Test: Das neue Apple iPad 3

Geschrieben von Michael Freudel am 23.05.2012.

neue ipad apple ipad 3 test startbild

Es war wieder so weit; Apple lud in San Francisco einmal mehr zur geheimnisvollen Enthüllung eines neuen Produkts. Wie immer wurde viel spekuliert, da Apple bis zur letzten Minute jegliche Informationen unter Verschluss hielt. Trotzdem war den Meisten zu dem Zeitpunkt bereits bewusst, dass es sich um ein neues iPad handeln würde, welches Tim Cook der Öffentlichkeit präsentiert. Was genau jenes Objekt der Begierde auszeichnet – oder eben auch nicht – erfahren Sie im folgenden Artikel.

 

 

Technische Spezifikationen

  • Chip: Apple A5X
  • Prozessor: ARM Cortex-A9 MPCore (Dualcore 1GHz)
  • Grafik: PowerVR SGX543MP4 (Quadcore)
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Festspeiche: 16, 32 oder 64 GB
  • Auflösung Display: 1536 x 2048 Pixel (264 Pixel pro Inch)
  • Displaytyp: 9,7″ Multi-Touch Widescreendisplay mit IPS-Panel
  • Maße: 185,7 x 241,2 x 9,4 mm (BxHxT)
  • Gewicht: 652 g (Wifi-only Version) / 662 g (Wifi + 4G Version)
  • Funktechnologien: Wi-Fi (802.11a/b/g/n), Bluetooth 4.0
  • Funktechnologien: UMTS/HSDPA/HSDPA+/DC-HSDPA
  • Wi-Fi + 4G Version: 4G LTE (700, 2100 MHz) nur für USA und Kanada
  • Kameras: 5-Megapixel iSight Kamera mit Autofokus (Videoaufnahme in HD 1080p, 30fps), FaceTime Kamera für Fotos und Videos in VGA-Qualität
  • Sensoren: Beschleunigungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyrosensor, Digitaler Kompass
  • Batterie: Integrierte Lithium-Polymer-Batterie mit 42,5 Wattstunden
  • Akkulaufzeit: Je nach Anwendung bis zu 10 Stunden laut Hersteller
  • Anschlüsse: 30-poliger Dock-Anschluss, 3,5-mm-Stereoklinke für die Audioausgabe
  • Sonstiges: Integrierter Lautsprecher, Integriertes Mikrofon, Micro-SIM-Slot für mobilen Betrieb, Assisted GPS und GLONASS (Wi-Fi + 4G Version)

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Design

Wie erwartet bleibt Apple in puncto Design und Optik seiner typischen Linie treu. So erscheint einem das  iPad der dritten Generation ähnlich – wenn nicht fast identisch – wie seine Vorgänger in einem sehr puralistischen, symmetrischen und funktionalen Design. Eine durchgehende Front aus geätztem Glas, welche einzig und allein durch den altbekannten Homebutton im weißen oder schwarzen Rahmen des Displays unterbrochen wird. Die Rückseite aus sterilem, aber dennoch nicht unangenehm wirkendem Aluminium, welches von den Kanten der Frontscheibe weich fließend in eine perfekte Ebene nach hinten abgerundet ist. Einzig die Kameralinse, der Lautsprecher und vier schwarze Schalter an den Seiten greifen leicht in die perfekte Optik ein. Bei der Wi-Fi + 4G Version ist, wie bereits beim iPad 2, ein Streifen der Rückseite mit schwarzem Kunststoff verkleidet. Dies dient zur besseren Konnektivität im Mobilfunkbetrieb. Trotz all dieser Gemeinsamkeiten mit dem zweiten iPad gibt es einen maßgeblichen Unterschied: es ist um 0,6mm dicker als das iPad 2. Im Direktvergleich erscheint einem die dritte Auflage des iPads fast wie ein Vorgänger des Zweiten, da es ohne die Technik zu betrachten einfach nur dicker und schwerer ist – und das, je nach Ausführung, um ganze 51 bzw. 49 Gramm. Dies hat allerdings auch einen triftigen Grund, denn ohne den entsprechend größeren Akku, welcher für die negativen Änderungen verantwortlich ist, würden die äusserst Leistungsbedürftigeren Chipsätze und das neue Display die Akkulaufzeit immens verkürzen.

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Technik

Ähnlich wie die äußere Gestaltung, ist auch die technische Gestaltung des Apple iPad 3 nicht besonders leicht von der des zweiten zu unterscheiden. Einzig das Display fasziniert von beginn an. Wie auch bereits im iPhone Displays mit mehr als 200 Pixel pro Zoll verbaut werden, findet diese „Retina-Display“ genannte Technik nun auch im iPad ein Zuhause. Faszinierend präzise und bis dato unbekannt realistisch wirkt alles, was das Display einem präsentiert. Selbst ausgereifte Displays, welche 27″ und größer sind, haben heutzutage kaum eine solche Pixelanzahl auf einem Vielfachen dieser Fläche. So wirkt jede Rundung absolut rund, jede angepasste App extrem realistisch und auf jedem Foto werden sowohl Falten als auch Hautunreinheiten sichtbar. In manchen Situationen also auch unpassend, aber generell ein sehr angenehm fürs Auge.

