Test: Toshiba HG5d Series SSD 512 GB

Geschrieben von Nils Waldmann am 11.04.2013.

Toshiba HG5d Series SSD Startbild

Der Hersteller Toshiba ist selbst Produzent von Flashspeicherzellen in diversen Ausführungen, in Deutschland als SSD-Hersteller für den privaten Bereich aber noch her unbekannt. Gerade aus diesem Grunde haben wir das Spitzenmodell der brandneuen HG5d SSD-Serie für euch getestet.



Überblick

Solid State Drives von Herstellern, die gleichzeitig auch Zugriff auf eine Chipfertigung haben, haben sich in der Vergangenheit immer als besonders interessant herausgestellt, da man das gesamte Know-How zur Fertigung von NANDs bereits im Hause hat. Die neue HG5d SSD Serie ist hier keine Ausnahme. Unser Testlaufwerk setzt auf Toshiba MLC-NAND im 19nm Fertigungsmaß und besitzt davon Chips mit einer Gesamtkapazität von 512 GB. Dies stellt die größte Laufwerksoption innerhalb der Produktserie dar. Des Weiteren hat Toshiba auch Varianten mit 60, 128 und 256 GB im Angebot.

Bei unserem Testsample handelt es sich um die 7-mm-Version der HG5d SSD, welche es ebenfalls als normales 9,5-mm-Laufwerk oder mit einer maximalen Kapazität von 256 GB auch in Form eines mSATA-Moduls zu kaufen gibt.

THNSNH512GCST_back

Beim Controller setzt das Laufwerk auf einen auf Toshiba gelabelten Chip, unter dessen Haube ein Marvell N8B97202.4JW Chipsatz arbeitet. Bei Marvell ist es dabei Standard, dass der Chipsatz ohne Firmware ausgeliefert wird, diese stammt also ebenfalls exklusiv von Toshiba. Neben dem TRIM-Befehl unterstützt die Firmware dabei auch einen effizienten Fehlerkorrekturcode (ECC) sowie den Toshiba Quadruple Swing-By Code, welcher für eine lückenlose Datensicherheit zwischen Hostcontroller und SSD sorgen soll.

Lieferumfang

  • Toshiba HG5d SSD mit 512 GB (THNSNH512GCST)

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell

512 GB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

Zellentyp

19nm MLC NAND von Toshiba

Controller

Toshiba TC58NC5HA9GST (Marvell N8B97202.4JW)

Cache

n.v.

Preis

364 € (Stand 10.4.2013)

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 534 MB/s – Schreiben 510 MB/s 

Abweichungen zum gemessenen

ATTO-Ergebnis (8 MB Block)

+3,5 % (552,84 MB/s) | +1,6 % (519.97 MB/s)

Radom 4K Lesen / Schreiben

k.A. / k.A.

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

100 x 69,85 x 7 mm

Gewicht

53 Gramm

Modellnummer

THNSNH512GCST

TRIM-Befehl

Ja

Garantie

k.A.

Leistungstest

Hauptbestandteil unseres Artikels über die neue Toshiba HG5d SSD soll natürlich der Leistungstest sein. Dazu haben wir das Laufwerk mit der Konkurrenz von Samsung verglichen, genauer gesagt der SSD 840 Pro Serie. Interessant an der Toshiba HG5d ist zudem die niedrige Leistungsaufnahme, welche laut Hersteller nur 0,1 Watt unter Last betragen soll. Zur Überprüfung der Leistung wurden verschiedene synthetische Benchmarks zur Ermittlung der maximalen Leistung genutzt sowie praxisnahe Tests eingesetzt, um die Performance im Alltag bewerten zu können.

Testsystem

*Mit anderer Testystemkonfiguration getestet.

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5
  • A.S. SSD Benchmark 1.6
  • ATTO Disk Benchmark 2.46
  • Futuremark PCMark 7
  • Adobe Reader 10.0.1
  • Itunes 10.4. x64
  • PC Mark 7 1.0.4
  • Avira AntiVir Premium 2012
  • WinRAR 4.01 x64

Synthetische Benchmarks

Den ersten Abschnitt unsere Leistungstest wird von den synthetischen Benchmark-Programmen abgedeckt. Dieser Art von Test bringt die Solid State Disk an ihre theoretischen Leistungsgrenzen. Im Alltag findet man derartige Lastsituation aber eher seltener vor. Trotz allem lassen synthetische Benchmarks einen sehr schönen Vergleich zu, da jeder Benchmark-Durchlauf gleich aufgebaut ist.

