Test: Apple iPhone 6 – rundum durchdacht

Das bekommt der Anwender für knapp 700 Euro

Geschrieben von Eva L. López am 26.10.2014.

iPhone 6 Startbild

Rekorde über Rekorde brechen Apples neuste High-End-Smartphones iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Noch nie gingen mehr Smartphones an einem Erstverkaufswochenende über den Tresen – 10 Millionen Stück. Noch nie gab es die iPhones bereits sechs Wochen nach deren Einführung in so vielen Regionen zu kaufen – in 69 Ländern. Kaum verwunderlich, dass auch noch Apples Verkaufszahlen im vierten Quartal alle Rekorde bricht – 42,1 Milliarden US-Dollar setzte das Unternehmen um. Eines dieser Erfolgsgaranten, das iPhone 6, haben wir für euch getestet.

 

Technische Daten

  • Prozessor: 1,4-GHz-Dual-Core-Chipsatz (Apple A8)
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Speicher: 16 GB intern
  • Displaydiagonale: 4,7 Zoll
  • Auflösung: 1.334 x 750 Pixel
  • Konnektivität: WLAN (a/b/g/n/ac), HSPA+, LTE
  • Frequenzbänder: Quadband, W-CDMA
  • Bedienung: kapazitiver Multitouchscreen
  • Kameras: 8-MP-Rückkamera
  • Betriebssystem: iOS 8.1
  • Akku: 1.810 mAh
  • Abmessungen: 138,1 x 67,0 x 6,9 mm
  • Gewicht: 129 g
  • Farbvarianten: Schwarz, Weiß
  • Preis: 749 Euro UVP

Lieferumfang

  • iPhone 6
  • USB-Kabel
  • Netzadapter
  • Headset

Design & Verarbeitung

Nimmt man das iPhone 6 zum ersten Mal in die Hand, werden zwangsläufig zunächst die haptischen Empfindungen angesprochen: Das Smartphone fühlt sich gut an. Es ist leicht und liegt angenehm in der Hand. Die Herstellerangaben bestätigen, dass das iPhone 6 mit 129 Gramm ein geringes Gewicht hat. Das iPhone 6 ist mit 6,9 Millimetern zudem sehr dünn. Es hat verglichen mit den iPhones der 5er-Reihe abgerundete Ecken und erinnert somit an ältere Modelle (iPhone 3, 4, 4s) und an die neueren iPods. Durch seine Leichtigkeit und Geschmeidigkeit scheint die Gefahr ungleich höher, dass es aus der Hand rutscht, als dass es verbogen wird. Insgesamt hat man hat das Gefühl, mit dem iPhone 6 ein ganzheitlich durchdachtes Smartphone in seinen Händen zu halten.

iPhone 6 - Draufsicht Display An iPhone 6 - Untere Rückseite

Die neuen iPhones haben deutlich an Größe dazugewonnen. Das iPhone 6 misst 138,1 x 67,0 x 6,9 mm und hat ein 4,7 Zoll großes Retina-Display. Der US-amerikanische Multikonzern beugt sich damit dem Trend nach immer größer werdenden mobilen Endgeräten. Es lässt sich sicherlich als Schwäche auslegen, dass Apple nicht wie gewohnt einen Trend vorgibt, sondern ihm hinterherläuft. Doch auch ein für Innovationen bekanntes Unternehmen muss letztlich auf die Wünsche seiner Käufer eingehen.

Fertigung

Das iPhone 6 ist aus durchgehend eloxiertem Aluminium gefertigt, das in den Farben Gold, Silber und Space-Grau geliefert wird. Der Übergang vom Aluminium zum Retina-Display ist Dank der Rundungen fließend und nur leicht zu spüren. Auf der Smartphone-Rückseite hat sich einiges zu seinen Vorgängermodellen verändert: Die Rückkamera befindet sich zwar wie gehabt oben links, allerdings sticht sie wenige Millimeter hervor. Da das iPhone ansonsten durchgängig glatt ist, wird hier mit dem Design gebrochen. Heiß diskutiert ist die Frage, ob das iPhone flach auf dem Tisch liegend zum Wackeln tendiert. Uns ist dies beim Testen widererwarten nicht negativ aufgefallen. Wenn man viel Druck auf die der Kamera gegenüberliegende Seite des Displays ausübt, gibt es einen Wippeneffekt. Allerdings besteht kein Grund, genau dort zuzudrücken, schließlich reagiert das Touch-Display bereits auf leichte Berührungen. Einzig der Home-Button muss durch festes Drücken bedient werden. Da sich dieser jedoch am unteren Feld des iPhones befindet, bewegt sich das iPhone beim Bedienen nicht. Das iPhone 6 ist so ausbalanciert, dass wir beim Testen des Home-Buttons nicht das Gefühl hatten, dass es überhaupt uneben ist.

