Test: Kingston HyperX SSD mit 240 GB

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Solid State Drives.

Kingston HyperX SSDDer Speicherhersteller Kingston hat mit seinem neusten Solid State Drive für den Endkundenmarkt das Namensschema der vorhergehenden SSD-Serien verlassen und vertreibt sein neues Topmodell unter dem altbekannten HyperX-Brand, was ursprünglich Arbeitsspeichermodulen vorbehalten war. Was die neuen Kingston HyperX SSD leistet, lesen Sie im folgenden Test.

Überblick

Mit der HyperX SSD hat Kingston ein weiteres Laufwerk auf den Markt gebracht, was auf den aktuellen SF-2281 Controller aus dem Hause SandForce setzt. Dies ist insofern besonders, da Kingston in der Vergangenheit seine Highendmodelle der SSDNow-Serie beinahe ausschließlich mit Toshiba-Chipsätzen bestückt hat.

Auch in Sachen MLC-NAND setzt man nun auf die weitverbreiteten Intel Chips, die im 25nm-Fertigungsverfahren produziert werden (Compute-MLC-NAND) und bis zu 5.000 Program/Erase-Zyklen halten sollen. Somit ist zumindest die Hardwarebasis der neuen HyperX SSD theoretisch in der Lage hohe Leistung abzuliefern.

Kingston HyperX SSD 240 GB  IMG_7139.JPG

Aber auch bei der Gestaltung des Äußeren hat man in der Entwicklungs- und Designabteilung nicht gegeizt. Ganz nach dem Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen“ präsentiert sich das Laufwerk in einem bestens verarbeiteten Aluminiumgehäuse, das ganz im Stil der bekannten HyperX-Arbeitsspeichermodule ebenfalls mit blauen Elementen und dem plastisch hervorgehobenen HyperX-Schriftzug verziert ist. Kingston knüpft somit an den Trend ansprechend aussehender Laufwerke, wie beispielsweise Samsungs SSD 470 und 830 Series, an.

Lieferumfang

Wir haben uns die 240-GB-Variante als sogenanntes Upgradekit genauer angeschaut. Der Lieferumfang dieses Bundles ist um ein Vielfaches größer als bei der SSD-Only-Version. Das mitgelieferte Zubehör dient in erster Linie der einfachen Datenmigration.

  • Solid State Drive
  • 2,5“-zu-3,5“-Adapter
  • S-ATA 6 Gbit/s-Kabel
  • USB 2.0-Kabel
  • externes USB 2.0-Gehäuse
  • Schraubendreherset zur Montage
  • Anleitung
  • Software

Kingston HyperX SSD 240 GB  Kingston HyperX SSD 240 GB

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell  240 GB
Schnittstelle  S-ATA 6 Gbit/s
Zellentyp  Samsung 27nm MLC (Toggle DDR NAND)
Controller  Intel 25 nm Compute-MLC-NAND
Cache  N/A
Preis  ~ 405 € bei Amazon.de
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)  Lesen 555 MB/s – Schreiben 510 MB/s
Abweichungen zum gemessenenATTO-Ergebnis (8 MB Block)  +0,76 % (559,24 MB/s) | +2,70 % (523,77 MB/s)
Radom 4K Lesen / Schreiben  95.000 IOPS / 60.000 IOPS
Formfaktor  2,5 Zoll
Abmessungen  69,85 x 100 x 9,5 mm
Gewicht  81 Gramm
Modellnummer  SH100S3B/240G
TRIM-Befehl  Ja

Garantie

Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf das Produkt. Zudem bekommt der Kunde den 24/7 technischer Support von Kingston Technology.