 

 

A.S. SSD Benchmark

Dieses Programm misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten und bestimmt weitere Werte, wie z.B. Zugriffszeit und die Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien. Zudem verfügt das Tool über einen Kopier-Benchmark, der das Kopieren von ISO-Abbildern, Programmen und Computerspielen auf die SSD simuliert. Unseren Erfahrungen nach, sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

 

 

ATTO Disk Benchmark

Dieses kleine Programm kam zum Einsatz um die maximale Leistung der Laufwerke im Bezug auf ihre Lese- und Schreibzugriffe herauszufinden. ATTO wertet die Schreib- und Leseleistung anhand verschiedenster Blockgrößen aus. Wir haben hier die 4KB und 8MB großen Blöcke dargestellt. Diese Werte sind in der Praxis allerdings fast nie zu erreichen und werden daher oft als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

 

 

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

 

 

 

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die real Test. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

 

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 7, Itunes sowie der Adobe Reader.

 

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar, einen vollständigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Windows Media Player, Firefox, Itunes, PCMark 7 und Acrobat Reader herausgesucht. Zudem erfolgte die Messung der Dauer des Systemsstarts.

 

Fazit

Mit der neuen HG5d Series scheint Toshiba eine sehr gutes Solid State Drive gelungen zu sein, das in unseren Augen aktuell zu unrecht ein wenig die Rolle eines Außenseiters innehat. Zwar ist der Lieferumfang der Bulk-Version spartanisch (bis auf die SSD selbst wird nichts geliefert) und auch das Design ist eher als industriell-funktionell zu bezeichnen, trotzdem stimmen die Verarbeitungsqualität und der erste Eindruck. Dank der 7-mm-Bauweise kann das Laufwerk auch in aktuelle Ultrabooks, Notebooks und Subnotebooks eingesetzt werden, die keine 9,5 mm dicken Laufwerke mehr aufnehmen können.

Sparen wir uns aber die vielen Worte drum herum und kommen zum interessanten Teil: Wie performt die neue Toshiba HG5d Series SSD, speziell unser Testmodell mit 512 GB? Die Antwort ist einfach: Die neue SSD schlägt sich sehr gut und kann überall im oberen Bereich mitspielen. Vor allem in den alltäglichen Anwendungen gelingt es ihr des Öfteren, die SSD 840 Pro Series von Samsung hinter sich zu lassen. An dieser Stelle sei aber der Fairness halber noch einmal auf die unterschiedlichen Testsystemkonfigurationen hingewiesen, die unserer Erfahrung nach im Bereich von SSD-Test sehr wohl vergleichbare Ergebnisse produzieren.

Im Bereich der sequenziellen Zugriffe mit ist die Toshiba HG5d SSD ihren Konkurrenten meist überlegen. Auch zufällige Zugriffe auf verschiedene Dateiblockgrößen kann die HG5d SSD gut verarbeiten und ist stets ganz vorne mit dabei. Besonders deutlich wird der Vorsprung in unseren Realtest, hier erreicht die Toshiba HG5d SSD überall Spitzenwerte.

Die Leistung stimmt also, betrachten wir abschließend den aktuellen Preis. Interessant ist dabei eigentlich nur der Vergleich mit der aktuell extrem beliebten SSD 840 Pro Series von Samsung. Diese kostet zurzeit  387 € (Stand: 10.4.2013, 15:15 Uhr) bei einer Kapazität von 512 GB, was einem Verhältnis von 0,75 €/GB entspricht. Für die Toshiba HG5d mit 512 GB werden sogar nur 364 € (Stand: 10.4.2013, 15:15 Uhr)  fällig, legt man die Preise einschlägiger Preisvergleiche zugrunde. Dies entspricht 0,71€/GB.

Insgesamt scheint die neue Toshiba HG5d SSD also eine gute Alternative zu einschlägig bekannten Marken zu sein, vor allem was den Preis angeht. Beachten muss man allerdings, das Samsung auf sein Laufwerk 5 Jahre Garantie gewährt, bei Toshiba konnten wir dieses nicht explizit ausfindig machen.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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