Test: be quiet! Dark Base 700

Nahe an der Perfektion

Geschrieben von Niklas Ludwig am 14.11.2017.

be quiet! Dark Base 700 Startbild

Mit dem Dark Base 700 präsentiert be quiet! eine Midi-Tower-Variante des Dark Base 900 Gehäuses. Statt das Gehäuse einfach zu schrumpfen, hat sich be quiet! auch einige Neuerungen einfallen lassen. Wir zeigen euch, welche das sind und ob das Gehäuse an das exzellente Dark Base 900 anknüpfen kann.

Übersicht

2015 feierte be quiet! den Einstieg in den Gehäusemarkt. Das be quiet! Silent Base 800 war das erste Gehäuse von be quiet! und bereits wenige Monate später folgte mit dem Silent Base 600 ein weiterer Ableger. Ein Jahr später präsentierte der Hersteller mit dem Dark Base (Pro) 900 seinen ersten Big Tower, der auch gleichzeitig das Flaggschiff des Gehäuse-Line-ups ist und uns im Test mit seiner hohen Modularität und dem schon fast wahnwitzigen Funktionsumfang zu überzeugen wusste. Der neuste Spross hört auf den Namen Dark Base 700, das den Eindruck vermittelt, als habe der Hersteller das Dark Base 900 einer Schrumpfkur unterzogen. Wie wir im Test herausfinden werden, ist es jedoch nicht allein bei reduzierten Abmessungen geblieben. Stattdessen hat be quiet! dem Dark Base 700 einige Neuerungen spendiert. Welche das sind, wollen wir uns jetzt anschauen.

Technische Daten

MaterialStahl, Aluminium, Kunststoff, Hartglas
GehäuseMidi-Tower
FormfaktorE-ATX, ATX, Micro ATX, Mini-ITX
Abmessungen in mm (B x H x T)
241 x 519 x 544 mm
Netzteilunterstützung285 mm
PCI/AGP Unterstützung430 mm
CPU-Unterstützungbis zu 180 mm
I/O-Panel1x USB 3.1 Gen 2 Typ C, 2x USB 3.0, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Powerbutton
Laufwerke7x 3,5 Zoll (drei Käfige im Lieferumfang enthalten) / 3 +6x 2,5 Zoll
Erweiterungskartenslots7 +2 Slots (horizontal / vertikal)
Kühlung

Vorinstallierte Lüfter:
1x 140 mm (Vorne)
1x 140 mm (Heck)

Optionale Lüfter:
2x 120/140 mm (Vorne)
1x 120/140 mm (PSU-Abdeckung)
3x 120/140 mm (Deckel)
1x 120/140 mm (Boden)

Wasserkühlung:
1x 120, 140, 240, 280 oder 360 mm (Vorne)
1x 120, 240 oder 360 mm (Deckel)
1x 120 oder 140 mm mm (Heck)

LüftersteuerungJa
BesonderheitenHartglas-Design, RGB-Beleuchtung, Invertierbares Mainboardtray, modulare Festplattenkäfige
Gewicht11,80 kg
Preis

189 Euro

Lieferumfang

  • be quiet! Dark Base 700
  • Handbuch
  • Zubehör

Design & Eigenschaften

Für einen Midi-Tower fallen die Abmessungen des be quiet! Dark Base 700 ungewöhnlich groß aus: Das Gehäuse misst 241 x 519 x 544 mm und ist damit ein gutes Stück größer als das ebenfalls recht wuchtige Corsair Crystal 570X. Im Vergleich mit dem Dark Base (Pro) 900 zeigt sich, dass das Gehäuse weniger stark geschrumpft wurde, als wir ursprünglich angenommen haben. Das Design hat be quiet! nahezu eins zu eins vom großen Bruder übernommen.

BeQuiet-DarkBase-700-HartglasDas Dark Base 700 fällt vergleichsweise wuchtig aus. Ein Hingucker ist das schicke Seitenfenster aus Hartglas.