Was sich hardwaretechnisch ebenfalls verbessert hat, ist die iSight-Kamera auf der Rückseite des iPads. Beim Vorgängermodell lieferte diese absolut inakzeptable und qualitativ minderwertige Fotos ab. Die neu verbaute Kamera entspricht jedoch der des iPhone 4 und bietet einem daher auch die Möglichkeit einen schönen Schnappschuss zwischendurch zu tätigen, welcher einem im Nachhinein beim Ansehen nicht zum Dorn im Auge wird.

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Nun zu dem, worauf alle gewartet haben – die neue Technik namens 4G (oder auch LTE). Darunter versteht man eine Möglichkeit, Daten per Mobilfunknetz auf neuen Frequenzen zu übertragen. Diese erreichen theoretische Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde und sind somit weitaus attraktiver als der bisherige HSDPA bzw 3G-Standard. Zwar wirbt Apple damit, dass das neue iPad LTE-kompatibel ist, dies trifft aber leider nur für die USA und Kanada zu. In Europa und Asien werden diese Netze technisch etwas anders aufgebaut als in Nordamerika. Aus, welchen Grund Apple das neue iPad somit nur für den US-Markt attraktiv macht, ist nicht ganz geklärt. Fakt ist, dass jener Konzern sich damit vermutlich ins eigene Fleisch schneidet, da selbst treue Apple-Nutzer bemerken, dass der Umstieg von iPad 2 auf das iPad der dritten Generation im Grunde genommen nicht besonders lohnenswert ist.

Ebenfalls eine etwas zweifelhafte Neuerung ist der A5X-Chip, welcher Prozessor und Grafikkarte vereint. Apple wirbt damit, dass nun eine vierkernige Grafikkarte anstatt einer zweikernigen GPU Einzug erhalten hat und sich die Grafikleistung des iPads dadurch immens verbessert. Technisch betrachtet stimmt das leider nicht ganz. Dadurch, dass das neue Display vier Mal so viele Pixel mit Grafikleistung zu versorgen hat, müsste der Grafikchip auch die vierfache Leistung seines Vorgängers bringen, um dieselbe Rechenleistung pro Pixel zu erzielen. In der Praxis ist hat der A5X Chip aber nur ungefähr die doppelte Leistung des A5, da lediglich die Kernanzahl verdoppelt wurde, der Chip an sich aber derselbe ist. Die zentrale Recheneinheit, der ARM Cortex-A9 Dualcore-Chip ist sogar exakt derselbe wie im iPad 2. Hier hat sich also ebenfalls nichts verändert. Die einzige maßgebliche Neuerung ist die Verdopplung des Arbeitsspeichers von 512 auf 1024 MB.

Die von vielen Apple-Kennern erwartete Vergrößerung des internen Flash Speichers blieb leider ebenfalls aus. Wie bereits beim Vorgänger kann man sich zwischen 16, 32 und 64 GB Festspeicher entscheiden. Alles in allem ist die Neuauflage des marktführenden Tablet-PCs eher enttäuschend als, wie sonst von Apple gewohnt, bahnbrechend.

 Anwendung

Auch softwaretechnisch bleibt viel beim Alten. Die Einrichtung des iPads ist wie bereits bekannt und bewährt sehr nutzerfreundlich und simpel gehalten. Binnen 10 Minuten nach dem Entpacken des futuristischen Tablett-PCs ist er vorerst betriebsbereit. iOS 5.1 ist bereits werkseitig installiert. Apple eigene Apps, welche neue Funktionen im iPad der dritten Generation offenbaren, sucht man ebenfalls vergeblich. Bisher sind uns auch keine Apps bekannt, welche das dritte iPad voraussetzen. Dementsprechend wenig gibt es auch zu Veränderungen im Anwendungsbereich zu berichten. Im Direktvergleich mit seinem Vorgänger konnte das neue Modell ebenfalls nur wenig Boden gut machen. Es ist leider – wie aus technischen Gründen bereits erwartet – ist in der Praxis keine nennenswerte Leistungssteigerung festzustellen. In verschiedenen Benchmark-Tests wurde dieser Eindruck bestätigt. Größtenteils lag die Leistungssteigerung bei unter einem Prozent oder sogar im negativen Bereich.

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Fazit

Zwar handelt es sich beim Apple iPad 3 nach wie vor um einen der absoluten Vorreiter im Bereich der mobilen Tablet-PCs, allerdings könnte sich das demnächst ändern. Alltagstauglichkeit im Bereich Akkulaufzeit, Musik hören, Videos anschauen, mobile Kommunikation und all das, was bereits sein Vorgänger zu leisten vermochte, kann das ’neue iPad‘ ebenso vollbringen, doch der Mangel an technisch revolutionären Dingen, wie man diese sonst von anderen Apple Neuheiten kennt, bleibt leider vollkommen aus. Grade auf dem europäischen Markt, auf dem nun zahlreiche LTE-taugliche Alternativgeräte zum iPad verfügbar sind, läuft Apple Gefahr seine Position als Marktführer zu verlieren. Alles in allem ein übergewichtiges iPad 2, welches den Markt eher erschöpfen lassen wird, als ihn neu zu beleben.

 

Pro

  • einzigartiges Display
  • gute Kamera
  • benutzerfreundliches System

Contra

  • Gewicht
  • Leistung
  • Preis
  • LTE in Europa nicht einsetzbar
  • Funktionsumfang im Verhältnis zum Vorgängermodell

 

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