Test: AMD Radeon R7 250, 260X, R9 270X und 280X

Geschrieben von Niklas Ludwig am 13.11.2013.

AMD R-Serie Startbild

Die letzten Jahre begleitete der Begriff Radeon HD jeden, der über die Neuanschaffung einer Grafikkarte nachdachte. Mit der Einführung der Volcanic Island Architektur verabschiedet sich AMD von diesem Namensschema und verkauft seine neuen Grafikkarten fortan unter der Bezeichnung der R-Serie. Wir haben uns die vier Modelle R7 250, R7 260x, R9270X und R9 280X genauer betrachtet und sie für euch ausführlich getestet.

Technische Daten

GPU

 

Sapphire Vapor-X Radeon R9 280X

 

ASUS Radeon R9 270X DirectCU II Top

 

AMD Radeon
R7 260X

 

HIS Radeon R7 250 iCooler Boost Clock

Chip

Tahiti XTL

Curacao XT

Bonaire

Oland XT

Fertigung

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

Speicher

3GB GDDR5

2GB GDDR5

2GB GDDR5

1GB GDDR5

Takt (Kern)

950MHz, Boost: 1070MHz

1070MHz, Boost: 1120MHz

1000MHz, Boost: 1050MHz

Takt (Speicher)

1550MHz

1400MHz

1.625 MHz

1150MHz

Speicheranbindung

384 Bit

256 Bit

128 Bit

128 bit

DirectX-Version

11.2

11.2

11.2

11.2

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

2x 8-Pin PCIe

2x 6-Pin PCIe

1x 6-Pin PCIe

N/A

Leistungsaufnahme

190 W

>185 W

115 W

75W

Grafikausgänge

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 1x VGA

Abmessungen (LxBxH)

276x121x45

272x133x40

172x127x39

Preis

~ 280 Euro (Stand 13.11.2013, Geizhals Preisvergleich)

~ 190 € (Stand 13.11.2013, Geizhals Preisvergleich)

~ 130€ erwartet

~ 75 € (Stand 13.11.2013, Geizhals Preisvergleich)

HIS R7 250 iCooler Boost Clock

Die AMD Radeon R7 250 ist eine Einsteiger-Grafikkarte und wird aktuell für rund 75 Euro gelistet. Unser Modell stammt von HIS und wurde mit einem eigenen Kühldesign ausgestattet. Im Vergleich zu größeren Modellen nimmt der Kühlblock nur einen Bruchteil der Platine ein und ist von einer Kunststoffabdeckung umgeben. Ein blauer Lüfter in dessen Mitte das HIS-Logo aufgebracht ist sorgt für ausreichend Kühlung. In unserem Test erreichte die GPU im Idle-Betrieb eine Temperatur von 25 Grad Celsius während der Lüfter mit 30 Prozent Leistung lief.

HIS Radeon R7 250 iCooler Boost Clock 1GB - Top-Ansicht HIS Radeon R7 250 iCooler Boost Clock 1GB - Detailansicht

Unter Volllast waren es maximal 54 Grad Celsius bei 54 Prozent Lüfter-Leistung. Dabei war der Lüfter sehr leise und fast nicht vom Ohr wahrzunehmen. Die Grafikkarte ist sehr kompakt und ist nur 127 Millimeter lang. Der Kern taktet mit 1.000 Megahertz und erreicht im Turbo-Modus 1.150 MHz. Als Speicher steht ihr ein einen Gigabyte großer GDDR5-Speicher, der über ein 128-Bit-Speicherinterface angebunden ist, zur Verfügung. Neben einem VGA- und DVI-Anschluss bietet sie zusätzlich einen HDMI-Port. Durch ihre vergleichsweise geringe Leistung benötigt sie keine separaten Stromanschlüsse und bezieht den Strom ausschließlich über den PCIe-Port.

HIS Radeon R7 250 iCooler Boost Clock 1GB - Frontansicht HIS Radeon R7 250 iCooler Boost Clock 1GB - Seitenansicht

AMD Radeon R7 260X

Der größere Bruder der Radeon R7 250 hört auf den Namen Radeon R7 260X. Hier findet der Bonaire-Grafikchip Verwendung, der bereits in der Radeon HD 7790 zum Einsatz kam. Im Gegensatz zur HD 7790 beläuft sich der Boost-Takt nun auf 1.100 anstatt auf 1.000 Megahertz. Die 2-GB-Speicher werden mit 6.400 MHz betrieben und sind über ein 128-Bit-Speicherinterface angebunden. Die R7 260X nimmt zwei Erweiterungsslots in Anspruch.

