Test: HTC Velocity 4G – LTE-Smartphone

Geschrieben von Nils Waldmann am 06.03.2012.

HTC Velocity 4G Test Startbild

Die Aufmerksamkeit war groß, als Vodafone im Rahmen einer Pressekonferenz Mitte des vergangenen Monats das erste LTE-fähige Smartphone für Europa vorstellte. Das Gerät kommt von der Firma HTC und hört auf die Bezeichnung Velocity 4G. Wir haben das neue LTE-Smartphone in einem ersten Test unter die Lupe genommen.





Highlights

  • Qualcomm 1,5 GHz Dualcore-Chip
  • vollständig LTE-fähig
  • 8-MP-Kamera mit Dual-Fotolicht
  • 4,5-Zoll-Display mit qHD-Auflösung

 

Hintergrund Informationen zu LTE

Das Kürzel LTE steht für Long Term Evolution und stellt eine konsequente Weiterentwicklung des UMTS/HSDPA-Protokolls dar. In den Medien wird LTE oft als Mobilfunkstandard der vierten Generation oder 4G beschrieben. Neben der Senkung der Reaktionszeiten im Vergleich zum aktuell weitverbreiteten 3G-Netz, steigen mit LTE vor allem die theoretisch möglichen Datenraten stark an.

Geschwindigkeiten_im_Mobilfunk

So können, bei entsprechender Kapazität der Funkzelle, LTE-fähige Geräte Daten mit bis zu 100 Mbit/s empfangen und 50 Mbit/s versenden. Auf dem Papier ist LTE somit schneller als viele fest installierte DSL-Anschlüsse. In Deutschland sind die beiden großen Mobilfunkprovider Vodafone und Telekom bereits dabei ihre Netze in Ballungszentren, wie der Region Köln-Düsseldorf, auf das LTE-Netz zu aktualisieren oder haben dieses bereits getan.

 

Technische Daten laut Hersteller

Allgemeines

  • Farben: weiß
  • Kapazität: 16 GB
  • Maße: 128,8 x 67 x 11,27 mm
  • Gewicht: 163,6 g
  • Android 2.3 mit HTC Sense
  • Artikelbezeichnung: HTC Velocity 4 G

Mobilfunknetz und Wi-Fi

  • LTE
  • UMTS/HSPA+/HSUPA/GPRS/EDGE
  • W-CDMA
  • 802.11b/g/n Wi-Fi
  • Bluetooth 3.0

Display

  • 4,5″ Multi-Touch-Widescreendisplay (11,43 cm Diagonale)
  • 540 x 960 Pixel
  • qHD-Auflösung

Kamera

  • 8 Megapixel
  • Autofokus
  • Dual-LED-Blitz
  • Videoaufnahmen in HD (1080p)
  • 1,3-MP-Frontkamera

Akku

  • Sprechdauer bis 310 Minuten im 3G-Netz, bis zu 460 Minuten mit 2G
  • Standby-Dauer bis zu 248 Stunden (3G), 293 Stunden (2G)
  • Kapazität: 1620 mAh
  • Typ: Lithium-Ionen

 

Design & Verarbeitung

Unser Testsample des Velocitiy 4G kommt in Weiß daher und hinterlässt in dieser Farbgestaltung einen sehr edlen und modischen Eindruck. Während die Front fast vollständig von dem 4,5 Zoll großen Multi-Touch-Screen eingenommen wird, ist die Rückseite von einer silber-grauen Fläche geziert, die einen schönen Akzent setzt. Überhalb des Displays befinden sich die Lautsprecher sowie Helligkeitssensor und die 1,3 MP starke Frontkamera für die Videotelefonie. Unter dem Touchscreen sind die für Android-Telefone üblichen Touchtasten angeordnet, im Falle des Velocity 4G vier an der Zahl. Zudem prangt ein zierlicher HTC-Schriftzug am Kopf des Gerätes.

