Test: Apple iPhone 7 in schwarz mit 256 GB

Ohne Klinke, dafür mit massig Platz und Bildstabilisator

Geschrieben von Nils Waldmann am 15.09.2016.

iphone7-start

Alle Jahre wieder geht von dem kleinen Städtchen Cupertino in Kalifornien ein regelrechter Sturm durch die Medien dieser Welt: das neuste iPhone ist da. So auch in diesem Jahr. Mit dem neuen iPhone 7 und dem größeren Bruder, dem iPhone 7 Plus, erwarten uns zwei interessante Smartphone-Modelle. Wir haben das Apple iPhone 7 für euch getestet.

Überblick

Keine Smartphone-Reihe scheint die Nutzer so zu polarisieren, wie das Apple iPhone. Die einen hassen es, die anderen lieben es (und um fair zu sein: ein paar Leute interessiert es einfach nicht). Wir wollen uns im Folgenden trotzdem mit Apples neuester Schöpfung im Smartphone-Segment auseinandersetzen.

iPhone 7 Verpackung iPhone 7 in Box

Das Apple iPhone 7 ist endlich in der Redaktion eingetroffen und wird natürlich direkt ausgepackt!

Wie bereits bei der Vorstellung des iPhone 6 und dementsprechend des iPhone 6s, bietet Apple das neue iPhone 7 wieder in zwei Varianten unterschiedlicher Displaygröße an. Das iPhone 7 verfügt über ein 4,7-Zoll-Display und lässt sich somit ohne Probleme mit einer Hand bedienen. Die zweite Version, das iPhone 7 Plus, wartet mit einem 5,5-Zoll-Bildschirm auf und stößt aufgrund der üppigen Gehäuseabmessungen in die Gerätekategorie der Phablets vor. Doch nicht nur die Größe unterscheidet die beiden Varianten. Mit der neusten iPhone-Generation differenzieren sich iPhone 7 und iPhone 7 Plus nun zusätzlich in der Kameraausstattung. In diesem Test wollen wir uns jedoch auf die kleinere Version des iPhones konzentrieren.

iPhone 7 Zubehör iPhone 7 Verpackung

Alles dabei: AirPods, Adapter, Kabel, Ladegrät

Angeboten werden beide Versionen ab sofort mit 32, 128 oder gar 256 GB. Das zum Test herangezogene Gerät ist ein iPhone 7 in schwarz mit 256 GB.

Technische Daten

Modell

Apple iPhone 7 256 GB

Prozessor

Apple A10 Fusion + M10 Motion-Co-Prozessor (Quadcore-CPU)

GPU

Apple A10 Fusion

Arbeitsspeicher

2 GB

Interner Speicher, erweiterbar?

32 GB, 128 GB, 256 GB – nicht erweiterbar

Display

4,7 Zoll, P3-Farbraum, 625 cd/m², 3D-Touch

Auflösung

1334 x 750 Pixel

Konnektivität

Wi-Fi 802.11b/g/n/ac (MIMO), Bluetooth 4.2, NFC

Karten-Slots

1x nano-SIM

Kameras

Haupt: 12-MP, Blende F/1.8, QUAD-LED-Blitz
Front: 7 MP

Akku (austauschbar?)

1.960 mAh, fest verbaut

Betriebssystem

Apple iOS 10

Abmessungen

138,3 x 67,1 x 7,1 mm

Gewicht

138 g

Fringerprintsensor

Ja, TouchID 2

Quick-/Wireless-Charging

nein

Anschlüsse

Lightning

Farben

Roségold, Gold, Silber, Schwarz, Diamantschwarz

Preis

759 / 869 / 979 Euro

Haptik und Design

Gänzlich neu ist das Design des iPhone 7 nicht. Viele Stimmen im Netz sagen sogar, es sieht aus wie das Design des iPhone 6s. Ganz falsch ist das nicht, denn die äußerliche Form mit dem abgerundeten Rand und dem nahtlosen Übergang von Metallrückseite zur Saphirglasfront ist nahezu identisch geblieben. Dennoch gibt es einige Veränderungen, die die Nutzungserfahrung teils deutlich verändern.
Die größten optischen Veränderungen sind auf der Rückseite des Gerätes zu finden. Zwar steht die Kamera des iPhone 7 immer noch ein wenig hervor, der kleine Hubbel ist nun aber mit einer leichten Rundung schöner in das Gehäuse integriert. Besonders fällt die Veränderung der Antennenbänder auf. Hier weicht Apple bei den dunklen Gerätefarben von den bisher verbauten weißen Antennenbändern ab, die einmal quer über die Rückseite führten und setzt nun auf schwarze Kunststoffaussparungen, die elegant um die Kanten des Gerätes laufen.
An der unteren Seite des Telefons gibt es eine weitere Änderung: Der Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke) ist Geschichte. Zur Erhaltung der Symmetrie hat Apple an dieser Stelle weitere Bohrungen eingebracht, die denen des Lautsprechers auf der rechten Seite entsprechen. Einziger Anschluss ist nun der Lightning-Ports.