 AMD Radeon R7 260X - Seitenansicht AMD Radeon R7 260X - Frontansicht

Durch ihre etwas größeren Abmessungen ist sie minimal größer als die R7 250, wobei sich diese überwiegend beim Kühler bemerkbar machen. Dieser fällt etwas größer aus, kommt jedoch ebenfalls mit nur einem Lüfter aus. Im Test maßen wir Werte von 34 Grad Celsius bei 1170 Umdrehungen pro Minute (RPM) im Leerlauf und 78 Grad Celsius bei 1748 RPM unter Volllast. Gerade unter Volllast dringt die Geräuschkulisse des Lüfters leicht hörbar ans Ohr, wirkt aber keinesfalls störend. Bildschirme können über zwei DVI-Ausgänge oder über einen HDMI- oder DisplayPort angeschlossen werden. Zum Betrieb reicht der GPU ein sechspoliger Stromanschluss.

ASUS Radeon R9 270X DirectCU II TOP

Für wahre Gamer wird es erst ab der AMD Radeon R9 270X interessant. Unser Testmodell stammt von Asus und setzt auf den bereits bekannten DirectCU II-Kühler. Die Karte weist ein Dual-Slot-Design auf, der Kühlkörper ist jedoch relativ flach. Fünf Heatpipes und zwei Radiallüfter sollen die Abwärme schnell vom Kühlkörper wegschaffen – und das mit Erfolg! 29 Grad Celsius im Leerlauf und 63 Grad Celsius unter Volllast sind sehr gute Werte. Und selbst wenn der Grafikchip auf Hochtouren werkelt werden die Ohren geschont, da die Lüfter selbst dann nur mit 1664 RPM laufen.

ASUS Radeon R9 270X DirectCU II - Seitenansicht ASUS Radeon R9 270X DirectCU II - Frontansicht

Technisch gesehen ist die R9 270X mit der Radeon HD 7870 vergleichbar, denn bei beiden sitzt ein Pitcairn-Grafikchip unter der Haube, auch wenn dieser bei der 270X nun Curacao heißt. Auf dem Papier gleichen sich die beiden Chips jedoch. Unser Testmuster von Asus ist bereits werkseitig übertaktet, wodurch im Boost-Modus 70 MHz mehr erreicht werden als beim Referenzdesign und die GPU so auf 1.120 MHz Kerntakt kommt. Die Größe des Speichers beläuft sich auf zwei Gigabyte. Er ist über ein 256 Bit schnelles Speicherinterface angebunden und taktet mit 5.600 MHz. Gegenüber der R7 260X steigt der Strombedarf, weshalb zwei 6-Pin PCIe Stromanschlüsse vonnöten sind. Bei den Anschlüssen bietet sie dieselbe Auswahl wie bereits die R7 260X.

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Sapphire Vapor-X Radeon R9 280X

In unserem Testfeld stellt die Radeon R9 280X das Topmodell dar. AMDs wahres Topmodell, die R9 290X, stand uns leider nicht zur Verfügung, wird aber demnächst in einem Einzeltest nachgereicht. Das von uns getestete Modell stammt von Sapphire und verfügt über den größten Kühlkörper im Testfeld. Die Abwärme wird über vier Heatpipes und zwei Radiallüfter abgeführt. Auf der Rückseite befindet sich zusätzlich eine Backplate. Zwar sind die Temperaturwerte mit 36 Grad Celsius im Leerlauf und 64 Grad Celsius unter Volllast als gut zu bezeichnen.

Sapphire Radeon R9 280X - Seitenansicht 2Sapphire Radeon R9 280X - Unterseite 

Das gilt jedoch nicht für die Lautstärke: Im Idle ist die GPU nicht wahrzunehmen, unter Volllast drehen die Lüfter mit 2.526 RPM aber zu sehr auf – wodurch die 280X die lauteste Grafikkarte im Test ist. Ihr Tahiti-Grafikchip kam bereits bei der Radeon HD 7970 zum Einsatz. Als einzige Grafikkarte im Test verfügt sie über drei Gigabyte Speicher, der zudem mit 384 Bit angebunden ist, was sich vor allem in hohen Auflösungen mit Bildverbesserungen bezahlt macht. Von Werk aus übertaktet erreicht sie 950 MHz, und 1070 MHz im Boost-Modus. Sie bietet dieselben Anschlussmöglichkeiten wie die R7 260X und R9 270X, benötigt jedoch zwei achtpolige Stromanschlüsse.

Sapphire Radeon R9 280X - Frontansicht Sapphire Radeon R9 280X - Seitenansicht

Leistung

Der Test der Grafikkarten wurde unter Windows 7 Ultimate x64 durchgeführt. Dazu wurden verschiedenste Stresssituationen für die Grafikkarte simuliert. Neben synthetischen Benchmarks kamen auch richtige Spiele wie beispielsweise Crysis 3 zum Einsatz.

