Test: Vergleich zwischen Noctua NF-C14 & Titan Hati

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Kühlung.

Noctua NF-C14 Titan Hati StartbildSchon seit einiger Zeit haben wir keine CPU-Kühler mehr über unseren Teststand gejagt. Dies soll sich nun ändern, denn die Hersteller Noctua und Titan haben uns jeweils ein aktuelles Modell aus ihrer Produktpalette zukommen lassen. Wie der Noctua NH-C14 und der Titan Hati abgeschnitten haben, lesen Sie im folgenden Test.





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Noctua NF-C14

Das erste Produkt in diesem Test kommt aus dem Hause Noctua und hört auf die Bezeichnung NF-C14. Hinter diesem Namen versteckt sich ein großer CPU-Kühler in Top-Blow-Bausweise. So sorgt der Kühler nicht nur für anständige Prozessortemperaturen, es werden gleichzeitig auch die um den Prozessorsockel verteilten Komponenten aktiv gekühlt. Trotz der allgemeinen Abmaße ist das Produkt aufgrund seiner geringen Höhe von knapp 10 Zentimetern für besonders schmale Computerkonfigurationen nicht uninteressant.

 

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Lieferumfang

  • Kühler
  • zwei 140mm Lüfter
  • Spannungsadapter (5 und 7 Volt)
  • Montagematerial
  • Wärmeleitpaste
 

Technische Daten laut Hersteller

Lüftergröße 2x 140 mm (kann auch 2x 120mm aufnehmen)
Gewicht 1000 g
Abmessungen 140 x 166 x 130 mm
U/min 750 – 1200
Material Aluminium + Kupfer
kompatible Sockel Intel LGA 1366, LGA 775, LGA 1155 + 1156 / AMD AM2, AM2+, AM3
Lautstärke 10,1 – 19,6 dB(A)

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Design und Verarbeitung

Schon vor dem Auspacken wird einem bewusst, dass es sich bei dem NH-C14 um ein größeres Modell seiner Art handeln muss. Spätestens beim Anheben der im Noctua-typischen Design gestalteten Verpackung, hat man Sicherheit: Da steckt was Großes drin. Mit einem Gewicht von rund einem Kilogram und standardmäßig zwei montierten 140mm Lüftern fährt der neue Noctua Kühler schwere Geschütze auf. Das Kühlelement fällt in der Einzelbetrachtung hingegen eigentlich recht kompakt aus, ist es doch noch nicht einmal vier Zentimeter dick. Das gezackte Design der einzelnen Aluminiumlamellen dient der Luftführung und soll die Verwirbelungsgeräusche unterdrücken. Die Verbindung mit dem Prozessorsockel wird über sieben Heatpipes hergestellt, die das Kühlelement wie auch die Bodenplatte einmal komplett durchlaufen.

Die runden Lüfter werden in Sandwich-Bauweise an dem Passivkühler befestigt. So sitzt ein Lüfter auf den Lamellen und pustet Luft in Richtung Hauptplatine, der andere hängt zwischen Kühlelement und Bodenplatte und saugt die Luft durch die Lamellen. So entsteht ein besonders starker Luftstrom.

Das Design des Kühlers ist eigentlich, typisch für Produkte des österreichischen Herstellers, als schlicht aber edel zu beschreiben. Man verzichtet auf aufwendige Beleuchtungseffekte und Plastikabdeckungen und setzt den Werkstoff in seiner puren Form in Szene. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Die Lamellen und Heatpipes sind top verarbeitet und auch die Bodenplatte ist sehr sauber und gewissenhaft gefertigt.

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Montage

Die Montage des Kühlers erfolgt über eine sichere Verschraubung mit dem Mainboard. Dazu muss zwar die Hauptplatine ausgebaut werden, was Zeit kostet, diese sollte man in Anbetracht des hohen Gewichtes des Kühlers aber gerne aufbringen. Im Endeffekt geht die Montage dennoch leicht von der Hand, leichter als bei früheren Kühlermodellen. Hier hat Noctua nachgebessert. Sollten während des Installationsprozesses Fragen auftauchen, genügt meist ein Blick in die wirklich gut strukturierte Anleitung.

Neben der Montage des Kühlers auf dem Mainboard müssen noch die Lüfter fixiert werden. Dies geschieht mit entsprechend mitgelieferten Gummihalterungen, die gleichzeitig eine entkoppelnde Wirkung haben. Durch die zweifache Lüfterverwendung kann sich der Nutzer zwischen mehreren Bestückungsweisen entscheiden. Wer um den Prozessorsockel herum genug Platz vorfindet, der wählt den Dual-Betrieb mit zwei Lüftern. Für nicht allzu breite/hohe Gehäuse empfiehlt es sich nur einen Lüfter zu verwenden, der unter den Heatfins platziert wird. Somit ist der Kühler gerade einmal 10,5 cm hoch. Sollten im Umkehrschluss zu hohe Ram-Module den Weg versperren kann man auf den unteren Lüfter verzichten und nur den aufliegenden Ventilator verwenden.