iPhone 7 Front iPhone 7 Back

Ebenfalls verändert wurde der Homebutton. War dieser bis zur letzten iPhone-Generation als physikalischer Knopf mit einem echten Druckpunkt ausgestattet, weicht der Homebutton im iPhone 7 einem berührungs- und druckempfindlichen Sensor. Dieser simuliert in Verbindung mit Apples TapticEngine das Verhalten eines physikalischen Drückens des Homebuttons. Was anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint, ist bereits nach wenigen Stunden mit dem iPhone 7 in Fleisch und Blut übergangen. Der großartige TouchID 2 Sensor aus dem iPhone 6S bleibt natürlich erhalten und ermöglicht das blitzschnelle Entsperren des Smartphones mit dem Fingerandruck.

Die Verarbeitungsqualität – das gilt wohl für alle bisherigen iPhone Generationen – ist über jeden Zweifel erhaben. Wer so viel Geld für ein Smartphone ausgibt, darf das aber auch erwarten. Nichtsdestotrotz die bekannte Form des iPhone 6/6s bleibt ein echter Handschmeichler und so liegt auch unser Testgerät in schwarz sehr gut in der Hand. Für den Alltag empfiehlt sich dennoch in mancher Situation eine Hülle, die dem Gerät etwas mehr Griffigkeit verleiht. Apple hat mit dem Leder Case und dem Silikon Case zwei schlanke Hüllen im Angebot, die sich perfekt an die Kontur des Telefons schmiegen. Für unser Gerät ist es das Apple Leather Case in schwarz geworden. Neu bei den Lederhüllen: Die Tasten für Power- und Lautstärke sind nun aus Aluminium und geben somit ein deutlich besseres Feedback als die Lederhüllen des iPhone 5 / iPhone 6/6s.

Kamera und Display

Verbessert wurden auch die Kameras des iPhone 7. Wie schon beim iPhone 6s kommt erneut ein 12-MP-Sensor zum Einsatz, nun jedoch mit einer Blende von bis zu f/1.8. Damit schafft Apple eine wichtige Voraussetzung für die Low-Light-Fotografie. Zudem hat das iPhone 7 nun auch einen optischen Bildstabilisator (OIS), eine Funktion die vorher dem iPhone 6s Plus vorenthalten war. Damit lassen sich Bilder bei wenig Licht länger belichten ohne zu verwackeln. Das Resultat sind schönere Fotos mit mehr Details auch bei Dunkelheit. (noch mehr Beispielbilder werden nachgeliefert!)
Die Frontkamera, für einige Menschen gefühlt wichtiger als die Linse auf der Rückseite, nimmt nun Selfies mit bis zu 7 MP auf. Das ist eine super Sache, bleiben uns somit in Zukunft matschige Selbstportraits hoffentlich erspart. Wenn schon das Motiv nicht immer interessant ist, kann ja wenigstens die Qualität stimmen.

iPhone 7 Kamera

Beispielfotos

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Das Display des iPhone 7 ist nun in der Lage den erweiterten P3-Farbraum vollständig darzustellen. Daraus ergeben sich kräftigere Farben und insgesamt lebendigere Aufnahmen. Die Kamera des iPhone 7 nimmt Fotos direkt mit erweitertem Farbumfang auf. Bilder, die mit dem iPhone 7 auf dem iPhone 7 betrachtet werden, sehen somit ganz einfach fantastisch aus. Der Unterschied zu Fotos, die mit dem iPhone 6s geschossen und auf dem iPhone 7 wiedergegeben werden, ist deutlich sichtbar. In Sachen Auflösung hat sich nichts verändert und das Display verfügt weiterhin über eine (ausreichende) Pixeldichte von 326 ppi. Dafür ist die maximale Displayhelligkeit mit 625 cd/m² nun noch einmal gestiegen. Dies macht sich auch direkt bemerkbar, wird das Gerät in direktem Sonnenlicht verwendet.

