Test: Vier Einsteiger-Grafikkarten von AMD & Nvidia

GeForce GTX 1050 (Ti) gegen AMD Radeon RX 470

Geschrieben von Niklas Ludwig am 25.11.2016.

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Die Einstiegsklasse im Grafikkarten-Segment ist umkämpft wie noch nie. Wurde das Preisfeld zwischen 100 und 250 Euro anfangs noch von AMD dominiert, hat Nvidia mit der GeForce GTX 1050 und GTX 1050 Ti entsprechende Grafikkarten nachgelegt. In diesem Test klären wir, wie viel Grafikleistung die Einstiegsmodelle von AMD und Nvidia liefern.

Übersicht

Wir haben in diesem Test vier unterschiedliche Modelle im Preisbereich zwischen 100 und 200 Euro getestet. Das Testfeld setzt sich aus der HIS RX 470 iCooler OC, KFA2 GTX 1050 Ti OC, MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G sowie MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G zusammen. Reicht die Leistung der Grafikkarten aus, um aktuelle Spiele in Full HD-Auflösung flüssig darzustellen? Wir haben es getestet.

Design & Technische Daten

GPU

KFA2 Geforce GTX 1050 Ti OC

MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G

MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G HIS RX 470 iCooler OC 4GB

Chip

Pascal (GP107)

Pascal (GP107)

Pascal (GP107)

 Polaris 10 (GCN Gen4)

Fertigung

14 nm

14 nm

14 nm

14 nm

Speicher

4 GB GDDR5

2 GB GDDR5

4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

Takt (Kern)

Base Clock: 1.303 MHz
Boost Clock: 1.417 MHz

Gaming Modus: 1.417 / 1.531 MHz (Boost)
OC-Modus: 1.442 / 1.556 MHz (Boost)

Gaming Modus: 1.354 / 1.468 MHz (Boost) OC-Modus: 1.379 / 1.493 MHz (Boost)

Base Clock: 926 MHz Boost Clock: 1.226 MHz

Takt (Speicher)

1.750 MHz

1.777 MHz

1.777 MHz 1.750 MHz

Speicheranbindung

128 Bit

128 Bit

128 Bit 256 Bit

Speicherbandbreite

112 GB/s

114 GB/s 114 GB/s  224 GB/s

DirectX-Version

12.0

12.0

12.0 12.0

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

PCIe 3.0 x 16

1x 6-Pin PCIe

1x 6-Pin PCIe  1x 6-Pin PCIe

Leistungsaufnahme*

75 W

75 W

75 W 120 W

Grafikausgänge

1x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

1x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort 1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort 

Abmessungen (LxBxH)

196 x 126 x 39 mm

229 x 131 x 39 mm

229 x 131 x 39 mm nicht angegeben

Preis

~150 Euro

~140 Euro

~170 Euro ~180 Euro 

 

HIS RX 470 iCooler OC

Der einzige AMD-Vertreter im Testfeld ist die HIS RX 470 iCooler OC. Die Abdeckung des Kühlkörpers ist mattschwarz lackiert, mittig befindet sich in einer hexagonalen Aussparung der Lüfter mit blauen, leicht transparenten Lüfterblättern. Ein Wabenmuster und ein silberner Löwe lockern die Optik ein wenig auf. Auf der Oberseite lassen sich zudem zwei Kupfer-Heatpipes erkennen. Sowohl HDMI- als auch DVI sind jeweils einmal auf der Rückseite vertreten. Zusätzlich hat der Hersteller der Grafikkarte satte drei DisplayPort-Anschlüsse spendiert!

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HIS vertraut bei der RX 470 iCooler OC auf einen einzelnen Lüfter.