Die Vorderseite besteht aus schwarzem, gebürsteten Aluminium. An beiden Seiten verlaufen erneut Zierstreifen, die beim Dark Base 700 allerdings mittels einer RGB-Beleuchtung eine von sechs Farben annehmen können. Zur Auswahl stehen die Farben Weiß, Rot, Grün, Blau, Orange und Lila. Die Farben lassen sich statisch oder pulsierend darstellen. Vorausgesetzt das Mainboard bietet einen RGB-Anschluss (Asus ROG Maximus X Hero oder MSI X299 Gaming M7 ACK), kann die Beleuchtung über das Mainboard gesteuert und über die Software des jeweiligen Herstellers mit der Beleuchtung anderer Komponenten synchronisiert werden.

 

BeQuiet-DarkBase-700-IO PanelDerzeit zählt das Dark Base 700 zu einigen wenigen Gehäusen, die einen USB 3.1 Typ C Gen2-Anschluss bieten.

Am äußeren Rand der Vorderseite ist erneut eine Mesh-Fläche vorzufinden, die für die Luftzufuhr der vorderen Lüfter zuständig ist. Im Gegensatz zum großen Bruder, erstrecken sich die Zierstreifen allerdings nicht über die Seiten, gehen dafür aber sehr schick in die vorderen Standfüße über. Außerdem fehlen die Luftein-/auslässe an der oberen Kante, stattdessen liegt der Deckel direkt auf den Seitenteilen auf. Das I/O-Panel ist wieder in einer Schräge im vorderen Bereich integriert. Mittig ist prominent der Einschaltknopf platziert. Rechts von diesem befinden sich zwei USB 3.0-Anschlüsse, der Reset-Knopf und ein Schalter, mit dem die Farbe der Beleuchtung eingestellt werden kann. Der Headset-Anschluss und die Lüftersteuerung befinden sich links vom Einschaltknopf. Ein USB 3.1 Gen 2 Typ C-Anschluss stellt die größte Neuerung dar. Bei unserem Test zum Dark Base 900 war der fehlende USB Typ C-Anschluss noch einer unserer wenigen Kritikpunkte.

BeQuiet-DarkBase-700-Beleuchtung FußDie schicke RGB-Beleuchtung zieht sich über die Front bis in den Standfuß und kann über entsprechgende Mainboards gesteuert werden.

Dark Base-typisch sind die Luftauslässe im hinteren Bereich des Deckels. Diese sind speziell geformt, wodurch der Schall möglichst effektiv gebrochen werden soll, damit möglichst wenig Geräusche nach außen dringen. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl, wohingegen das linke Seitenteil aus gehärtetem Glas gefertigt ist. Gummierungen an der Aufhängung und den Schrauben sorgen dafür, dass möglichst wenig Vibrationen auf das Seitenfenster übertragen werden. Die beiden Seitenteile lassen sich auch jeweils an der anderen Seite anbringen, doch dazu später mehr.

BeQuiet-DarkBase-700-DraufsichtIm hinteren Bereich des Deckels befinden sich wieder die charakteristischen Luftauslässe.

Im unteren Bereich der Rückseite ist eine Aussparung für das Netzteil vorzufinden. Darüber befinden sich sieben herausnehmbare Blenden für Erweiterungskarten. Zudem hat be quiet! zwei Blenden vertikal angeordnet, falls die Grafikkarte für eine bessere Optik gedreht installiert wird. Die Aussparung für die Mainboard-Anschlüsse und ein Lüftergitter befinden sich im oberen Bereich. Das be quiet! Dark Base 700 ist sehr gut verarbeitet und weist keine scharfen Kanten oder andere Produktionsfehler auf. Um einen möglichst leisen Betrieb zu ermöglichen, sind das Seitenteil, die Vorderseite und der Deckel auf der Innenseite mit Dämmmatten versehen worden.

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Innenraum & Installation

Die für einen Midi-Tower ungewöhnlich großen Abmessungen machen sich positiv im Innenraum bemerkbar: Im Dark Base 700 finden nicht nur Mini-ITX-, Micro-ATX- und ATX-Mainboards Platz, sondern auch Kaliber im E-ATX-Format. Das entkoppelte Mainboardtray lässt sich abermals invertiert einbauen – daher besteht auch die beim Design erwähnte Möglichkeit, jedes Seitenteil auf jeder Seite anzubringen.