Durch die Kompatibilität zu 140 mm Lüftern und die daraus entstehenden Abmessungen möchten wir aber noch einmal erneut darauf hinweisen, dass vor dem Kauf genau ausgemessen werden sollte, ob der NH-C14 auch genügen Platz findet. Durch die verschiedenen Lüfterkonfigurationen hat Noctua allerdings bereits einen guten Kompromiss geschaffen, den Kühler doch irgendwie ins Gehäuse zu bekommen.

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Fazit

Mit dem neuen NH-C14 Top-Blow-Kühler ist Noctua wieder einmal ein guter Wurf gelungen. Neben dem edlen Design, welches vor allem durch seine Schlichtheit zu gefallen weiß, stimmen bei diesem Produkt vor allem Verarbeitung und Lieferumfang. Erstere ist besonders hervorzuheben, da aktuell immer noch viele Produkte verkauft werden, die durch scharfe Lamellen beinahe als gefährlich zu bezeichnen sind – nicht so bei diesem Kühler.

Auch die Montage geht schnell, was nicht zuletzt an der guten Anleitung liegt. Die Qualität der Verbindung zwischen Mainboard und Kühler ist außerdem als sehr gut zu bezeichnen, hier wackelt nichts und alle sitzt fest. Negativ hingegen können sich die Abmaße des Produktes auswirken, wenn man sich vorher nicht genaustens informiert, ob der Kühler auf das verwendete Mainboard passt. Sehr gut gefallen hat uns hingegen, die schon äußerst geringe Geräuschentwicklung der Lüfter im 12 Voltbetrieb. Kommt hier noch einer der mitgelieferten Adapter zum Einsatz, so geht das Geräusch der Lüfter zwischen denen anderer Komponenten vollständig unter.

Mit einem aktuellen Straßenpreis von knapp 70 € ist der Noctua NH-C14 wahrlich kein Schnäppchen. Dafür erhält man ein klasse verarbeitetes Produkt, was auch leistungstechnisch einiges zu bieten hat. Darüber hinaus ist dieser Kühler durch seine Bauform nicht nur gut für die Lebensdauer der Mainboardkomponenten, sondern auch absolut für den Aufbau eines Silentsystems geeignet!

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Pro

  • schlichtes Design
  • beste Verarbeitung
  • sichere & einfache Montage durch Verschraubung
  • sehr leise
  • gute Kühlleistung
  • Anleitung
Contra
  • Preis
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Titan Hati

Bei dem anderen Kandidat handelt es sich um den neuen Titan Hati-Cooler, welcher auf den typischen Heatpipekühleraufbau setzt und mit der HDT-Technologie ausgestattet ist. Somit liegen die drei verwendeten Heatpipes direkt auf dem Prozessor auf und können die Wärme noch besser abführen. Titan nennt als maximale Wärmeabfuhrleistung seines neuen Schützlings im Übrigen einen Wert von 160 Watt.

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Lieferumfang

  • Kühler
  • 120 mm Lüfter
  • Montagematerial
  • Wärmeleitpaste
  • Halter für zweiten Lüfter
 

Technische Daten laut Hersteller

Lüftergröße 120 mm (kann auch 2x 120mm aufnehmen)
Gewicht ??? g
Abmessungen 130 x 79 x 160 mm
U/min 800 – 2200
Material Aluminium + Kupfer
kompatible Sockel Intel LGA 1366, LGA 775, LGA 1156 AMD K8, 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Lautstärke 15 – 35 dB(A)
   

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Design und Verarbeitung

Optisch tritt auch der Hati recht schlicht auf, hat auch Titan auf die Möglichkeit verzichtet, seinen neuen Kühler mit möglichst vielen Lichtern zu beleuchten. Das Gesamtbild wird von der Farbe silber dominiert und selbst die Heatpipes wurden farblich angepasst. Das Kühlelement ist in der typischen Tower-Bauform gestaltet und wird von drei, 8 mm dicken Heatpipes u-förmig durchzogen. Dank der Heatpipe Direct Touch Technology (HDT) liegen die drei Wärmeleiter auf Höhe des Sockels direkt auf der CPU auf. Dass diese Technik bei der Wärmeabführung Vorteile hat, haben bereits etliche Tests gezeigt.

Dank des symmetrischen Aufbaus und der zusätzlich beigelegten Halter hat der Anwender die Möglichkeit einen zusätzlichen 120mm-Lüfter zu montieren. Damit kommt ähnlich wie bei dem Noctua NH-C14 ein Suck-Blow-System zustande, was die Kühlleistung zusätzlich steigern kann.