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Die seitlichen Flächen des LTE-Smartphones sind ähnlich minimalistisch gestaltet. So findet sich auf der rechten Seite die Lautstärkeregelung, links unten ist die Micro-USB-Schnittstelle für den Datentransport und die Stromversorgung eingelassen. Während die Unterseite keine Bedienelemente aufweist, ist auf der Stirnseite der Powerknopf sowie die 3,5-mm-kopfhörerbuchse eingelassen. Anders als beispielsweise das Apple iPhone 4S, läuft das HTC Velocity 4G zur Rückseite hin von allen Seiten schräg zu, was die Ergonomie des Gerätes verbessern soll – und in der Tat liegt das mit knapp 11,3 mm relativ dicke Smartphone gut in der Hand.

Verarbeitung

In Sachen Verarbeitungsqualität gibt sich HTC keine Blöße und liefert ein ordentlich zusammengesetztes Gerät ab, wie man es in dieser Produktkategorie erwarten würde. Das ganze Smartphone wirkt wertig, was mitunter an dem hohen Gewicht von über 160 Gramm wiegt, welches sogar das des aus Glas und Aluminium gefertigten iPhone 4(S) (Testbericht) übertrifft.

 

Smartphone in der Praxis

Aufgrund des schnellen Qualcomm APQ 8060 Dualcore-Prozessors mit einer Taktfrequenz von 1,5 GHz braucht man sich über die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit des Gerätes keine Sorgen zu machen. Auch anspruchsvollere Multimediainhalte kann das Violocity 4G ohne Probleme verarbeiten. Wie bei allen aktuellen Smartphones ist der kapazititve Multitouchscreen das Kernstück des Gerätes. Im Falle des HTC Produktes kommt an dieser Stelle ein brilliantes Display zum Einsatz, das sehr kräftige und scharfe Farben wiedergeben kann. Auch die Eingabe über den Touchscreen funktioniert ohne Probleme und Verzögerungen.

htc-velocity-4g-2

Für das eigentliche Highlight des Velocity 4G sorgt ein anderer Qualcomm Chip, der die Bezeichnung MDM9200 trägt und für die LTE-Fähigkeit des Gerätes zuständig ist. In den durchgeführten Speedtests konnten wir im Zentrum von Düsseldorf bis zu 35 Mbit/s im Downstream erreichen. Im Redaktionssitz, am Rand von Kölln, wo offiziell noch kein LTE von Vodafone verfügbar ist, waren, mit einem Empfangsbalken in der oberen rechten Displayecke, immerhin 14 Mbit/s möglich. Insgesamt zeigen diese Zahlen relativ eindrucksvoll, was mit der neuen Technik möglich ist. So sind beispielsweise YouTube-Videos in Sekunden geladen und das Interneterlebnis auf dem Smartphone nähert sich immer mehr der Geschwindigkeit von kabelgebunden Internetleitungen an.

Schlusswort

In Sachen Verarbeitung und Geschwindigkeit weiß das HTC Velocity 4G zu überzeugen. Auch die Bedienung ist dank der HTC Sense Oberfläche flüssig und einfach über das hochauflösende Display möglich. Vor allem aber die Fähigkeit, in ausgewählten Gebieten bereits mit dem Mobilfunkstandard der Zukunft online gehen zu können und wahnsinnig schnell durch das Netz zu surfen, lassen das Velocity 4G positiv herausstechen.

Verfügbar ist das Telefon seit dem 1. März bei Vodafone und kann dort entweder mit einem passenden LTE-Vertrag (je nach Tarif bereits ab 49,90 € Zuzahlung) oder ohne Vertragsbindung für 599,90 € erworben werden. Aufgrund der mangelnden LTE-Versorgung der Discounter-Provider macht dies aber wohl nur bedingt Sinn. Denn wer dieses Smartphone sein Eigen nennt, will bestimmt nicht auf die LTE-Fähigkeit verzichten. Ein teurer Spaß ist die ganze Angelegenheit zurzeit dennoch, dies sollte sich aber in den nächsten Monaten, mit größer werdener Akzeptanz des LTE-Standard, ändern.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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