Das Mainboardtray kann wie beim Dark Base 900 komplett entfernt und als Benchtable genutzt werden.

Zudem kann das Mainboardtray komplett herausgenommen und als Bench-Table verwendet werden. In der Höhe lässt es sich hingegen nicht mehr verstellen. Die größte Neuerung im Innenraum betrifft jedoch die Netzteilabdeckung. Sie erstreckt sich durch das ganze Gehäuse und schafft somit zwei Kammern, was für eine aufgeräumte Optik sorgt.

BeQuiet-DarkBase-700-Innenraumbe quiet! folgt dem aktuellen Trend und unterteilt das Gehäuse mit einer durchgehenden Netzteilabdeckung.

Groß, geräumig und massig Platz – das ist die große Stärke des be quiet! Dark Base 700. Grafikkarten können bis zu 430 mm lang sein (Dark Base 900: 470 mm). Außerdem können Grafikkarten mit einer (optionalen) Rizer-Karte im 90-Grad-Winkel zum Mainboard eingesteckt werden, was insbesondere bei beleuchteten Modellen für eine imposantere Optik sorgt. Bei der maximalen CPU-Kühler-Bauhöhe unterliegt das Gehäuse mit 180 mm nur knapp seinem großen Bruder (185 mm). Hinsichtlich der Netzteillänge liegt es mit 285mm sogar knapp vor dem Big Tower mit seinen 284 mm. Gummierte Auflagen entkoppeln das Netzteil weitestgehend vom restlichen Gehäuse.

BeQuiet-DarkBase-700-MainboardtrayAuf der Rückseite finden bis drei weitere 2,5-Zoll-Laufwerke Platz. Kabel lassen sich recht gut verstecken.

Einen neuen Weg schlägt be quiet! bei den Festplattenkäfigen ein. Neben dem Mainboardtray befinden sich fünf Vorrichtungen, die von Werk aus mit herausnehmbaren Abdeckungen ausgestattet sind. Werden die Vorrichtungen nicht genutzt, verhindern die Abdeckungen einen Blick auf mögliche Kabel und andere störende Ablenkungen auf der Rückseite des Mainboardtrays. Werkseitig legt der Hersteller dem Gehäuse drei Festplattenkäfige bei.

BeQuiet-DarkBase-700-FestplattenkaefigDie Laufwerksschlitten bieten Platz für ein 3,5- oder zwei 2,5-Zoll-Laufwerke.

Zwei sind bereits am Boden unter der Netzteilabdeckung installiert, ein weiterer lässt sich an einer der fünf Vorrichtungen anschrauben. Pro Festplattenkäfig kann eine Festplatte montiert werden, alternativ können zwei SSDs genutzt werden. Weitere Festplatteneinschübe können nachträglich bei be quiet! gekauft werden. Für 2,5-Zoll-Laufwerke stehen zudem drei Befestigungsmöglichkeiten auf der Rückseite des Mainboardtrays zur Verfügung.

Kühlung & Lautstärke

Bei den Kühlungsoptionen enttäuscht be quiet! nicht und bietet zahlreiche Kühlmöglichkeiten. Im Auslieferungszustand ist jeweils ein 140-mm-Lüfter in der Front und im Heck installiert. Bei den Lüftern handelt es sich um hauseigene SilentWings 3, die sich bei uns schon durch ihre gute Kühlleistung bei geringer Lautstärkeentwicklung ausgezeichnet haben. Somit ist bereits eine gute Grundkühlung des Gehäuses gewährleistet und weitere Anschaffungskosten entfallen je nach gewünschter Kühlleistung. Wem die Standardkonfiguration jedoch nicht ausreicht, kann in der Front wahlweise zwei 120- oder 140-mm-Lüfter installieren.

Im oberen Bereich befindet sich eine herausziehbare Vorrichtung für Lüfter und Radiatoren.

In den Deckel passen drei 120- oder 140mm-Lüfter. Besonders praktisch ist die herausziehbare Montagevorrichtung für die Lüfter, was die Installation deutlich vereinfacht. Auf dem PSU-Cover befinden sich vier herausnehmbare Abdeckungen, die gegen einen 120- oder 140-mm-Lüfter austauschen lassen. Wenn der Festplattenkäfig am Boden entfernt wird, findet auch dort ein 120- oder 140-mm-Modell Platz.