Unser Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: Intel Core i7-4770K 3,5 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Z87 Deluxe
  • Kühler: Noctua NH-U12S
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 510 Series 250 GB
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: Corsair AX 860i

Verwendete Software & Einstellungen

  • Bioshock Infinite Benchmark
    • DX 11 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA deaktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA aktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.680 x 1.050 Pixel, FXAA deaktiviert
    • DX 11 Ultra Details, 1.680 x 1.050 Pixel, FXAA aktiviert
  • Crysis 3
    • Sehr hohe Details, 1. Pixel, MSAA & FXAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, FXAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, 4xMSAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 2.560 x 1.140 Pixel, 8xMSAA aktiviert
  • Synthetische Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings / Basic Settings
    • Valley Extreme Settings / Basic Settings
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems
  • Temperatur per GPU-Z gemessen


Wie nicht anders zu erwarten schneiden die Grafikkarten in so gut wie jedem Test entsprechend ihrer Klasse ab. Somit führt die R9 280X klar das Feld an, während die R7 250 das Schlusslicht bildet. Sie war mit Crysis 3 derart überfordert, dass wir erst gar nicht mit aktivierter Bildverbesserung testeten, da das Spiel bereits ohne kaum spielbar war. Die 260X erreicht noch so gerade spielbare Bildwiederholungszahlen und eignet sich daher für Spieler, die damit leben können mit reduziertem Detailgrad und ohne Bildverbesserungen zu spielen. Die 270X überzeugt mit guter Performance und bleibt dabei flüsterleise.


Bis auf eine Ausnahme bleibt die Reihenfolge bei Bioshock Infinite dieselbe. An der Spitze befindet sich die 280X während die R7 250 den letzten Platz belegt. Überraschenderweise setzt sich die 260X mit geringem Vorsprung vor die 270X. Da beide über 80 Bilder pro Sekunde (fps) erreichen ist bei beiden Modellen ein flüssiges Spielerlebnis gewährleistet.



Im 3DMark und den Unigine-Benchmarks lässt sich keine Unauffälligkeit erkennen; die Grafikkarten halten sich an ihre Reihenfolge und absolvieren die Benchmarks entsprechend ihrer Leistungsklasse.


Bei der Leistungsaufnahme zeigen sich erwartungsgemäß die R7 250 und 260X genügsam. Im Leerlauf begnügen sie sich mit 45,5 und 46,5 Watt und unter Volllast mit genügsamen 114 und 165 Watt. Die R9 270X und 280X dursten da nach etwas mehr: 58,5 und 61 Watt im Idle sind nach wie vor gute Werte, unter Volllast wendet sich das Blatt aber. Während die 270X maximal 227 Watt aus der Steckdose zieht sind es bei der 280X mit 328 Watt über 100 Watt mehr!

Fazit

Der große Leistungssprung ist ausgeblieben, dazu ähnelt die R-Serie zu sehr der HD-Serie. Den Grafikkarten ist anzumerken, dass sie im Großen und Ganzen nur über eine neue Architektur und leicht verbesserte Grafikchips verfügen. Für Gamer wird es zudem erst ab der R9-Serie und ihrem Einsteigermodell, der 270X interessant. Erst mit dieser ist es möglich aktuelle Spiele in hohen Auflösungen und mit aktivierter Bildverbesserung flüssig zu genießen. Zudem ist sie zu einem relativ moderaten Preis von circa 190 Euro erhältlich und überzeugte bei unserem Modell von Asus mit geringer Lautstärke und geringen Temperaturwerten. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte und den Aufpreis von circa 85 Euro nicht scheut, der sollte lieber zur R9 280X greifen, die mehr Leistungsreserven und drei Gigabyte Speicher besitzt. Leider war unser Modell von Sapphire auch das lauteste im Testfeld, weshalb empfindliche Naturen eventuell auf einen anderen Hersteller zurückgreifen sollten. Die R7 250 und 260X eignen sich hingegen für anspruchsvollere Spiele oder Spieler, die weniger Wert darauf legen in vollen Details und mit Bildverbesserungen zu spielen. Wir raten jedoch dazu, den Aufpreis zur 260X in Kauf zu nehmen, da sie im Crysis 3 Benchmark noch halbwegs brauchbare Bildwiederholungszahlen auf den Monitor zaubert und mit etwas verringerten Details diesen spielbar absolvieren kann.

Abschließend sei noch erwähnt, dass AMD im Zuge seines „Gaming Evolved“ Programms neue Spiele ins Sortiment aufnimmt. So erhalten Käufer einer Grafikkarte der R9-Serie Battlefield 4 gratis dazu. Käufer einer Radeon R7 260X können aus dem Never Settle Forever Programm aus Spielen wie beispielsweise Hitman Absolution oder Deus Ex Revolution zwei Titel gratis wählen. Neu hinzugekommen ist der neue Teil der Thief-Reihe, dessen Code zum Erscheinungsdatum im Februar eingelöst werden kann.

Asus R9 270X DirectCU II Award Sapphire R9 280X Award

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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