Intel X79-Plattform: CPU i7-3960X Hexacore mit 3,9 GHz im Test

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft präsentiert der Prozessorhersteller Intel mit dem i7-3960X eine neue High-End-CPU auf Basis der bereits erhältlichen Sandy Bridge Technologie. Der Codename der CPU lautet Sandy Bridge E, wie bereits im Vorfeld bekannt wurde. In diesem Zusammenhang holt Intel auch einen neuen Chipsatz mit ins Boot, der die Bezeichnung X79 (Codename Patsburg) trägt und somit, ca. 3 Jahre nach Veröffentlichung, den Vorgängerchipsatz X58 ablöst.

Sandy-Bridge-E.jpg

Gamer und Computerfreaks dürfen sich also wieder über einen aktuellen und somit fast tausend Euro teuren Hexacore-Prozessor freuen, der wiederum den etwas betagten i7-990X (Gulftown) auf Basis der Nehalem-Architektur ablöst. Im Vergleich zur alten Technologie ist die Liste mit Neuerungen lang: 15 MB L3-Cache, Turbo-Boost 2.0, Quad-Channel-Support, Intel AVX und AES-Support, sowie neue SSE4.1 & SSE 4.2-Befehle. Mit Einführung des neuen Chipsatzes ist es auch wieder Zeit für einen neuen Sockel: Der LGA 2011 tritt an die Stelle des LGA 1366 und weist nun 2011 Pins auf. Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass der Prozessor deutlich größer geworden ist, die DIE-Größe beträgt beim Sandy Bridge-E jetzt 20,8 mm x 20,9 mm, also rund 435 mm². Gegenüber aktuellen Quad-Core Sandy Bridge Prozessoren (216 mm²)  hat sich die DIE-Größe somit mehr als verdoppelt, da rund 2,3 Milliarden Transistoren ihren Platz benötigen.

Der Prozessor im Detail

Neben dem High-End Modell der Extreme Edition Reihe, führt Intel zwei weitere Sandy Bridge E-Modelle für den kleineren Geldbeutel ein: Zum einen wird es das um ca. 50% günstigere Modell i7-3930K geben. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen 6-Core Prozessor, der jedoch, jeweils im Basistakt, als auch bei der Turbofrequenz um 100 MHz langsamer arbeitet und zudem mit 12 MB Cache, also 3 MB weniger, auskommen muss. Zum anderen wird es auch einen Quad-Core-Prozessor mit der Bezeichnung i7-3820 geben. Keyfeature sind hier ein 10 MB großer Cache und eine maximale Taktfrequenz bis zu 3,9 GHz. Alle Modelle bieten den Quad-Channel-Support, der entsprechende Module mit einer Frequenz bis zu DDR3 1600 MHZ unterstützt. Zudem weist Intel die CPUs mit einer TDP von 130 Watt aus, das sind knapp 40 Watt mehr, als beim aktuellen Quad-Core Modell i7-2600 K. Die höhere Verlustleistung setzt natürlich einen entsprechenden Kühler voraus, zumal die 130 Watt auch kurzfristig überschritten werden können.

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Folgende Tabelle soll kurz nochmals den Unterschied zwischen Sandy Bridge und der Sandy Bridge E Prozessoren aufzeigen:

CPU-BezeichnungBasistaktTurbofrequenzAnz.
Kerne/Threads
CacheMemory-SupportSockelTDP
Intel Core i7-3960X*3,3 GHz3,9 GHz6/1215 MB4 Channel2011130 W
Intel Core i7-3930K*3,2 GHz3,8 GHz6/1212 MB4 Channel2011130 W
Intel Core i7-3820*3,6 GHz3,9 GHz4/810 MB4 Channel2011130 W
Intel Core i7-2700K3,5 GHz3,9 GHz4/88 MB2 Channel115595 W
Intel Core i7-990X
(Westmere Architektur)
3,46 GHz3,73 GHz6/1212MB3 Channel1366130 W

 *Sandy Bridge E

Bis zu 600 MHz (6 Bins) kann der neue i7-3960X seinen Takt dank Intel Turbo Boost Technologie 2.0 steigern. Zur Freude von Overclockern verfügt diese Modell zudem über keinen festen Multiplikator, d.h. der Taktschraube werden nahezu keine Grenzen gesetzt. Erst bei einem Multiplikator von 54 ist Schluss. So konnten wir unsere Test-CPU ohne großen Mühen und ohne den Einsatz eines speziellen Kühlers auf eine Taktfrequenz von 4,65 GHz übertakten. Potential nach oben ist sicher noch vorhanden.

Folgendes Bild zeigt eine Aufnahme des Prozessors unter dem Mikroskop. Das Design ist dem der aktuellen Sandy Bridge Prozessoren nicht identisch und stammt in diesem Fall aus dem Bereich der Intel Server-CPUs. Die Strukturen der einzelnen Kerne sind somit jeweils seitlich links und rechts anzutreffen, währenddessen der bis zu 15 MB große L3-Cache in der Mitte des DIE seinen Platz findet. Wer sich in der Materie auskennt, dem wird auffallen, dass die Sandy Bridge E Modelle über keinen integrierten Grafikkern verfügen, dieser wäre jedoch auch in Anbetracht der Positionierung der CPUs im High-End-Bereich mehr als überflüssig.

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Ausblick Ivy Bridge

Kaum ist der neue Sandy Bridge E Prozessor vorgestellt, soll es bei Intel sehr schnell weitergehen: So soll bereits Anfang 2012 die Veröffentlichung der neuen Ivy Bridge CPUs anstehen, die auf der neuen 22 nm Architektur basieren. Betrachtet man jedoch die zeitliche Entwicklung zwischen X58 und X79 ist zu vermuten, dass die X79-Plattform wieder das Potenzial hat, über 1-2 Jahre und sogar darüber hinaus zu bestehen.

Auf der nächsten Seite gibt es weiter Informationen zum i7-3960X und dem X79-Chipsatz.

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