Test: Samsung SSD 750 EVO 500 GB

Lasst den Preiskampf beginnen: Mit 2D-TLC-NAND auf Käuferjagd

Geschrieben von Nils Waldmann am 27.06.2016.

Samsung SSD 750 EVO 500 GB - Startbild

Nach dem Refresh der SSD 850 EVO Serie mit 48-Layer-NAND, präsentiert Samsung nun ein Laufwerk für den preisbewussten Käufer. Die neue Samsung SSD 750 EVO wird von Samsung explizit als Laufwerk für „Client PCs“ beworben. Wir haben getestet, was die neue Budget-SSD leistet.

Überblick

Samsung bietet neben der SSD 850 Pro und der SSD 850 EVO, welche bis hier die günstigste Alternative der 850er-Serie war, nun auch die SSD 750 EVO an. Das Laufwerk soll sich vor allem für den Einsatz in Office-Rechnern und Computern eignen, die nicht auf maximale Performance ausgelegt sind und überschaubare Schreibvolumen aufweisen, trotz allem aber von der Reaktionsfreudigkeit einer SSD profitieren können. Angeboten wird die Samsung SSD 750 EVO in drei Speicherkapazitäten mit 120, 250 oder 500 GB. Damit deckt Samsung die aktuell geläufigsten Größen ab.

Unter der Haube

Während Samsung seiner SSD 850 Series Laufwerke bereits vollständig auf 3D-VNAND umgestellt hat, kommt bei der SSD 750 EVO –  aus Kostengründen – 2D-TLC-NAND zum Einsatz. Die Chips werden dabei im 16-nm-Verfahren von Samsung gefertigt. Als Controller bringt Samsung den aus der SSD 850 EVO bekannten MGX Controller zum Einsatz. Auch hier ermöglicht die größere Fertigungsmasse an Controllern wohl mitunter eine Kostenreduzierung. Dem Chip steht, je nach Kapazitätsvariante des Laufwerks, 256 MB oder 512 MB (LP)DDR3-Cache zur Verfügung. Die von uns getestete 500-GB-Version kann sich dabei als einzige der drei Varianten über 512 MB Cache freuen.

Samsung SSD 750 EVO 500 GB - Schrägansicht

Zur Optimierung der Schreibleistung bei TLC-SSDs wird oftmals ein dedizierter Bereich des NANDs im SLC-Modus angesprochen und dient als schneller Zwischenspeicher. Diese Technologie nennt Samsung bei seinen Laufwerken TurboWrite und macht diese auch für die SSD 750 EVO verfügbar. Im Falle der 500-GB-Version sind somit 6 GB des Speichers als Schreibcache reserviert. Kommt es zu Schreiboperationen, die die Größe des Cache übersteigen, schaltet das Laufwerk auf den TLC-Schreibmodus um und beschreibt die TLC-Zellen direkt. Dies führt unweigerlich zu einer Reduzierung der Schreibgeschwindigkeit. Im Alltag ist dieses Szenario – je nach Verwendung des Computers – aber eher selten anzutreffen, es sei denn es werden größere Mengen an Dateien kopiert.

Samsung SSD 750 EVO 500 GB - Schnittstelle

Anschluss findet die SSD 750 EVO über die SATA-6-GBit/s-Schnittstelle. Ausgeliefert wird das Laufwerk in einem 7 mm flachen Gehäuse im Standard 2,5-Zoll-Format. Eine Besonderheit der SSD 750 EVO: Samsung beschränkt die Garantie des Laufwerks auf 3 Jahre oder das Erreichen eines maximalen Schreibvolumens. Ein Zugeständnis an die 2D-TLC-NAND-Technik, die zwar günstig ist, in Sachen Schreibzyklen anderen, teureren Technologien aber deutlich unterliegt. Im Falle der 500-GB-Variante dürfen somit insgesamt 100 TB geschrieben werden. Das entspricht in etwa 91 GB / Tag während des Garantiezeitraumes. Ein Wert, den nur die wenigsten Nutzer erreichen werden. Sollte man sich eines solchen Nutzungsprofils bewusst sein, gibt es aber allgemein bessere Alternativen, wie z.B. die Samsung SSD 850 Pro.

