse Einstellungen vornehmen. Beispielsweise lassen sich die SSID und das WLAN-Passwort des Satellite ändern oder der Funkmodus- und Kanal anpassen. Zudem können wir über die Web-Oberfläche ein Firmware-Update durchführen.

Devolo Gigagate - Weboberfläche Übersicht Devolo Gigagate - Weboberfläche System
Über die Weboberfläche kann das Gigagate Starter Kit konfiguriert werden.

Die Einrichtung muss in der Regel nur einmal vorgenommen werden, viel wichtiger sind da die Übertragungsgeschwindigkeiten. Schließlich soll Gigagate das Netzwerk auch in Räume bringen, bei denen das Verlegen eines Netzwerkkabels mit hohem Aufwand verbunden wäre. Um herauszufinden, welche Übertragungsgeschwindigkeiten mit der Gigagate WLAN-Bridge möglich sind, haben wir die Base an eine AVM Fritzbox 7580 angeschlossen. Den Satellite haben wir zwei Räume weiter aufgestellt. Die Distanz zwischen Base und Satellite beträgt in unserem Testaufbau rund 14 Meter, zudem muss das Funksignal zwei Wände durchdringen. Mittels der Software Iperf haben wir die Übertragungsgeschwindigkeit ermittelt. Als Server fungiert unser Testsystem, das ebenfalls per Netzwerkkabel an die Fritzbox 7580 angeschlossen ist. Ein Dell XPS 13 Laptop kommt als Client zum Einsatz, der einmal per WLAN und einmal per Netzwerkkabel mit dem Satellite im selben Raum verbunden wird.

Wenn wir per WLAN mit dem Satellite verbunden sind, erreichen wir laut Iperf rund 32 Megabit pro Sekunde, wodurch wir problemlos im Internet surfen können. Eine Internetgeschwindigkeitsmessung im Internet-Browser ergibt einen besseren Wert und besagt, dass wir unsere 100-Mbit-Leitung ausreizen können.

Devolo Gigagate SpeedtestÜber die WLAN-Verbindung des Satellites können wir unsere Internetleitung auslasten. (Quelle: wieistmeineip.de)

Deutlich schneller fallen die Messwerte von Iperf über das Netzwerkkabel am Gigabit-Anschluss aus, wo wir rund 350 Mbit/s messen konnten. Die Geschwindigkeit ist schnell genug, um auch größere Dateien über das Netzwerk zu bewegen. Über einen der Ethernet-Anschlüsse waren es 80 Mbit/s. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist also hoch genug, um beispielsweise 4K-Streaming auf dem Smart-TV zu betreiben, wozu in der Regel rund 30 Mbit/s benötigt werden. Letztendlich hängen die Übertragungsgeschwindigkeiten von der Distanz, den Hindernissen (Wände) und anderen Funknetzwerken in der Umgebung ab. In anderen Testumgebungen sind sicherlich auch bessere Werte möglich.

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Fazit

Das GigaGate Starter Kit eignet sich ideal, um allen Multimediageräten im Wohnzimmer einen kabelgebundenen Access Point zur Verfügung zu stellen. Die von uns gemessenen Geschwindigkeiten sind schnell genug, um beispielsweise 4K-Inhalte auf dem Fernseher zu streamen. Über den Gigabit-Anschluss werden sogar Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht, die auch zum Kopieren von Dateien geeignet sind. Wenn es jedoch darum geht, ein schnelles WLAN in anderen Räumen zu etablieren, empfehlen wir dLAN-Produkte, wie den dLAN 1200+ WiFi ac Powerline Adapter, da das schnelle WLAN ac lediglich zur Verbindung der Base und des Satellite vom Gigagate Starter Kit vorgesehen ist. Das Devolo Gigagate Starter Kit ist zu einem Preis von 229,99 Euro erhältlich.

