Test: Toshiba H200 SSHD mit 1TB und X300 HDD mit 6TB

Zwei magnetische Potenzprotze beim Show-Off

Geschrieben von Nils Waldmann am 10.03.2016.

Toshiba X300 Startbild

Der Speichermarkt steht niemals still, egal ob SSDs, Festplatten oder die hybriden SSHD, beinahe täglich gibt es neue Modelle. Wir haben uns in diesem Test zwei Vertreter der aktuellen H200 sowie X300 Serien von Toshiba genauer angeschaut.

Überblick

Wie auch die anderen Hersteller im Massenspeichermarkt, hat Toshiba sein Produktportfolio neu geordnet. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen kryptische Modellnamen Kunden lockten. Stattdessen setzten fast alle Hersteller quer durch die Bank auf deutlich voneinander trennbare Produktnamen mit deutlichen Zusatzbezeichnungen: So teilt sich Toshibas aktuelles Festplattenangebot im 3,5-Zoll-Bereich in die X300- (High-Performance Hard Drive), die P300- sowie die E300-Serie (Low-Energy Hard Drive) auf. Im mobilen Segment bietet man mit der L200 eine Standardfestplatte im 2,5-Zoll-Format an, außerdem hat man mit der H200-Serie eine SSHD für das Notebook im Angebot. SSHDs stellen dabei eine Mischung aus Festplatte und SSD dar. Neben einem normalen Festplattenspeicher, welcher den Großteil der Speicherkapazität bereitstellt, sorgt ein kleiner Flashspeicherbereich dafür, dass das Arbeiten mit einer SSHD deutlich flüssiger abläuft, als mit einer herkömmlichen Festplatte.

Toshiba H200 1TB VerpackungToshiba X300 6 TB Verpackung

In diesem Testbericht haben wir uns die X300 Festplatte mit einer Kapazität von 6 TB sowie die H200 SSHD mit 1 TB Speicherplatz angesehen.

Technische Daten im Überblick

Modell

Toshiba X300

Toshiba H200

Speicherkapazität nominell

6000 GB

1000 GB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

S-ATA 6 Gbit/s

Spindelgeschwindigkeit

7200 U/min

5400 U/min

Cache

128 MB

64 MB

Formfaktor

3,5 Zoll

2,5 Zoll

Geräuschemission

34 dB(A)

25 dB(A)

Abmessungen

26,1 x 147 x 101,6 mm

100 x 69,85 x 9,5 mm

Gewicht

720 Gramm

92 Gramm

Modellnummer

HDWE160EZSTA

HDWM110EZSTA

Besonderheiten

Integrierter Schock-Sensor

8 GB MLC-NAND Cache

Garantie

2 Jahre

2 Jahre

Preis

ca. 220  €

ca. 80 €

Weitere Kapazitätsstufen der Serie

4 TB, 5 TB

500 GB

Unter der Haube

Die X300 stellt aktuell Toshibas Topmodell im Festplattensegment dar. Maximal 6 TB Speicherkapazität stellt die Serie zur Verfügung. Darüber hinaus sind Modelle mit 4 oder 5 TB verfügbar. Allen Modellen gemein ist der 128 MB große Cache, welcher sich langsam als Standardgröße für Festplatten jenseits der 4-TB-Grenze etabliert. Die Spindel arbeitet mit 7.200 U/min und sorgt somit für niedriger Zugriffszeiten. Angebunden wird die Toshiba X300 selbstredend über SATA 6 Gbit/s. Für besonderen Schutz der Daten sorgt zudem ein integrierter Schock-Sensor, der die Lese- und Schreibköpfe bei zu hohen Beschleunigungen sicher parkt und von den Plattern fernhält.

