Test: LG G3 Smartphone

Geschrieben von Niklas Ludwig am 07.08.2014.

LG G3 Startbild

Die heutigen Smartphone-Topmodelle ähneln sich stark in Leistung und Funktionsvielfalt – es wird immer schwieriger, sich von der Konkurrenz abzuheben. Das LG G3 bietet immerhin einige Punkte, die sich von dem Großteil der Konkurrenz unterscheiden. So löst das Display mit QHD-Auflösung auf und die Kamera verfügt über einen Laser-Autofokus, der ein besonders schnelles Scharfstellen ermöglichen soll. Doch reicht das, um genug Anreize zu geben, sich das G3 zu kaufen? Wir haben es in unserem Test herausgefunden.

 

Technische Daten

  • Prozessor: 2,5-GHz-Quad-Core-Chipsatz (Snapdragon 801)
  • Arbeitsspeicher: 2 GB (16 GB Modell) 3 GB (32 GB Modell)
  • Speicher: 16/32 GB intern, bis zu 2 TB erweiterbar
  • Displaydiagonale: 5,5 Zoll
  • Auflösung: 1.440 x 2.560 Pixel
  • Konnektivität: WLAN (a/b/g/n), HSPA+, HSUPA, LTE, Bluetooth 4.0, NFC
  • Frequenzbänder: Quadband, W-CDMA
  • Bedienung: kapazitiver Multitouchscreen
  • Kameras: 13-MP-Rückkamera (UHD-Video)
  • Betriebssystem: Android 4.4.2
  • Akku: 3.000 mAh
  • Abmessungen: 146,3 x 74,6 x 8,95 mm
  • Gewicht: 151 g
  • Farbvarianten: Titanschwarz
  • Preis: 599 Euro UVP

Lieferumfang

  • LG G3
  • Netzteil
  • USB Kabel
  • Stereo-Kopfhörer

LG G3 Totale LG G3 Rückseite

 

Design & Verarbeitung

Dem LG G3 kann durchaus unterstellt werden, dass es ein Blender ist: Die Rückseite scheint aus Metall zu bestehen, entpuppt sich beim Anfassen jedoch als Kunststoff, dessen Oberfläche lediglich so behandelt wurde, damit sie wie Metall aussieht. Das ist beileibe nichts schlimmes, fällt das Gewicht dadurch mit 151 Gramm angenehm leicht aus. Unter starker Druckbelastung ist der Rückseite allerdings hin und wieder ein Knarzen zu entlocken. Auf der Rückseite sitzt im oberen Bereich eines der stärksten Bauteiles des G3 – die 13-Megapixel-Kamera mit Laserfokus und LED-Blitz, der über eine warme und kalte Diode verfügt. Direkt unter der Kamera befinden sich die Lautstärkewippe und der Power-Button, der mittig in der Wippe eingelassen wurde. Durch diese Anordnung, die es so auch beispielsweise schon beim LG G2 gab, kann das G3 bequem mit einer Hand bedient werden, da sich alle Knöpfe mit dem Zeigefinger erreichen lassen. Die Rückseite lässt sich abnehmen und legt den Blick auf das Innere offen. Hier sind der austauschbare 3.000-mAh-Akku und die Slots für microSD-Karte und SIM-Karte untergebracht. Eine QI-Ladestation vorausgesetzt, kann der Akku drahtlos geladen werden, entsprechende Kontakte sind in der Hülle der Rückseite integriert. Auf der Unterseite befinden sich mit dem Klinken- und Mikro-USB-Anschluss die einzigen Anschlüsse des Smartphones. Der Rahmen besteht ebenfalls aus Kunststoff, erinnert durch seine Farbgebung und Maserung jedoch an Aluminium. Ein Highlight ist sicherlich die Front mit dem 5,5 Zoll großen Bildschirm, der mit extrem hohen 2.560 x 1.440 Bildpunkten auflöst. Besonders positiv fällt auf, dass der Rahmen des Bildschirms sehr dünn ausfällt und somit ein Großteil der Vorderseite für das Display verwendet wird. Die Bildwiedergabe überzeugt ebenfalls und glänzt mit satten Farben, einer hohen Blickwinkelstabilität sowie einer hohen Helligkeit. Die Verarbeitung fällt sehr gut aus: unregelmäßige Spaltmaße oder ähnliche Makel sind keine auszumachen, lediglich die unter Druckbelastung knarzende Rückseite bemängeln wir noch.

LG G3 Anschlüsse LG G3 Kamera

 

Leistung & Bedienung

Vom Datenblatt her gleicht das LG G3 dem Samsung Galaxy S5 wie ein Ei dem anderen. LG setzt wie Samsung auf den Snapdragon 801, der mit viermal 2,5 Gigahertz Taktfrequenz läuft. Beim Arbeitsspeicher entsteht je nach Modell eine Abweichung. Wer sich für die 16-GB-Version entscheidet erhält 2 GB Arbeitsspeicher. Bei dem Modell mit 32 GB internen Speicher sind es 3 GB. Wir testeten das 16-GB-Modell, das von Werk aus noch circa 10 GB freien Speicherplatz hat. Der Rest wird vom Betriebssystem und vorinstallieren Apps eingenommen. Obwohl es entsprechende Speicherkarten noch gar nicht gibt, kann der interne Speicher theoretisch um 2 Terabyte! erweitert werden. Die verbauten Komponenten benötigen zusammen mit dem QHD-Display natürlich vergleichsweise viel Strom, weshalb LG auf einen starken Akku mit 3.000 mAh zurückgreift. Als Software-Untersatz kommt Android 4.4.2 zum Einsatz, das von LG um einige Funktionen und Designelemente ergänzt wurde.

