Test: Intel SSD 520 Series 240 GB

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Solid State Drives.

Intel SSD 520 Series Test StartbildMit der SSD 520 Serie hat der Hersteller Intel seine Solid State Drive Produktfamilie um ein weiteres Laufwerk für den Endkundenmarkt erweitert. Neben einem breiteren Kapazitätsangebot kommt die neue SSD nun mit 6 Gbit/s SATA-Schnittstelle und einer 256-Bit-Hardwareverschlüsselung.    

Intel SSD 520 Series

 

Überblick

Mit der SSD 520 Serie will Intel sich ganz neu im Solid State Drive Mark für Consumer positionieren und hat in seine neuste Entwicklung so auch Dingen einfließen lassen, die man von vorhergehenden Intel SSDs nicht gewohnt war. So kommt beispielsweise kein Controller aus eigenem Hause oder von Marvell zum Einsatz, viel mehr findet erstmalig ein SandForce Chipsatz in einer Intel SSD Verwendung. Im Konkreten handelt es sich dabei um den SF-2281, der auch in vielen anderen aktuellen Solid State Drives verbaut ist.

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Bei den Speicherzellen greift Intel dann allerdings nicht auf einen Zulieferer zurück, wozu auch, wenn man selbst leistungsfähige MLC-NANDs produziert und vertreibt. Im Fall der SSD 520 Series wurde aber nicht der übliche Intel 25-nm-NAND mit nur 3000 Program and Erase Zyklen verbaut, man bedient sich stattdessen der Speicherchips der sogenannten „Compute Quality“. Diese Multi Level Cell Bausteine, die ebenfalls im 25-nm-Verfahren gefertigt werden, sollen höheren Qualitätsstandards entsprechen und somit mindestens 5000 Mal vollständig beschrieben und gelöscht werden können, bevor es zum Ausfall des Laufwerks kommt. Somit wird das Laufwerk auch für Power-Nutzer interessant, die täglich viele Gigabyte an Daten bearbeiten.

Intel SSD 520 Series  Intel SSD 520 Series

Wie bereits die SSD 510 Serie hat auch die SSD 520 Reihe ein schnelles S-ATA 6 Gbit/s Terminal zu bieten. Darüber kommt aufgrund der speziellen Intel Firmware, die auf dem SandForce Chip läuft, eine 256 Bit tiefe AES-Verschlüsselung zum Einsatz. Zudem ist die SSD 520 Serie das erste Solid State Drive von Intel, das sich der aktiven Komprimierung von Daten verschrieben hat, um Speicherplatz zu sparen und die NANDs zu schonen – ein Erbe des verbauten SandForce Controllers.

Modellvarianten und voraussichtliche Preise

Angeboten wird die neue Solid State Disk in den Kapazitäten 60 GB, 120 GB, 180 GB, 240 GB und 480 GB. Man setzt damit die breite Modellvielfalt fort, die man mit dem Launch der SSD 320 Series eingeführt hatte, um den Kunden beste Wahlmöglichkeiten zu bieten. Alle Laufwerke sind dabei im 2,5-Zoll-Formfaktor verpackt, allerdings in unterschiedlichen Bauhöhen verfügbar. Während bei einer Standardhöhe von 9,5 mm alle Kapazitäten zur Verfügung stehen, wird die SSD 520 SSD mit 7 mm Höhe nur als 120-, 180- und 240-GB-Variante angeboten.

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Die preisliche Gestaltung vor der Veröffentlichung des Laufwerks wurde von Intel wie folgt angegeben. Es handelt sich dabei um die obligatorischen Preise für eine SSD bei einer Abnahme von 1.000 Stück:

  • 60GB: US- $ 149
  • 120GB: US- $ 229
  • 180GB: US- $ 369
  • 240GB: US- $ 509
  • 480GB: US- $ 999

Die Auslieferung erfolgt mit einer fünfjährigen, eingeschränkten Garantie.

Lieferumfang des Testmodells

  • Solid State Drive
  • 3,5-Zoll-Adapter
  • Kabel (SATA + Stromadapter)
  • Montagematerial
  • Anleitung
  • Case-Badge

Spezifikationen des Testmodells

Speicherkapazität nominell  240 GB
Schnittstelle  S-ATA 6 Gbit/s
Zellentyp  Intel 25 nm Compute-MLC-NAND
Controller  SandForce SF-2281
Cache  N/A
Preis  US- $ 509 (UVP)
Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)  Lesen 550 MB/s – Schreiben 520 MB/s
Abweichungen zum gemessenen ATTO-Ergebnis (8 MB Block)  +0,98 % (555,38 MB/s) | +1,47 % (527,64 MB/s)
Radom 4K Lesen / Schreiben  50.000 IOPS / 80.000 IOPS
Formfaktor  2,5 Zoll
Abmessungen  69,85 x 100,45 x 9,5 mm
Gewicht  78 Gramm
Modellnummer  SSDSC2CW240A3
TRIM-Befehl  Ja