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Die H200 gibt es mit Speicherkapazitäten von 500 GB sowie 1 TB. Im Inneren werkeln Festplatten- und SSD-Komponenten Seite an Seite. Die Hauptspeicherkapazität der Laufwerke wird dadurch von einer Festplatte mit einer Spindelgeschwindigkeit von 5.400 U/min bereitgestellt. Der Festplattencache misst 64 MB. Zusätzlich kann die SSHD-Lösung auf 8 GB MLC-NAND zurückgreifen, der als intelligenter SSD-Speicher eingesetzt wird. Ein Algorithmus lernt dabei, welche der Dateien der Nutzer besonders oft verwendet. Diese werden im Flashspeicher abgelegt und können somit deutlich schneller zur Verfügung gestellt werden. In der Konsequenz schaffen SSHDs damit einen sehr guten Kompromiss zwischen HDD- und SSD-Geschwindigkeit, was die gefühlte Arbeitsgeschwindigkeit angeht.

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Leistungstest

Natürlich soll der Hauptteil dieses Testberichtes aus der Leistungsmessung der beiden Toshiba Laufwerke bestehen. Dazu haben wir verschiedene Benchmark-Tools verwendet, die sowohl die sequenzielle Transferleistung, als auch die Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen messen. Als Vergleich haben wir zum einen die WD Black 6 TB herangezogen, zum anderen tritt die H200 gegen ihren Vorgänger das Toshiba MQ Hybrid Drive mit 500 GB* an.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.8
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Crystal Disk Mark 5 (x64)

*Mit anderem Testsystem getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer Festplatte. Darüber hinaus werden Zugriffszeit gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer Festplatte zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten.

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

Zugriffszeiten

Im Bereich der SSDs beinahe zu vernachlässigen, spielen Zugriffszeiten bei Festplatten nach wie vor eine wichtige Rollen. Gemessen haben wir diese mit dem A.S. SSD Benchmark sowie HD Tune Pro. 

 

Fazit

Rein äußerlich dürfen sich die Käufer Toshiba X300 Festplatte bzw. der H200 SSHD über ein sauber verarbeitetes Produkt freuen, das in Sachen Fertigungsqualität keinen Anlass zur Kritik bietet. Geliefert werden beide Laufwerke, wie für Massenspeicher üblich, lediglich mit einer Kurzanleitung und den Garantieunterlagen – sofern sich der Kunde für die Retailbox entscheidet. In Sachen Transferleistung kann die X300 Festplatte mit 6 TB auf ganzer Linie überzeugen. Das Oberklasselaufwerke von Toshiba spielt auf einer Augenhöhe mit der bekannten WD Black Serie von Western Digital. Das gilt sowohl für sequenzielle Transfers, als auch für zufällige Zugriffe auf unterschiedliche Blockgrößen.
Die H200 SSHD legt im Schnitt die Leistung einer herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte an den Tag, kann durch den zusätzlichen MLC-Cache allerding vor allem beim Schreiben kleiner Dateien deutlich punkten. Im Betrieb macht sich dies durch ein schnelleres Reaktionsverhalten des Systems bemerkbar. Toshiba preist die H200 im Übrigen auch explizit als Laufwerk für Spielekonsolen an. Beide Laufwerke waren im Betrieb sehr leise und wurde auch unter längeren Lastphasen nur handwarm.
Aktuell kostet die 6-TB-Variante der Toshiba X300 knapp 209 €, für eine WD Black 6 TB werden aktuell hingegen knapp 298 € fällig. Dafür ist die X300 von Toshiba nicht explizit für den Dauerbetrieb ausgeschrieben. Die H200 mit 1 TB Speicherkapazität wechselt hingegen aktuell bereits ab 77 € den Besitzer. Die Konkurrenz in Form der Western Digital Blue PC SSHD mit 1 TB ist mit aktuell 85 € ein wenig teurer.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

Kommentare (1)

  • Karsten Frölich

    |

    Vielen Dank für den Testbericht, er hat mir gut weiter geholfen. Ich will gerade meine Festplatte im Notebook erweitern, also austauschen.

    Für mich ist die Leistungsaufnahme ein wichtiges Kriterium, das Netzteil ist nun ‚mal nicht austauschbar, daher wäre dieser Parameter schon wichtig. Dennoch: Vielen Dank

    Karsten

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