Test: KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC

Schnelle Grafikkarte zum kleinen Preis

Geschrieben von Niklas Ludwig am 13.06.2017.

KFA2-GeForce-GTX-1080-Ti-EXOC-Startbild

Mit der KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC testen wir ein weiteres Custom Design auf Basis des GTX 1080 Ti-Chips. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt KFA2 auf ein vergleichsweise kompaktes Design mit Dual-Slot-Bauhöhe. In unserem Test verraten wir, ob diese Entscheidung auf Kosten der Leistung und Kühlung geht.

Übersicht

Wir haben inzwischen mehrere Grafikkarten von KFA2 testen können. Besonders auffällig war bisher, dass die Grafikkarten im Vergleich zur Konkurrenz häufig günstiger sind. Daher konnten sich bereits die KFA2 GeForce GTX 1060 OC sowie die KFA2 GeForce GTX 1050 Ti unseren Preis/Leistungs-Award sichern. In diesem Test muss die KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC gegen die Asus Strix GTX 1080 Ti OC antreten. Auch hier zeigt sich wieder ein starker Preisunterschied: Im Onlinehandel kostet das KFA2 Modell zum Testzeitpunkt rund 679 Euro, wohingegen für den Kontrahenten rund 810 Euro fällig werden. Doch geht der niedrige Preis womöglich mit einer schlechteren Leistung und nervtötenden Geräuschkulisse des Kühlsystems einher? Wir haben den Test gemacht!

Technische Daten

GPU

Asus ROG Strix GTX 1080 Ti OC

KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC

Chip

Pascal (GP102)

Pascal (GP102)

Fertigung

16 nm

16 nm

Speicher

11 GB GDDR5X

11 GB GDDR5X

Takt (Kern)

Gaming Modus: 1.569 / 1.682 MHz (Boost)
OC Modus: 1.592 / 1.708 MHz (Boost)

1531 / 1645 MHz (Boost)

Takt (Speicher)

2.750 MHz

2.750 MHz

Speicheranbindung

352 Bit

352 Bit

Speicherbandbreite

484 GB/s

484 GB/s

DirectX-Version

12

12

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

2,5-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

2x 8-Pin PCIe

1x 8-Pin-PCIe, 1x 6-Pin-PCIe

Leistungsaufnahme*

360 W

348 W

Grafikausgänge

1x DVI, 2x HDMI 2.0, 2x DisplayPort 1.4

1x HDMI 2.0, 3x DisplayPort 1.4

Abmessungen (LxBxH)

298 x 134 x 525281 x 124,3 x 41,5mm

Preis

869 Euro

679 Euro

Design & Kühlkörper

KFA2 hat der GeForce GTX 1080 Ti EXOC etwas stärkere Leistungsreserven mit auf dem Weg gegeben und den Chip übertaktet. Dieser weist einen Basistakt von 1.531 MHz auf, ein Plus von 51 MHz gegenüber der Founders Edition von Nvidia (1.480 MHz). Im Boost-Modus darf die Grafikkarte den Takt auf bis zu 1.645 MHz anheben und ist somit 63 MHz schneller als die Founders Edition.

KFA2 GTX 1080 Ti EXOC - LuefterDer GeForce-Schriftzug leuchtet im Betrieb weiß.

Den 11 GB großen GDDR5X-Speicher belässt KFA2 bei 5.500 MHz. Durch die Anbindung über ein 352 Bit breites Speicherinterface erreicht die KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC eine Speicherbandbreite von 484 GB/s. Strom bezieht die Grafikkarte über einen 6-Pin sowie einen 8-Pin-PCIe-Anschluss.

KFA2 GTX 1080 Ti EXOC - DraufsichtKFA2 setzt auf zwei 90 mm große Lüfter, um die Grafikkarte zu kühlen.

Fünf Kupfer-Heatpipes durchziehen den Kühlkörper der Grafikkarte. Zwei 90-mm-Lüfter sorgen dafür, dass kühle Luft auf die Lamellen kommt. Im Betrieb sorgen rote LEDs für eine dezente Beleuchtung der Lüfter. KFA2 geht somit einen anderen Weg als andere Hersteller, die immer aufwendigere RGB-Beleuchtung nutzen. Neben den Lüftern ist auch der weiße GeForce GTX-Schriftzug an der Oberseite der Lüfter beleuchtet. Auf die Rückseite des PCBs hat der Hersteller eine Backplate angebracht, die mit einer Aluminiumlegierung versehen wurde.

KFA2 GTX 1080 Ti EXOC - BackplateAuf der Rückseite ist eine Backplate mit Aluminium-Legierung angebracht.

Im Vergleich zu vielen anderen Ablegern der GTX 1080 Ti, zählt das Modell von KFA2 zu den kleineren Varianten. Die KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC misst 281 x 124,3 x 41,5mm und nimmt zwei Slots in Beschlag. Der Anschluss an einen Monitor kann über einen der drei DisplayPort 1.4-Anschlüsse oder den einzelnen HDMI 2.0-Anschluss erfolgen.