iPhone 7 Display

Audio

Das iPhone 7 geht auch im Bereich der musikalischen Unterhaltung neue Wege. Der radikalste Schritt ist hier wohl die Entfernung der 3,5-mm-Klinkenbuchse, dem Quasistandard für Kopfhörer. Stattdessen legt Apple einen Lightning-zu-Klinke-Adapter bei. Außerdem finden sich Apple EarPods – nun mit Lightning-Anschluss – im Lieferumfang. Das Ziel von Apple ist dabei klar: Wireless ist die Zukunft. Daraus macht das kalifornische Unternehmen kein Geheimnis und präsentiert die ab Oktober erhältlichen AirPods, welche drahtlos funktionieren. Im Endeffekt ist der Verlust der Klinkenbuchse wohl zu verschmerzen, wenn die Bereitschaft besteht auf Bluetooth zu setzen. Zur Not tut es auch der Adapter. Eine wirklich schöne Lösung ist das jedoch nicht.

iPhone 7 Anschluss

Das iPhone 7 wird über den bereits bekannten Lightning-Anschluss mit dem PC oder dem Ladegerät verbunden.


Des Weiteren kann das iPhone 7 nun mit Stereolautsprechern aufwarten. Dazu wurde der Lautsprecher in der Hörmuschel am Kopf des Gerätes zu einem vollwertigen Lautsprecher ausgebaut. Im Querformatmodus wirken somit der Lautsprecher an der Unterseite und der neue obere Lautsprecher zusammen. Apple spricht außerdem von der doppelten Lautstärke. In der Tat: Die neuen Lautsprecher klingen für ein so schlankes Gerät ohne großen Schallkörper sehr gut. Ob sich Mitreisende in der Bahn nun wirklich mit doppeltem Schalldruck nerven lassen, sei dahingestellt. Laut genug spielt das iPhone 7 jedenfalls und das bei annehmbarer Qualität. Billige Bluetooth-Lautspecher können hier nun einpacken.

Leistung

Unter der Haube des iPhone 7 steckt der vollständig erneuerter Apple A10 Fusion Chip. Erstmals adaptiert Apple eine der big.LITTLE ähnliche Architektur mit zwei langsameren und zwei Highperformance-Kernen. Somit ist der A10 Fusion der erste Quadcore-Prozessor in einem Apple Smartphone. Der Chip soll hierbei bis zu 40 % schneller rechnen als der A9 Prozessor im iPhone 6s. Die beiden langsameren Kernen übernehmen dabei Aufgaben des Alltags und helfen Energie zu sparen und die Akkulaufzeit zu verlängern. Wieder mit an Bord ist der ebenfalls aktualisierte M10 Motion-Co-Prozessor, der sich um die Auswertung der Sensordaten von Beschleunigungsmesser, Barometer, Kompass und Co. kümmert, ohne dafür groß Energie zu benötigen. Erfreulicherweise soll der A10 Fusion dabei nur 2/3 der Leistung seines Vorgängers benötigen.
Die GPU kann erstmals auf sechs Kerne zurückgreifen und soll somit bis zu 50 % als der A9 Chip des iPhone 6s sein. Natürlich bei weniger Energieverbrauch.
In Sachen Arbeitsspeicher kommt das iPhone 7 mit 2 GB RAM daher. In der Android-Welt ist das schon beinahe wieder wenig, aufgrund Apples sehr guter Software-Anpassung an die Hardware dürfen sich Nutzer aber auf ein Smartphone mit blitzschneller Reaktion freuen. Der Akku wächst auf 1.960mAh und ist somit deutlich größer als der 1.715-mAh-Energiespender des iPhone 6s. Je nach Anwendung soll das iPhone 7 laut Apple dadurch bis zu zwei Stunden länger durchhalten als sein Vorgänger. 

Bei dem Nutzungsprofil des iPhone 7, welches vornehmlich aus Surfen im W-LAN, Verfassen von Nachrichten und Emails, einige kurze Telefonate sowie dem Abspielen von Musik per AirPlay besteht, haben sich folgenden Werte ergeben: Bei einer aktiven Nutzung von 5 Std. und einem Standby-Anteil von 21,5 Std. zeigte die Akkuanzeige noch 43 %. Das Aufladen des Telefons nimmt mit dem mitgelieferten 1 A-Netzteil in etwa 2 Stunden in Anspruch (von 0 auf 100%). Mit einem stärkeren Ladegerät, beispielsweise mit IQ Technologie, haben wir einen Ladestrom von maximal 1,4 A gemessen. Damit lässt sich der Akku also in etwas mehr als 1,5 Stunden füllen.