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Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts ist natürlich der Leistungstest. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der Solid State Disk in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den SSDs herauskitzeln.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i5-2500K 3,3 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Exceleram DDR3 1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Corsair Force F40 SSD 40 GB
  • Mainboard: Asus P8Z68-V Pro
  • Grafikkarte: Intel CPU HD 3000 Graphics
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Testbetriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Antec High Current Gamer 900 Watt
  • Vergleichslaufwerke: Samsung SSD 470 Series 256 GB, ADATA S511 SSD 120 GB
Anmerkung Als Vergleichslaufwerke kam ein schneller Vertreter der SandForce-Fraktion und SF-2281-Controller mit synchronem OFNI-NAND (ADATA S511 SSD 120 GB) sowie der Vorgänger der neuen SSD 830 Serie (SSD 470 Series 256GB) zum Einsatz. Wir sind uns den verschiedenen Kapazitäten der verwendeten Laufwerke bewusst. Während der Vergleich mit der S511 SSD von ADATA (Testbericht) ggf. nicht als vollständig fair betrachtet werden kann, ist die SSD 470 Series sowie die SSD 830 Serie in unseren Augen kapazitätsmäßig eine gute Wahl, da die 256-GB-Version der neuen 830 Series über die gleichen Leistungsdaten, wie das ebenfalls von uns überprüfte Modell mit 512 GB verfügen soll. Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:
  • HD Tune Pro 4.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • ATTO Disk Benchmark 2.46
  • Futuremark PCMark 7
  • Adobe Reader 10.0.1
  • Itunes 10.4. x64
  • PC Mark 7 1.0.4
  • Avira AntiVir 10.2.0.728
  • WinRAR 4.01 x64

Synthetische Benchmarks

Den ersten Abschnitt unsere Leistungstest wird von den synthetischen Benchmark-Programmen abgedeckt. Dieser Art von Test bringt die Solid State Disk an ihre theoretischen Leistungsgrenzen. Im Alltag findet man derartige Lastsituation aber eher seltener vor. Trotz allem lassen synthetische Benchmarks einen sehr schönen Vergleich zu, da jeder Benchmark-Durchlauf gleich aufgebaut ist.

A.S. SSD Benchmark Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden. AS. SSD Benchmark HyperX SSD  

ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 4KB und 8MB großen Blöcke dargestellt. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

ATTO Disk Benchmark HyperX SSD   HD Tune Pro Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen. HD Tune 1 HyperX SSDHD Tune 2 HyperX SSDHD Tune 3 HyperX SSD

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die real Test. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 7, Itunes sowie der Adobe Reader.

Programm Installationen HyperX SSD

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar, einen vollständigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Windows Media Player, Firefox, Itunes, PCMark 7 und Acrobat Reader herausgesucht. Zudem erfolgte die Messung der Dauer des Systemsstarts.

Anwendungstests HyperX SSD

Fazit

Mit der neuen HyperX SSD hat Kingston ein sehr spezielle Solid State Drive auf den Markt gebracht, dass alleine schon durch seine aufwendige Optik und die sehr gute und wertige Verarbeitung überzeugen kann. Dank des Upgradekits ist auch der Lieferumfang über jeden Zweifel erhaben und lässt dank des extra beigepackten USB 2.0-Gehäuses samt kompletten Montagezubehör keine Wünsche offen.

Kingston HyperX SSD 240 GB

Ein Blick auf die Benchmarks verrät, dass man es bei der Kingston HyperX SSDD mit einem der schnellsten Laufwerke zu tun hat, das aktuell auf dem Endkundenmarkt käuflich zu erwerben ist. Mit dauerhaft hohen sequenziellen Transferraten und super schnellen 4-KB-Zugriffen ist die Kingston HyperX SSD mit 240 GB Speicherkapazität ein echter Konkurrent für die ebenfalls pfeilschnelle SSD 830 Serie von Samsung. Mit einer maximal gemessenen Leistung von 559 MB/s beim Lesen von komprimierbaren 8 MB-Blöcken kratzt das Laufwerk an der Leistungsgrenze des S-ATA 6 Gbit/s-Interfaces. Das Ganze ist mit einem Preis von aktuell knapp 388 € für das Upgradekit und ca. 370 € für das reine Laufwerk, wie für SSDs zurzeit leider noch üblich, aber auch nicht ganz billig.

Dafür bekommt der Käufer, neben dem sehr umfangreichen Lieferumfang, eine der schnellsten Solid State Disks, die es bisher am Markt gab. Für Enthusiasten und Gamer und all diejenigen, die gerne das Schnellste vom Schnellen verbauen, ist das Laufwerk daher eine klare Empfehlung.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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