KFA2 GTX 1080 Ti EXOC - AnschluesseDie Grafikkarte bietet einen HDMI-Anschluss und drei DisplayPort-Anschlüsse.

KFA2 hält mit dieser Auswahl am Design der Founders Edition fest. Wer plant, seinen Monitor per HDMI anzuschließen und eine VR-Brille besitzt, sollte daher zu einem anderen Modell greifen oder den Kauf eines Adapters einplanen.

Leistung & Temperatur

Genug Theorie für heute, gehen wir zur Praxis über! Wie schlägt sich die Grafikkarte gegenüber der Asus Strix GTX 1080 Ti OC? Dazu haben wir die KFA2 GTX 1080 Ti EXOC auf unser Testsystem gesteckt und sie durch synthetische Benchmarks sowie durch richtige Spiele geschickt.

In Spielen wie Star Wars Battlefront oder The Witcher 3 Wildhunt liegt die KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC nur knapp hinter der Asus Strix GeForce GTX 1080 Ti OC, was in Anbetracht der geringeren Taktfrequenz zu erwarten war. In der Regel trennen lediglich ein bis maximal drei Bilder pro Sekunde die beiden Karten voneinander. Ein derart geringer Unterschied ist in der Praxis nicht wahrnehmbar. Bei den synthetischen Benchmarks liegen beide Karten ebenfalls auf einem Niveau, wobei der Konkurrent von Asus stets die Nase vorne hat.

Obwohl KFA2 ein deutlich kleineres Kühlsystem als Asus verwendet, erreicht die Karte unter Volllast maximal 76 Grad Celsius. Das bedeutet im Vergleich zum Strix-Modell zwar einen Zuwachs von 6°C, liegt aber noch im grünen Bereich. Die beiden 90-mm-Lüfter bleiben selbst bei starker Beanspruchung angenehm zurückhaltend. Wir haben das Betriebsgeräusch zu keiner Zeit als störend empfunden. Im Idle beträgt der Temperaturunterschied ebenfalls 6°C, die KFA2 GTX 1080 Ti EXOC erreicht bei wenig Auslastung maximal 55°C. Bis zu einer Temperatur von 50°C bleiben die Lüfter der Grafikkarte deaktiviert, danach springen sie bis 55°C nur unregelmäßig an. Ab 55°C sind die Lüfter mit geringer Leistung dauerhaft aktiv. Bei uns waren die Lüfter jedoch nahezu durchgängig bei geringer Drehzahl aktiv, da das Kühlsystem anscheinend nicht stark genug ist, um die Grafikkarte auf lange Dauer passiv zu kühlen.

Fazit

KFA2 hat es wieder geschafft! Die GeForce GTX 1080 Ti EXOC ist zum Testzeitpunkt einer der günstigsten Ableger des 1080 Ti-Chips. Trotzdem wissen die Spieleleistung und das Kühlsystem zu überzeugen. Zwar fällt die werkseitige Übertaktung geringer aus als bei der Konkurrenz, doch schließlich steht es jedem frei, noch selber an der Taktschraube zu drehen. Ein Pluspunkt gegenüber manch anderen Custom-Designs ist zudem das Zwei-Slot-Design mit verhältnismäßig geringer Länge. Durch diesen Umstand empfiehlt sich die Grafikarte auch für etwas kleinere Gehäuse. Allerdings scheint der Kühlkörper nicht ausreichend bemessen zu sein, um die Karte im Idle passiv zu kühlen. Obwohl eine entsprechende Zero-Fan-Funktion vorgesehen ist, wurden die Lüfter im Test nach wenigen Minuten aktiv. Besitzer eines HDMI-Monitors und einer VR-Brille sollten zudem beachten, dass die Grafikkarte nur einen HDMI-Anschluss bietet. Die KFA2 GeForce GTX 1080 Ti EXOC wird im Onlinehandel zu einem Preis von 679 Euro gelistet.

KFA2-GeForce-GTX-1080-Ti-EXOC

ProContra
  • sehr schnell
  • vergleichsweise geringe Werksübertaktung
  • gute & leise Kühlung...
  •  ...passive Kühlung in der Praxis fast nie möglich
  • aktuelle Anschlüsse
  •  nur ein HDMI-Anschluss
  • 2-Slot-Design & vergleichsweise geringe Abmessungen
 
  • Preis
 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

…ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (2)

  • Marcel V.

    |

    Hallo Niklas,

    danke für den Test. Die Kühlung dürfte doch an sich die gleich sein wie bei der 1060 & 1070 Varianten von KFA² oder nicht?
    Oder gibt es da Unterschiede?

    Beste Grüße,

    Marcel

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo Marcel,

      die beiden anderen Varianten haben wir nicht getestet, zumindest nicht in der EXOC-Variante. Auf den ersten Blick scheint es so, als würde KFA2 den gleichen Kühler verwenden. Laut Herstellerseite hat die 1060 jedoch nur 3 Heatpipes anstelle von 5. Die 1070 hat hingegen 100- anstelle von 90-mm-Lüfter. Also scheint es nur optisch bei allen halbwegs gleich zu sein.

      Viele Grüße
      Niklas

      Antworten

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