iPhone 6 - Unterseite Phone 6 - Seitlich Rechts

Allerdings stellt sich uns die Frage, ob das Kameraglas nun nicht schneller beschädigt werden kann. Das eingebaute Glas ist zwar für seine Kratzsicherheit bekannt, dennoch wird die Kamera sicherlich eher scharfen Gegenständen ausgesetzt sein als wenn es auf einer Ebene mit der Aluminiumverkleidung liegen würde. Auffällig sind außerdem zwei Plastikstreifen an der hinteren Unter- und Oberseite: Diese sind notwendig, damit die Antennen im Inneren mit der Außenwelt kommunizieren können und nicht durch das Aluminium geblockt werden. Die Streifen lassen das iPhone 6 optisch kleiner wirken und nehmen der Rückseite die klassische Schlichtheit, mit der die iPhones sonst punkten konnten. Unseres Erachtens wirkt das iPhone dadurch sportlich-chic; aber Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. Eine weitere Veränderung zu den Vorgängermodellen ist die Standby-Taste, die sich erstmals seitlich rechts statt oben auf am Smartphone befindet. Die Verlegung ist sicherlich der Bedienbarkeit geschuldet, da ob der Größe nicht jede Hand bequem an den oberen Bildschirmrand kommt.

iPhone 6 - SIM Slot IMG_1512

Außerdem hat der Home-Button eine neue Funktion erhalten, welche die Bedienung erleichtern soll. Beim zweifachen Antippen dieses rutschen die Icons in die untere Bildschirmhälfte, damit der Nutzer sie mit einer Hand einfach erreichen kann. Ansonsten hat der Home-Button den vom iPhone 5s bekannten Touch ID Sensor, der essentiell für Apples neues Bezahlsystem Apple Pay ist. Die Lautstärketasten befinden sich wie gehabt am linken Rand und der Nano SIM-Karten-Slot am rechten. An der Unterseite sind der Lightning- und der Kopfhörerausgang sowie das Mikrofon und die Lautsprecher. Überraschenderweise gibt es keine zwei Lautsprecher, sondern nur einen.

Display

Das 4,7 Zoll große Display des iPhone 6 hat eine Auflösung von 1.334 x 750 Pixeln, woraus eine Pixeldichte von 326 ppi (pixel per inch) resultiert. Das Retina-Display besitzt eine LED-Hintergrundbeleuchtung, die für einen Kontrast von 1400:1 sorgt. Dank des IPS-Panels wirken die Farben sehr klar und kräftig und sind sehr blickwinkelstabil. Allerdings fällt uns beim direkten Vergleich mit dem iPhone 5 kein signifikanter Unterschied auf. Da das iPhone 5 bereits ein sehr gutes Display hat, ist dies nicht unbedingt negativ.

Beide Smartphones zeigen auch bei geringster Helligkeitsstufe noch klare Konturen und auch die Texte sind bei normalen Lichtverhältnissen noch lesbar. Allerdings reflektiert, wie vom Retina-Display bekannt, der Bildschirm doch recht leicht. Der Bildschirm hat eine fettabweisende Beschichtung auf der Vorderseite. Es mag an unseren Fingern liegen, aber wir merken von der Beschichtung nichts. Nachdem das iPhone 6 die letzten Stunden intensiv benutzt worden ist, sieht das Display auch dementsprechend aus.

Leistung & Multimedia

„Außen dünner. Innen mehr.“, so wirbt Apple selbstbewusst um seine neuen iPhones. Ob sich das bewahrheitet, zeigt der Blick auf die Hard- und Software. Erstmals ist ein A8 Chip mit 64-Bit Architektur und ein M8 Motion Coprozessor eingebaut. Das iPhone 5s hat einen A7-Prozessor, der noch von Samsung produziert wurde. Der neue Prozessor wurde hingegen erstmals vom taiwanesischen Unternehmen TSMC entwickelt.






Beim Testen hat das iPhone stets schnell und zuverlässig reagiert, auch wenn viele Anwendungen geöffnet waren. Die Benchmark-Ergebnisse bescheinigen dem iPhone ebenfalls eine sehr gute Leistung. Jedoch fanden diese mit dem Safari-Browser statt. Normalerweise nutzen wir stets Chrome, um eine bessere Vergleichbarkeit zu garantieren. Unser Testgerät produzierte bei den Benchmarks mit Chrome allerdings so schlechte Ergebnisse, dass wir uns gezwungen sahen Apples hauseigenen Browser für die Benchmarks zu verwenden. Unser Testgerät läuft mit iOS 8.1, das auf den ersten Blick keine großen Veränderungen zu iOS 7 mit sich bringt. Das Design bleibt erhalten, neue und verbesserte Funktionen machen sich oft erst mit der Zeit bemerkbar. Zwei Funktionen fallen allerdings schnell ins Auge: Klickt man zweimal auf den Home-Button werden neben den geöffneten Programmen auch die zuletzt genutzten Kontakte angezeigt. Der Mehrwehrt dieser Funktion erschloss sich uns beim Testen nicht, da sich im Telefonbuch Favoriten speichern lassen und auch die Anrufliste nur ein Klick entfernt ist. Außerdem wirkt der Modus leicht überladen. Durchaus sinnvoll ist hingegen die Abspeckung des Mitteilungszentrums. Statt wie unter iOS 7 drei Tabs angezeigt zu bekommen, beschränkt sich iOS 8 auf zwei („Heute“ und „Mitteilungen“).