In Puncto Leistung rennt das iPhone 7 der Konkurrenz zurzeit davon. Das wird auch mit einem Blick auf unsere Benchmarks sichtbar.

 

 

Wie den Diagrammen zu entnehmen ist, stellt der A10 Fusion sowohl im Bereich Rechenleistung als auch bei den Grafik-Benchmarks neue Bestwerte auf. Werte die in den Diagrammen mit Null angegeben sind, markieren eine fehlende Messung.

Handhabung

Wir wollen an dieser Stelle nicht großartig auf die Neuerung in iOS 10 eingehen. Fakt ist: Das iPhone 7 kommt mit der neusten iOS-Version vorinstalliert. Wer iOS kennt, weiß, dass flüssiges und zügiges Arbeiten in der Regel von der ersten Sekunde an gegeben ist. Wer viel und gerne an seinem System herumbastelt und personalisiert, der ist trotz iOS 10 immer noch besser mit Android bedient. Wer hingegen ein nahezu perfekt arbeitendes Betriebssystem sucht, der darf bei iOS zugreifen.
Ein weiterer Pluspunkt auf der Liste des iPhone 7 im Bereich der Handhabung ist der (zugegebenermaßen mittlerweile überfällige) Schutz gegen Staub- und Wasser. So weist Apple dem iPhone 7 eine IP67-Beständigkeit gegen Staub und Wasser aus. Damit ist das Gerät zwar nicht wasserdicht, aber wasserresistent. Bis zu 30 Minuten in maximal 1 Meter Tiefe soll das Smartphone unbeschadet überstehen. Aber aufgepasst: Flüssigkeitsschäden werden weiterhin nicht von Apples Garantie abgedeckt. Trotzdem ist der Schutz eine sehr willkommene Ergänzung für alle Sportler und Personen mit aktivem Lebensstil. Vor ein wenig Regen braucht sich das iPhone also nun nicht mehr fürchten. Endlich!

Fazit

Das Fazit für das neuste iPhone-Modell zu verfassen ist immer wieder ein zweischneidiges Schwert. Apple liefert mit dem iPhone 7 ein absolut geniales Gerät mit perfekter Verarbeitung und einer tollen Kamera. Der Prozessor rennt darüber hinaus der Konkurrenz davon und in Kombination mit iOS ergibt sich eine sehr gute Nutzungserfahrung. Das leicht geänderte Design und der Schutz nach IP67-Standard erweitern die Liste der Pluspunkte. Der neue P3-Farbraum lässt Fotos gut aussehen.
Ankreiden kann man dem iPhone 7 den Verzicht auf die Klinkenbuchse. Die Lösung über einen Adapter ist nicht wirklich schön. Interessant wird hier die Haltbarkeit des Lightning-Steckers bei normaler Krafteinwirkung sein. Dazu lässt sich nach einigen Stunden allerdings nicht viel sagen, hier muss die Zeit zeigen, wie haltbar der flache Stecker gegenüber dem zylinderförmigen Klinkenstecker ist. Das kaum veränderte Design mag den einen oder anderen Stören. In unseren Augen sind die nur leichten äußerlichen Anpassungen jedoch kein Kritikpunkt. Innovation definiert sich ganz sicher nicht über ein verändertes Äußerliches.
Über den Preis des Apple-Telefons wird oft gestritten. Was für die einen absolut angemessen und normal ist, wird von anderen als Wahnsinn bezeichnet. Fakt ist: Knapp 1000 Euro für das von uns getestet Gerät ist ohne Frage viel Geld für ein Smartphone. Auf der anderen Seite sollte jeder selbst entscheiden dürfen, wofür er sein Geld ausgibt, ohne schräg angeguckt zu werden.

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Pro Contra
  • sehr schneller Chipsatz
  • fehlende Klinkenbuchse
  • perfekte Verarbeitung
  • relativ geringe Displayauflösung
  • schneller TouchID Sensor
  • Preis
  • wasser- und staubresisten nach IP67
 
  • gute Kamera mit optischem Bildstabilisator
 
  • sehr gute Audioqualität
 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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