Verarbeitungstechnisch ist das, was Titan mit dem Hati-Cooler ablegt in Ordnung. Das Produkt ist weitgehend sauber verarbeitet, es sind trotz allem scharfe Kanten und Lamellen vorhanden, die das Gesamtbild etwas trüben. Die Heatplane weist hingegen eine sehr gute Verarbeitung auf, sodass alle Heatpipes sauberen Kontakt zum Prozessor haben.

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Montage

Trotz des wesentlich geringeren Gewichts haben sich die Titan-Ingenieure für eine sichere Verschraubung via Backplate entschieden, was im Allgemeinen sehr zu begrüßen ist. Allerdings muss dazu auch bei diesem Kühler das Mainboard ausgebaut werden. Die Installation in unserem Intel LGA 1366 System ging allerdings sehr einfach von der Hand und dauerte nur wenige Minuten. Durch die schmale Bauweise des Kühlers waren alle Schrauben unproblematisch zu erreichen. Außerdem braucht man im Regelfall bei diesem Kühler keine Angst davor haben, dass andere Komponenten auf der Hauptplatine dem Kühler den Weg versperren.

Fazit

Als standardmäßiger Tower-Kühler macht auch der Hati von Titan eine gute Figur. Das Äußere des Kühlers ist nicht unbedingt spektakulär, dafür aber funktionell und schlicht. Die drei dicken Heatpipes liegen dank HDT sauber auf dem Prozessor auf und führen die Wärme zuverlässig ab. Der mitgelieferte Lüfter arbeitete durchgehend leise und die Möglichkeit einen zweiten, baugleichen Lüfter zu montieren ist ebenfalls positiv hervorzuheben.

Die Verarbeitung des Hati ist okay, kann aber nicht mit der des Noctua Produktes mithalten. Das wirkt sich allerdings auch positiv auf den Preis des Titan Kühlers aus. Dieser liegt mit aktuellen 41 € Straßenpreis auf einem äußert vertretbarem Niveau, gemessen an der gebotenen Kühlleistung. Außerdem nett: Nutzer von älteren Hauptplatinen können den Kühler im Übrigen dank des mitgelieferten Stromadapters auch direkt am 4-Pin-Molex-Anschluss betreiben, sollte kein 3-Pin-Lüfteranschluss bereitstehen.

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Pro

  • schlichtes Design
  • sichere & einfache Montage durch Verschraubung
  • leise
  • gute Kühlleistung
  • Preis
Contra
  • teilweise scharfe Kanten
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Leistungstest

Alle Kühler wurden neben ihrer Verarbeitung und ihrem Lieferumfang sowie Montageeigenschaften selbstverständlich hinsichtlich ihrer Leistung überprüft. Während des Tests war das System nicht in einem Computergehäuse eingebaut und die jeweiligen Lüfter wurden durchgehend mit 8 bzw. 12 Volt Spannung versorgt. Alle automatischen Lüftersteuerungen wurden deaktiviert. Die gemessenen Werte sind dabei nur als Orientierungspunkt zu betrachten und sind mit großer Wahrscheinlichkeit so nicht auf einem anderen System reproduzierbar. Trotzdem sollten die gemessenen Temperaturen einen Schluss auf die jeweilige Leistung der Kühler ohne Weiteres zulassen. Alle Vergleichskühler wurden, sofern nicht anders angegeben, mit maximaler Drehzahl und 12 Volt betrieben.

  Als Testsystem kam folgende Hardware zum Einsatz:
CPU Intel Core i7 920 2,67 GHz @ 3,3 GHz – 45 nm – 8 MB – TDP 130 Watt
VGA 2x Palit GTX 260 Sonic und Zotac GTX 260² 65 nm mit je 896 MB Speicher, PCI-Express 2.0 SLI-Verbindung (8x – 8x) – 4x 6 Pin
Mainboard ASUS P6T Deluxe, X58 Chipsatz
RAM 12 GB (6x 2048 MB) DDR3 PC12800 OCZ und Patriot @ 1,65 Volt
HDD 80GB Hitachi Deskstar HDS7280880PLA380 SATA2, 8MB, 7200 U/min
Software Windows 7 RC 7100 64 Bit

Um eine 100%ige CPU-Auslastung zu erreichen, verwendeten wir Prime95. Testdauer: > 6Std. (jew. unter IDLE, unter Volllast). Die Temperaturen wurden über die Mainboardsensoren gemessen und mit der Software RealTemp ausgelesen. Die Messungen wurden bei ca. 20°C Raumtemperatur durchgeführt.



Noctua NF-C14  Titan Hati Test Benchmarks

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

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