Den Basistakt rührt HIS nicht an, die RX 470 iCooler OC bietet somit 926 MHz. Dafür wurde der Boost-Takt von 1.206 auf 1.226 MHz angehoben. Die Grafikkarte verfügt über einen 4 GB großen GDDR5-Speicher, der über ein 256 Bit breites Speicherinterface angebunden ist und mit 7.000 MHz taktet. Das Resultat: eine Speicherbandbreite von 224 GB/s. Über einen einzelnen 6-Pin PCIe-Stecker wird die Stromversorgung sichergestellt.

KFA2 GTX 1050 Ti OC

„Auf das Wesentliche reduziert“ trifft es bei der KFA2 GTX 1050 Ti OC sehr gut. Die äußerst kompakte Karte besitzt einen minimalistischen Aluminiumkühlkörper mit mattschwarzer Abdeckung. Lediglich der KFA2-Aufkleber in der Mitte des 90-mm-Lüfters gibt einen Hinweis darauf, von wem die Grafikkarte stammt. Monitore können über jeweils einen HDMI-, DVI oder DisplayPort-Anschluss angeschlossen werden.

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Dank ihrer kompakten Abmessungen eignet sich die KFA2 GTX 1050 Ti OC auch für kleine PC-Gehäuse.

Die Taktfrequenzen wurden leicht erhöht: Anstelle von 1.290 MHz taktet die GPU im Basistakt mit 1.303 MHz. Im Boost-Modus kann die KFA2 GTX 1050 Ti OC hingegen bis zu 1.417 MHz (Referenz: 1.392 MHz) erreichen. Der Arbeitsspeicher ist 4 GB groß und über ein 192-Bit-Interface angebunden. Die Taktfrequenz des Speichers beträgt 7.008 MHz woraus sich eine Speicherbandbreite von 112 GB/s ergibt. Einen separaten Stromanschluss sucht man vergebens, die Grafikkarte bezieht den Strom einzig und allein über den PCIe-Steckplatz.

Die MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G &I GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G

Die MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G und MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G lassen sich optisch nicht auseinanderhalten. Beide Grafikkarten sind gleich groß und circa 230 mm lang. MSI hat beide Modelle mit dem Twin Frozr VI-Kühler ausgestattet. Dieser lässt MSI-typische Design-Elemente erkennen und ist in den Farben Rot und Schwarz gehalten. MSI setzt auf zwei Torx 2.0-Lüfter, in deren Mitte der MSI-Drache zu erkennen ist.

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Bei der MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G kommt der neue Twin Frozr VI-Kühler zum Einsatz.

Um den rechten Lüfter herum befinden sich mehrere LEDs, die sich per Software steuern lassen. Auf der Oberseite lassen sich ein MSI-Schriftzug und erneut der MSI-Drache erkennen, die von einer weiteren LED schick in Szene gesetzt werden. Hinsichtlich der Anschlussmöglichkeiten sind beide Grafikkarten identisch ausgestattet und verfügen über jeweils einen DVI-, HDMI- sowie DisplayPort.

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Äußerlich sind die GTX 1050 sowie die GTX 1050 Ti von MSI nicht zu unterscheiden (zu sehen ist das Modell ohne „Ti“-Zusatz.

Im Gaming-Modus erreicht die MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G 1.417 Megahertz, die im Boost-Modus auf 1.531 MHz angehoben werden. Bei der MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G sind es hingegen 1.354 MHz beziehungsweise 1.468 MHz im Boost-Modus. Beide Karten verfügen über einen Silent-Modus, bei dem die Taktfrequenzen etwas herabgesetzt werden.

msi-geforce-gtx-1050-ti-gaming-x-4g-beleuchtungIm Dunkeln kommen die Beleuchtungseffekte der beiden Grafikkarten besonders gut zur Geltung.

Für nochmals leicht gesteigerte Taktfrequenzen kann hingegen bei beiden Modellen ein OC-Modus aktiviert werden. Die GTX 1050 kommt lediglich auf 2 GB Arbeitsspeicher, wohingegen die GTX 1050 Ti auf 4 GB zurückgreifen kann. Speichertakt- und interface sind mit 7.008 MHz sowie 128 Bit hingegen identisch. Die Stromzufuhr wird bei beiden Modellen über einen 6-Pin PCIe-Anschluss realisiert.