Das Smartphone, das dem LG G3 von der Hardware am nächsten kommt, ist nun mal das Samsung Galaxy S5, weshalb wir kurz beide miteinander vergleichen möchten. Wie den Benchmarks zu entnehmen ist, kann das Galaxy S5 nahezu alle Benchmarks für sich entscheiden. Dies liegt möglicherweise an zwei Faktoren: Zum einen muss der Snapdragon 801 im S5 weniger Pixel berechnen und zum anderen könnten die von LG angewandten Softwareanpassungen eine Rolle spielen. Das soll nicht heißen, dass das G3 ein langsames Smartphone ist, denn das ist es keinesfalls. Die erreichten Werte sind sehr gut und es geht bei der Bedienung sehr schnell voran: Apps werden ohne merkliche Verzögerung geöffnet und geschlossen und Multitasking stellt ebenfalls kein Problem dar.

LG G3 Display LG G3 Schräg

Die Qualität der Fotos des LG G3 ist bei Tageslicht sehr gut. Besonders gut gefällt die schnelle Fokussierung von Objekten, was primär dem Laserfokus geschuldet ist. Dieser kann den Abstand zum Motiv sehr schnell erfassen und stellt das Motiv entsprechend rasant scharf. Durch den Laser funktioniert das Scharfstellen auch bei schlechtem Licht gut. Andere Kameras arbeiten meist mit Kontrastunterschieden, um das Motiv scharfzustellen, was gerade bei schlechten Lichtbedingungen immer schwerer wird. Dieses Manko kann das LG mit seinem Laserfokus umgehen. Die Fotos sehen auch bei schlechten Lichtbedingungen gut aus, sie ereilt jedoch das Schicksal, womit heutzutage noch alle Smartphone-Kameras zu kämpfen haben – das Bild fängt an zu rauschen und die Farben wirken teilweise etwas blass. Videos können in UHD-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) aufgenommen werden und sehen gerade bei Tageslicht fantastisch aus. In der Abenddämmerung treten ähnliche Mankos wie bei Fotos unter schlechten Lichtbedingungen auf.

Smart Notice ist eine Art persönlicher Assistent, der einen Hinweise gibt und an bestimmte Details erinnert. Verpassen wir beispielweise einen Anruf, so erinnert uns Smart Notice daran, besagte Person zurückzurufen. Rufen wir eine nicht eingespeicherte Nummer mehrmals an oder erhalten von dieser eingehende Anrufe, schlägt Smart Notice vor, die Nummer als Kontakt zu speichern. Zudem erhalten wir Meldungen zum Wetter und wie wir uns darauf einstellen sollten. Ist für den Tag Regen vorhergesagt, empfiehlt Smart Notice uns einen Regenschirm einzupacken. Der Assistent erkennt des Weiteren, wenn wir zuhause sind und empfiehlt uns das WLAN zu aktivieren, damit die mobile Datenverbindung nicht so viel Akku zieht. Werden Apps längere Zeit nicht genutzt, wird zur Deinstallation eben dieser geraten, um Speicherplatz zu sparen. Wir empfanden den Assistenten teilweise sehr hilfreich. Am Anfang erhielten wir allerdings alle paar Minuten den Hinweis, uns Tipps zu der Bedienung des G3 anzusehen. Kamen wir dem nach, erhielten wir kurze Zeit später dieselbe Meldung erneut. Dies ist jedoch ein kleiner Bug, der von LG sicherlich schnell behoben werden kann und vielleicht auch nur bei uns so aufgetreten ist.

LG G3 Menü

 

Fazit

Es fällt immer schwerer, aus den heutigen Top-Smartphones eines zu wählen. Jedes bietet seine eigenen Vorteile. Das HTC One M8 besticht vor allem durch sein schickes Design, während sich das Samsung Galaxy S5 vor allem mit seinen Fitness-Apps abhebt und das Sony Xperia Z2 mit seiner hochauflösenden Kamera. Was spricht also für das LG G3? Zum einen haben wir das 5,5 Zoll Display mit QHD-Auflösung, was besonders durch seinen schmalen Rahmen gefällt. Zum anderen hat uns die Kamera mit Laserfokus begeistert: so schnell haben wir noch mit keiner Smartphone-Kamera Motive scharfgestellt. Ergänzt werden diese zwei Punkte durch einen austauschbaren Akku sowie einen erweiterbaren Speicher. Gut finden wir auch die Möglichkeit des kabellosen Aufladens, was allerdings eine optionale Ladestation voraussetzt. Was uns negativ aufgefallen ist, sind der hohe Kunststoff-Anteil und der unterschiedlich bestückte Arbeitsspeicher, je nachdem ob ihr euch für die Version mit 16 oder 32 GB entscheidet. Die 16-GB-Version kostet zum Testzeitpunkt 505 Euro bei Amazon .

Award LG G3

Pro

  • großes & hochauflösendes Display
  • Speicher (theoretisch) um 2 TB erweiterbar
  • austauschbarer Akku
  • sehr gute Hardwareausstattung
  • gute Kamera mit schnellen Laserfokus
  • kabelloses Aufladen (optionale Ladestation vorausgesetzt)

Contra

  • viel Kunststoff
  • je nach Modell nur 2 statt 3 GB RAM

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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