BeQuiet-DarkBase-700-Innenraum HardwareDie entsprechenden Komponenten vorausgesetzt, lässt sich die Beleuchtung des Gehäuses mit den Komponenten synchronisieren.

Die integrierte Lüftersteuerung bietet Platz für bis zu sechs Lüfter und teilt diese in zwei Kanäle auf. Jeder Kanal kann zwischen einem Performance- und Leistungsmodus geschaltet werden. In Kombination mit dem Regler am I/O-Panel stehen somit sechs verschiedene Geschwindigkeitsstufen zur Auswahl. Die Unterteilung in zwei Kanäle erlaubt es zudem, zwei verschiedene Zonen zu erstellen, um beispielsweise mit Unter- oder Oberdruck zu arbeiten. Alternativ gibt das Mainboard die Geschwindigkeit vor.

Beide Staubfilter sind leider erst nach Demontage der Front zugänglich, was die Reinigung erschwert.

Wenn anstelle von Lüftern lieber ein Radiator zum Einsatz kommen soll, ist auch das kein Problem. In der Front passt ein Wärmetauscher mit 120, 140, 240, 280 oder 360 mm, wohingegen der Deckel Platz für Modelle mit 120, 240 und 360 mm bietet. Der rückseitige Lüfter kann ebenfalls durch einen 120- oder 140-mm-Radiator getauscht werden. Staubfilter in der Front und am Boden verhindern, dass das Gehäuse verstaubt. Allerdings muss zur Reinigung der Filter die Vorderseite des Dark Base 700 entfernt werden.

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Fazit

Nachwuchs wird von Einzelkindern gerne kritisch beäugt, doch dass Dark Base 900 kann aufatmen: Das be quiet! Dark Base 700 ist der perfekte kleine Bruder! Während das Dark Base 900 durch seine schiere Größe sicherlich für einige potenzielle Käufer abschreckend war, kann das Dark Base 700 kompaktere Abmessungen vorweisen. Diese fallen zwar recht wuchtig für einen Midi-Tower aus, dafür machen sie sich im Inneren positiv bemerkbar. Das Gehäuse bietet reichlich Platz und protzt mit zahlreichen Funktionen. Auf die schicke RGB-LED-Beleuchtung und die Netzteilabdeckung wirft der große Bruder des Dark Base 700 sicherlich einen eifersüchtigen Blick. be quiet! hat die Schrumpfkur mit erfreulich wenigen Kompromissen oder gar Abstrichen durchgeführt. Außerdem hat es der Hersteller geschafft, zwei (kein USB Typ C, minderwertige Lüftersteuerung) unserer drei Kontrapunkte des Dark Base 900 aus der Welt zu schaffen. Die Montage der Laufwerke ist allerdings weiterhin nicht werkzeuglos möglich, was bei den meisten Anwendern jedoch geringfügig ins Gewicht fallen dürfte. Ärgerlicher ist da die etwas aufwendigere Reinigung der beiden Luftfilter. Die positiven Eigenschaften überwiegen jedoch deutlich, weshalb wir eine klare Empfehlung für das Gehäuse aussprechen können. Das be quiet! Dark Base 700 ist zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 189 Euro im Handel erhältlich.

be quiet! Dark Base 700 Award

ProContra
  • ansprechendes Design mit Seitenfenster aus Hartglas
  • umständliche Reinigung der Staubfilter
  • modulare Bauweise / invertierter Einbau möglich
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke
  • viel Platz für High End-Hardware
 
  • Staubfilter an allen wichtigen Positionen
 
  • zwei Silent Wings 3 Lüfter vorinstalliert
 
  • integrierte Lüftersteuerung + viele Kühlungsmöglichkeiten
 
  • spezielle Luftauslässe & Dämmmatten für leisen Betrieb
 
  • gutes Kabelmanagement
 
  • anpassbare RGB-LED-Beleuchtung
 
  • USB Typ C-Anschluss (3.1 Gen2)
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

…ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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