 iPhone 6 - Draufsicht Display AusiPhone 6 - Rückseite

Hier wurde das Design durchaus entschlackt. Schön ist auch, dass die dort angezeigten Nachrichten sich jetzt mit einem Wisch beantwortet lassen. Insgesamt lässt sich sagen, dass das neue iOS ein wie üblich intuitiv zu bedienendes Betriebssystem ist. Viel Neues ist nicht hinzugekommen, die Devise bei Apple scheint eher zu sein: Never change a winning team. Mehr Energie hat der Konzern anscheinend in die sogenannte Continuity gesteckt. Der Begriff beschreibt die bessere Verzahnung von iOS mit Apples Computerbetriebssystem OS X Yosemite. Es ist sicherlich interessant zu erfahren, wie gut das Zusammenspiel in der Realität funktioniert. Lassen sich tatsächlich die Emails auf dem mobilen Endgerät anfangen und auf einem Mac problemlos vervollständigen? Leider konnten wir das (noch) nicht testen.

Kamerafunktionen

Eines fällt im neuen iOS 8 doch schnell auf: Die Kamera. Apple hat hier in der Soft- und Hardware nachgerüstet, insbesondere in Sachen Videos. In der Kamera-App sind eine Zeitraffer- und eine Slow Motion-Funktion integriert. Beides funktioniert problemlos, besonders das Videodrehen in Slow Motion macht richtig Spaß. Der Zeitraffer erledigt seine Aufgabe zwar tadellos, doch er spult die Bilder mit allzu hoher Geschwindigkeit ab. Hier vermissen wir die Möglichkeit, die Geschwindigkeit manuell anzupassen, wie es die Instagram-App Hyperlapse vermag. Nachgelegt hat Apple auch in puncto Bildbearbeitung. Neben der automatischen Bildkorrektur und einer Filterauswahl, lässt sich das Foto nicht mehr nur zuschneiden sondern auch neu ausrichten. Des Weiteren können Licht und Farbe nachjustiert werden, beispielsweise kann der Kontrast erhöht und die Sättigung runtergeschraubt werden. Hier ist der 4,7 Zoll Display ein echter Gewinn.

iPhone 6 - Stehend iPhone 6 - Rückseite

Auf dem kleineren iPhone 5s ist die Bedienung schwieriger, da die Symbole gerade für größere Hände doch sehr klein ausfallen. Um Bilder bearbeiten und witzige Slow Motion-Videos drehen zu können, muss man natürlich zunächst die Kamera benutzen – und das lohnt sich! Hier kommen wir zum Herzstück des iPhone 6: Die sogenannte iSight Kamera (Rückkamera) kommt mit 8-Megapixeln mit 1,5 µ Pixeln und einer ƒ/2.2 Blende aus. Auf dem Papier wirkt das erstmal nur zweitrangig, da beispielsweise das Samsung Galaxy S5 mit 16 Megapixeln aufwartet. Doch gerade bei dem iPhone 6 sieht man, das die Anzahl der Pixel nicht das Ein und Alles ist. Die technische Abstimmung ist im Test überzeugend. Der Autofokus arbeitet beim Fotomachen und vor allem beim Videodreh schnell und zielsicher.

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Fazit

Mit dem iPhone 6 hat Apple ein solides High-End-Smartphone auf dem Markt gebracht. Auch wenn keine großen Innovationen vorgestellt worden sind, bestätigt unser Test, dass das iPhone 6 ein gut funktionierendes, schnelles und zuverlässiges Smartphone für den High-End-User ist. Das Betriebssystem iOS bringt eher kleine statt große Erneuerungen mit sich, verlangt dafür routinierten iPhone-Nutzern keine großen Umstellung ab. Uns sagt insbesondere das Design des Smartphones zu, weder die hervorstechende Kamera hat sich in der Praxis als Schwachpunkt gegeben noch ist die Größe störend. Überhaupt, das Herz- und Prunkstück ist die Kamera. Wer Freude daran hat audiovisuell seinen Alltag und seine Erfahrungen festzuhalten, für den ist das iPhone 6 ein optimaler Begleiter. Das iphone 6 mit 16 GB gibt es unter anderem bei T-Mobile oder Amazon zu kaufen. Bei letzterem beträgt der Preis ohne Vertragsbindung 749 Euro.

iPhone 6 AwardPro

  • schickes Design
  • sehr gute Verarbeitung
  • sehr gute Kamera
  • Retina-Display
  • hohe Leistung

Contra

  • Akku fest verbaut
  • Speicher lässt sich nicht erweitern
  • Preis
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Eva L. López

Eva L. López

ist Technikjournalistin und die erste weibliche Redakteurin bei Allround-PC. Derzeit macht sie ihren Master in Datenjournalismus in den Niederlanden. Überhaupt, sie sucht immer wieder das Abenteuer im Ausland. Ihre Neugierde verdankt sie auch den großen Ansporn, als Journalistin zu arbeiten. Dabei beschäftigen sie nicht nur Technik, sondern auch die Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft.

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