Devolo-Gigagate-Award

ProContra
  • einfache Einrichtung
  • Satellite bietet nur WLAN n
  • ordentliche Übertragungsgeschwindigkeiten
 
  • ausreichend Anschlussmöglichkeiten
 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (6)

  • Markus

    |

    Bei den technischen Details (Preis) ist ein anderes Produkt verlinkt.

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo Marcus,

      vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

      Beste Grüße
      Niklas

      Antworten

  • Carsten

    |

    Schnelle WLAN-Bridge, aber schlechter Ping!? Ungestörter Multimedia-Genuss?

    Hallo Niklas Ludwig,

    der Ping liegt bei mir über die FB 7490 (WLAN-Verbindung) bei sehr guten 5ms, aber über das devolo Gigagate nur bei schlechten 25-29ms (gemessen über Android-Smartphone und der App „Speedtest.net“).

    Auch beim der Spiele-Konsole (PS4 Pro ist verbunden über LAN-Gigabyte-Anschluss des GigaGate-Satellite) stelle ich einen schlechten Ping fest, die Folge sind Lags. Z.B. liegt der Ping bei dem Spiel „Rocket League“ bei 45-70ms.
    Im Vergleich über die FritzBox-WLAN-Verbindung bei sehr guten 12-24ms. (Nachteil der Fritzbox ist aber natürlich die deutlich kürzere Reichweite und die langsamere Internet-Geschwindigkeit.)

    Können sie den schlechten Ping über des GigaGate bestätigen?

    Beste Grüße
    Carsten

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo Carsten,

      wir haben auch noch mal nachgemessen. Über die Speedtest.net App verschlechtert sich der Ping bei uns um 4ms (16 statt 12ms). Auch kabelgebunden hatten wir nur einen geringfügigen Unterschied festellen können.
      Hast du bereits das Update auf Version 1.0.4 installiert? Eventuell bringt es etwas, wenn du die Funknetze und deren Kanalbelegung in deiner Umgebung ausliest und den Kanal der Gigagate-Adapter manuell festlegst. Aber eigentlich sollten die sich selber optimal einstellen. Ansonsten würde ich an deiner Stelle mal den Devolo Support kontaktieren, ob die sich die schlechte Latenz erklären können.

      Viele Grüße
      Niklas

      Antworten

      • Carsten

        |

        Hallo Niklas,

        vielen Dank für die Überprüfung und schnelle Rückmeldung.

        Ja, ich habe bereits das Update 1.0.4 installiert – aber der Ping bleibt konstant bei nur 25-29ms, brachte also keine Verbesserung. Auch habe ich ohne Erfolg manuell einen freien Kanal gewählt. Die dreistelligen Kanäle im 5Ghz-Bereich scheinen auch (nach dem Update) noch nicht richtig „zu funktionieren“ – die Geschwindigkeit fällt unerklärlicher Weise in den einstelligen M/bit-Bereich.

        Ich hoffe, das der devolo-Support dafür bald eine Lösung hat, denn meine damaligen devolo 1200+ -Adapter hatten trotz des „schwierigen Stromkreises“ kein Ping-Problem.

        Was mich aber sehr erstaunt, dass der Ping bei der Fritzbox über WLAN (durch zwei Betondecken – Keller in die erste Etage) unverändert gut ist (Ping 5ms).

        Beim GigaGate liegt der Geschwindigkeitsverlust bei mir (Gigabyte-LAN-Anschluss) bei ca. 40% über das GigaGate.
        Bei der Fritzbox 7490 liegt der Geschwindigkeitsverlust bei ca. 80%.

        Gruß & schönes Wochenende
        Carsten

        Antworten

        • Niklas Ludwig

          Niklas Ludwig

          |

          Das ist wirklich komisch! Tut uns leid, dass wir dir bei deinem Problem nicht weiter behilflich sein können. Wir drücken die Daumen, dass devolo eine Lösung für dich findet!

          Dir auch ein schönes Wochenende
          Niklas

          Antworten

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