Samsung SSD 750 EVO 500 GB - Draufsicht

Technische Daten

Modell

Samsung SSD 750 EVO 500 GB

Speicherkapazität nominell

500 GB

Schnittstelle

SATA 6 Gbit/s

Formfaktor

2,5 Zoll

Zellentyp

Samsung TLC-NAND 16 nm

Controller

Samsung MGX S4LN062X01

Cache

512 MB LPDDR3

Geschwindigkeit (bis zu)

540 MB/s (Lesen) /520 MB/s (Schreiben)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis (ATTO 8 MB Block)

+2,37 % (552,8 MB/S) / +1,46 % (527,6 MB/S)

Random 4K Lesen / Schreiben

98.000 / 88.000 IOS

Modellnummer

MZ-750500BW

Max. Leistungsaufnahme (Idle / Durchschnitt)

50 mW / 2,3 W

Abmessungen

100 x 69,85 x 6,9 mm

Gewicht

45 g

Garantie

3 Jahre oder bis Erreichen von 100 Tera-Bytes Written

Besonderheiten

256 Bit AES-Verschlüsselung

Preis

ca. 129 €

Leistungstest

Selbstverständlich haben wir die neue Samsung SSD 750 EVO auf Herz und Nieren überprüft, in dem das Laufwerk mit diversen Benchmark-Tools und Alltagssituationen konfrontiert wurde. Zum Vergleich haben wir die die Samsung SSD 850 EVO (32 Layer VNAD) sowie die neue SSD 850 EVO mit 48-Layer-Chips und 500 GB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • ATTO Disk Benchmark 3.05
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • itunes
  • Avira AntiVir Premium 2015
  • WinRAR 5.1

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 Pro x64 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

 

Fazit

Mit der SSD 750 EVO eröffnet Samsung offiziell seinen Preiskampf im Low-Budget-SSD-Segment. Die SSD selbst ist auf einem hohen, von Samsung gewöhnten Niveau gefertigt, hier merkt man dem Laufwerk seine durchaus niedrige Preisgestaltung nicht an. In Sachen Ausstattung muss der Käufer auf den aktuellen 3D-VNAND verzichten und sich mit 16nm-TLC-NAND begnügen. Der Controller hat sich hingegen bereits in der SSD 850 EVO bewährt.
Mit einem Blick auf die Leistung des Laufwerks fällt zuallererst die sehr ordentliche sequenzielle Leseleistung der SSD auf. Hier muss sich die „Neue“ nicht vor der SSD 850 EVO verstecken. Anders sieht dies beim sequenziellen Schreiben aus. Liegt die SSD 750 EVO innerhalb der Möglichkeit der TurboWrite-Technologie auch beim Schreiben mit der 850 EVO (Gen. 2) auf einer Höhe, bricht die Schreibleistung nach dem Volllaufen des Zwischenspeichers auf deutlich niedrigere 300 MB/s ein. Das ist nicht großartig, auf der anderen Seite bei Office-Verwendung des Computers aber auch nicht wirklich tragisch. Reagieren tut das Laufwerk auch unter Last noch zügig. Bei den zufälligen Zugriffen auf unterschiedliche Blockgrößen besteht dank der TurboWrite-Technologie praktisch kein Unterschied zur SSD 850 EVO. Das macht sich auch beim Arbeiten mit der SSD 750 EVO bemerkbar: Anwendungen werden zügig installiert und Programme starten flott.
Preislich liegt die SSD 750 EVO mit 500 GB aktuell bei knapp 129 €. Damit ist sie zurzeit lediglich knapp vier Euro günstiger als die SSD 850 EVO. Bei der 250-GB-Version beträgt die Differenz knapp 20 Euro. Bei der 120-GB-Variante sind es 14 €. Samsung unterbietet sich damit teilweise preislich noch einmal deutlich.
Letztendlich gilt für die Samsung 750 EVO: „You get, what you pay for“. Eine Empfehlung für die 500-GB-Variante auszusprechen, fällt angesichts der sehr guten SSD 850 EVO (Gen. 2) und der marginalen Preisdifferenz schwer. Preislich sehr interessant ist hingegen die 250-GB-Version der SSD 750 EVO. Hier macht der Verzicht auf 3D-VNAND dank eines deutlich niedrigeren Preise Sinn.

P.S. Noch bis 30. Juni 2016 habt ihr die Chance mal selbst eine Samsung 750 Evo SSD mit 250 GB zu testen und nach dem Test einfach zu behalten. Na klingt das gut? Hier geht’s zum Samsung 750 Evo SSD Lesertest.

ProContra
  • Hohe Transferleistung
  • Relativ geringe Schreibzyklen
  • geringe Leistungsaufnahme
  • Schreibperformance nach Vollaufen des SLC-Caches
  • Top Preisleistungsverhältnis
 

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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