Leistungstest

Hauptteil dieses Berichts ist natürlich der Leistungstest. Dazu wurden verschiedene Benchmarks durchgeführt, die das Leistungsverhalten der Solid State Disk in den verschiedensten Situationen aufzeigen. Getestet wurden dabei Lese- und Schreibraten sowie die Zugriffszeiten unter bestimmten Bedingungen. Praxisbezogene Benchmarks geben Aufschluss über das Leistungsverhalten unter alltäglichen Bedingungen, während die synthetischen Benchmarks das theoretische Maximum aus den SSDs herauskitzeln.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i5-2500K 3,3 GHz, Turbo Boost an, Hyperthreading aktiviert
  • Ram: 4096 MB Exceleram DDR3 1333 MHz
  • Systemlaufwerk: Corsair Force F40 SSD 40 GB
  • Testlaufwerk: Intel SSD 520 Series (FW: 400i)
  • Mainboard: Asus P8Z68-V Pro
  • Grafikkarte: Intel CPU HD 3000 Graphics
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64
  • Netzteil: Antec High Current Gamer 900 Watt
  • Vergleichslaufwerke: Samsung SSD 830 Series 512 GB, Kingston HyperX SSD 240 GB
Anmerkung Als Vergleichslaufwerke kam ein schneller Vertreter der SandForce-Fraktion mit SF-2281-Controller (Kingston HxperX SSD) sowie Samsungs SSD 830 Serie zum Einsatz. Wir sind uns den verschiedenen Kapazitäten der verwendeten Laufwerke bewusst. Den Testbericht der SSD 510 Serie von Intel können Sie hier einsehen. Diese Ergebnisse tauchen in dem aktuellen Test mangels Vergleichbarkeit nicht erneut auf. Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:
  • HD Tune Pro 4.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • ATTO Disk Benchmark 2.46
  • Futuremark PCMark 7
  • Adobe Reader 10.0.1
  • Itunes 10.4. x64
  • PC Mark 7 1.0.4
  • Avira AntiVir Premium 2012
  • WinRAR 4.01 x64

Synthetische Benchmarks

Den ersten Abschnitt unsere Leistungstest wird von den synthetischen Benchmark-Programmen abgedeckt. Dieser Art von Test bringt die Solid State Disk an ihre theoretischen Leistungsgrenzen. Im Alltag findet man derartige Lastsituation aber eher seltener vor. Trotz allem lassen synthetische Benchmarks einen sehr schönen Vergleich zu, da jeder Benchmark-Durchlauf gleich aufgebaut ist.

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 4KB und 8MB großen Blöcke dargestellt. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die real Test. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 7, Itunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar, einen vollständigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Windows Media Player, Firefox, Itunes, PCMark 7 und Acrobat Reader herausgesucht. Zudem erfolgte die Messung der Dauer des Systemsstarts.

Fazit

Mit der neuen SSD 520 Serie hat Intel ein weiteres Laufwerk im Angebot, dass sich, neben der SSD 320 Serie, vor allem Endkunden richtet. Gekleidet in das gewohnte Gewandt, das bereites seit der X-25 G2 Serie besteht, kommt auch diese Intel SSD beim Kunden an, auch wenn die äußerlich identischen Laufwerke leistungstechnisch rein gar nichts mehr miteinander zu tun haben.

So konnte die SSD 520 Serie in allen Bereichen des Leistungstest überzeugen. Egal ob es um zufällige Zugriffe auf kleine Blöcke oder den sequenziellen Transfer von großen Datenmengen geht, der neue Intel Sprössling macht eine gute Figur. Dies gilt auch im Vergleich mit Samsungs aktuellem Topmodell, der SSD 830 Serie sowie der Kingston HyperX SSD,welche eine sehr ähnliche Hardwareausstattung wie die 520er Serie von Intel besitzt.

Intel SSD 520 Series

Auch in Sachen Verarbeitungsqualität kann man dem neuen Laufwerk ein gutes Zeugnis ausstellen, hier ist alles - Intel-typisch - sauber verarbeitet. Zu erwähnen wäre allerdings noch die deutlich gestiegene Leistungsaufnahme gegenüber der SSD 510 Series. Lag diese beim Vorgänger bei ca. 0,1 W im Idle sowie 0,38 Watt im Load, so nimmt das neue Laufwerk maximal 0,6 respektive 0,85 Watt auf. Dies ist mit großer Wahrscheinlichkeit dem SandForce Chipsatz geschuldet, der seine Verlustleistung in Form von Wärme im Übrigen über eine kleine Wärmeleitmatte an das Gehäuse des Solid State Drives abgibt. Im Betrieb konnten wir allerdings keine ungewöhnlich hohen Temperaturen feststellen.

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Aktuell wird unser Testgerät mit 240 GB bereits zu einem Preis von knapp 450 € gelistet. Dies entspricht einem Verhältnis von 1,875 € / GB. Für die beiden Vergleichslaufwerke müssen bei selber Kapazität (Samsung 256 statt 240 GB) aktuell circa 299 € für das Samsung Laufwerk (1,167 €/GB) sowie 328 € (1,367 €/GB) für die HyperX SSD von Kingston berappelt werden. Aktuell ist die Konkurrenz also noch deutlich billiger, was aber an der mangelnden Verfügbarkeit des gerade erst gelaunchten Intel Laufwerks liegt. Preisanpassungen sollten die Intel SSD 520 Series in kürzester Zeit in das Euro-pro-GB-Verhältnis des Kingston Laufwerks vordringen lassen. Dann heißt es Zugreifen für all diejenigen, die ein schnelles, ausdauerndes Laufwerk mit fünf Jahren Garantie suchen.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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