Was ist ein Ultrabook?

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Notebooks.

was ist ein Ultrabook StartbildMit vielen Begriffen in der Computerwelt ist es ähnlich: Plötzlich ist ein neuer Ausdruck etabliert, doch nur wenige Personen wissen, worum es wirklich geht. Neben der „Cloud“ ist das „Ultrabook“ eine eben solche Erscheinung. Der folgenden Artikel soll klären, was sich hinter dieser Bezeichnung versteckt.

Notebook, Netbook, Ultrabook: Was denn jetzt?

Dass es sich bei einem Ultrabook um eine spezielle Art von mobilen Computern handelt, dürften die meisten schon mitbekommen haben. Genau definieren lässt sich diese Geräteklasse dennoch schlecht. Am besten beschreiben lässt sich ein Ultrabook wohl als eine Zwischenlösung aus den populären Netbooks, die vor allem für die Erledigung einfacher Office-Aufgaben unterwegs gedacht sind und der teuren Subnotebook-Klasse, die maximale Leistung auf engstem Raum zur Verfügung stellt. Auch preislich liegen Ultrabooks zwischen den beiden anderen Geräteklassen.

Als das design- und hardwaretechnisch erste Ultrabook darf man wohl das Apple Macbook Air bezeichnen, auch wenn die erste Air-Generation offiziell nicht mit dem Begriff Ultrabook in Verbindung gebracht werden kann. Dieser wurde nämlich von dem Chiphersteller Intel ins Leben gerufen, um eben genau diesen flachen und leichten Geräten aus dem Hause Apple Paroli zu bieten. So sind grundsätzlich alle als Ultrabooks beworbene Geräte mit einem Prozessor aus dem Hause Intel ausgestattet und messen in der Höhe nicht mehr als 21 mm, in der Regel deutlich weniger.

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Acer Aspire S3, Quelle: Acer

Neben dem geringen Gewicht, das je nach Modell zwischen 1,1 und 1,5 kg variiert, sind es vor allem die kompakten Abmessungen, die Ultrabooks so reizvoll machen. Ausgestattet mit Displaydiagonalen zwischen 11 und 13 Zoll greift man hier auf die Formate von Subnotebooks und kompakten Standardnotebooks zurück, sodass ein Ultrabook einfach und unaufällig zwischen Mappen und dem Notizblock in der Aktentasche verschwindet.

Ultrabooks: Einfach nur ein größeres Netbooks?

Dass es sich bei den Ultrabook-Geräten um weit mehr als nur Netbooks mit größeren Displays handelt, erkennt man bereits mit einem flüchtigen Blick auf die technischen Daten: So verfügen alle aktuellen Ultrabooks über einen Core i5 oder i7 Prozessor der Sandy Bridge Generation, der dem sogenannten ULV-Segment zugerechnet wird. Die Abkürzung ULV steht in diesem Zusammenhang für Ultra Low Voltage und gibt an, dass die CPU mit einer niedrigeren Betriebsspannung als übliche Notebookprozessoren betrieben wird, was sich in einer gesenkten Leistungsaufnahme und zugleich auch in einer geringeren Taktfrequenz niederschlägt. Somit sind Ultrabooks nicht nur weitaus leistungsfähiger als Netbooks, sondern sollen auch mindestens vergleichbare und höhere Akkulaufzeiten aufweisen.

Weniger Gerätevolumen = Weniger Speicherplatz?

Beim Datenspeicher greifen die ultraflachen Ultrabooks auf die moderne und um ein Vielfaches flottere Solid State Drive Technologie zurück, bei der die herkömmliche Festplatte mit rotierenden Datenscheiben, durch schnellen Flashspeicher ersetzt wurde. Somit besitzen Ultrabooks Fähigkeiten, die man eigentlich nur von Tablets gewöhnt ist. Zu nennen wären hier das superschnelle Aufwachen aus dem Standbymodus sowie Standbyzeiten von bis zu einem Monat. Ultrabooks sind also nicht nur kompakt, sondern sollen auch immer einsatzbereit sein.

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ASUS Zenbook (UX31), Quelle: ASUS

Die Schattenseite von Solid State Drives ist allerdings der Preis, welcher in den letzten Jahren zwar stark gefallen ist, aber immer noch über denen von Festplatten liegt. Damit ein Ultrabook also einigermaßen bezahlbar bleibt, besitzen viele Modelle nur 128 GB Speicherplatz für die persönlichen Daten. Einige Geräte setzen zwar noch auf eine Festplatte mit 320 GB, können dann aber nicht das volle Potenzial der aktuellen Technik ausreizen.

K.O-Argument: Der Preis?

Durch die Erwähnung des Mac Book Airs am Anfang des Artikels kann man etwa erahnen, in welche Richtung sich der Preis entwickelt. Intel hatte mit der Einführung des Ultrabook-Begriffs eine Preisregion um die 1000 € angepeilt, welche aber von den meisten Modellen bekannter Hersteller deutlich übertroffen wurde. Aktuell sind aber bereits durchaus Ultrabooks von beispielsweise ASUS, HP oder Lenovo angekündigt oder verfügbar, die für 999 € verkauft werden (sollen). Das S3 von Acer ist sogar noch günstiger und war zum Zeitpunkt der Artikelerstellung bereits zu einem Straßenpreis von unter 700 € verfügbar. Bei diesen Geräten handelt es sich dann aber um die technische Minimalausstattung.

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Lenovo U300S, Quelle: Lenovo

Wer ein Gerät mit mehr Leistung benötigt, stößt schnell in Preisregionen vor, die bis jetzt den Subnotebooks vorbehalten war. Hier führt Apple mit seinem knapp 1500 € teuren MacBook Air die Rangliste an. Die insgesamt noch relativ hohen Preise sind angesichts der schicken und kompakten Geräte, nach denen definitiv eine Nachfrage zu bestehen scheint, allerdings nicht verwunderlich. Ob man aktuell unbedingt zu einem Ultrabook greifen muss, bleibt deshalb fraglich. Wer jedoch ordentliche Leistung verpackt in einem kompakten Desing benötigt, für den sind die neuen Gerät eigentlich prädestiniert – diese Vorzüge muss man dann aber auch gut bezahlen.

Und die Zukunft?

Aktuell befinden sich die Ultrabooks der ersten Generation in den Regalen der Elektronikfachhändler. Bereits in der ersten Hälfte 2012 darf aber wohl die zweite Generation mit einer neuen Prozessorgeneration (Ivy Bridge) erwartet werden, die bei gleicher Leistungsaufnahme höhere Grafik- und Rechenleistung bieten wird. Die sogenannte dritte Generation der Ultrabooks ist auch schon in Planung, diese Evolutionstufe soll 2013 Einzug halten.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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