Leistung

Haben die Grafikkarten genügend Leistung, um aktuelle Titel in Full HD-Auflösung darzustellen? Immerhin werden sie damit beworben aktuelle Spiele in Full-HD flüssig darstellen zu können. Daher haben wir neben synthetischen Benchmarks auch Spiele verwendet, um die Leistungsfähigkeit der Grafikkarten zu ermitteln. Im Folgenden listen wir euch auf, welche Benchmarks und Spiele wir verwendet haben und aus welchen Komponenten sich unser Testsystem zusammensetzt.

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Arctic Liquid Freezer 240
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Verwendete Software & Einstellungen

  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Star Wars Battlefront
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, FXAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, FXAA deaktiviert
  • The Witcher 3 Wild Hunt
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 3.840 x 2.160 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • 3DMark Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Ultra
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
    • 3DMark Time Spy
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Heaven Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems
  • Temperatur per GPU-Z gemessen

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Die HIS RX 470 iCooler OC kann sich klar von der Konkurrenz abgrenzen und führt das Testfeld an. Von „The Witcher 3“ abgesehen, stemmt sie alle Spiele in Full-HD mit mehr als 60 Bildern pro Sekunde. Mit 72 und 229 Watt weist sie dafür den höchsten Strombedarf auf und wird von den getesteten Grafikkarten am lautesten. Doch keine Sorge: Von der Geräuschkulisse eines Düsenjets ist sie weit entfernt und dürfte im Gehäuse nur bei genauem Hinhören auszumachen sein. Den zweiten Platz sichert sich die MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G, dicht gefolgt von der KFA2 GTX 1050 Ti OC. Beide Grafikkarten haben ebenfalls genügend Leistung für aktuelle Titel übrig, solang auf Bildverbesserungen wie Kantenglättung verzichtet wird. Überraschend gut schneidet die MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G mit lediglich 2 GB RAM ab. Je nach Titel liegt sie nur geringfügig hinter dem „Ti“-Modell. Wir raten trotzdem von dem Modell ab, da ein großer Videospeicher immer wichtiger wird. Alle getesteten GeForce-Modelle sind sowohl unter Last als auch Volllast angenehm leise und äußerst energieeffizient.

Fazit

Die getesteten Modelle bieten viel Grafikleistung für wenig Geld und stellen aktuelle Titel flüssig in Full-HD Auflösung dar. Am besten schneidet die HIS RX 470 iCooler OC ab, die sich deutlich vor die beiden GeForce GTX 1050 Ti Modelle setzten kann. Mit einem Preis von rund 180 Euro ist sie gleichzeitig das teuerste Modell im Testfeld. Stark abgeschlagen, aber immer noch schnell genug für aktuelle Titel, reihen sich die MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4G und die KFA2 Geforce GTX 1050 Ti OC nach der RX 470 ein. Sehen wir vom Ergebnis in GTA 5 ab, unterliegt die rund 20 Euro Karte von KFA2 dem MSI-Modell im Durchschnitt nur mit zwei Bildern pro Sekunde, weshalb wir ihr unseren Preisleistungs-Award verleihen. Die MSI GeForce GTX 1050 Gaming X 2G schlägt sich ebenfalls wacker und liegt nur knapp hinter den GTX 1050 Modellen mit dem „Ti“-Zusatz. Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sind unserer Meinung nach jedoch nicht mehrzeitgemäß, weshalb wir die GTX 1050 Ti vorziehen würden. Der Test zeigt, dass auch Grafikkarten unterhalb von 200 Euro viel Leistung bieten. Wer lediglich in Full-HD Auflösung spielt und auf Kantenglättung verzichten kann, ist mit den getesteten Grafikkarten gut aufgestellt.

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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