Test: MSI Z270 Gaming Pro Carbon

Mainboard in Rennwagen-Optik

Geschrieben von Niklas Ludwig am 23.06.2017.

MSI Z270 Gaming Pro Carbon Startbild

Wir haben mit dem MSI Z270 Gaming Pro Carbon ein Mainboard der Mittelklasse getestet und es sowohl gegen hauseigene Konkurrenz als auch gegen Mainboards der Kontrahenten antreten lassen. Wie gut sich das Mainboard dabei geschlagen hat, klärt unser Test.

Übersicht

Bei den grundlegenden Funktionen ähneln sich Mainboards heutzutage nahezu wie ein Ei dem anderen und liefern in der Regel in etwa dieselbe Leistung ab. Unterschiede sind häufig beim Funktionsumfang zu erkennen, beispielsweise bei der Anzahl der Anschlüsse oder der Qualität des Onboard-Soundchips. Wir verraten, wie gut das MSI Z270 Gaming Pro Carbon aufgestellt ist und ob es sich entgegen aller Erwartungen doch Schnitzer bei der Leistungsbewertung erlaubt.

Technische Eigenschaften

Name:MSI Z270 Gaming Pro Carbon
Sockel:1151
Prozessor6. und 7. Generation Intel Core i3 /Core i5 / Core i7 / Pentium / Celeron
ChipsatzIntel Z270
Steckplätze

3x PCIe 3.0 x16

3x PCIe 3.0 x1

BIOS128Mbit AMI UEFI
FormfaktorATX
Speicher

maximal 64 GB

Speicherfrequenz

DDR4-2133 – DDR 3.866 MHz

Anschlüsse (extern)

1x USB-C 3.1
5x USB-A 3.1
2x USB 2.0
2x RJ-45

Anschlüsse (intern)

6x SATA 6 GB/s
2x M.2-Modul Key
2x USB 3.1
2x USB 2.0

LANIntel i219V
AudiochipRealtek ALC1220
FeaturesMystic Light RGB-Beleuchtung
Preis~170 Euro

Lieferumfang

  • 6x SATA 6Gb/s-Kabel
  • I/O Shield
  • 1x SLI Brücke
  • M.2-Schrauben
  • Verlängerungskabel für LED-Strips
  • Bedienungsanleitung
  • Treiber DVD

Design & Eigenschaften

Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon trägt den Begriff Carbon nicht ohne Grund im Namen: MSI hat der Abdeckung der rückseitigen Anschlüsse und allen Kühlkörpern eine Carbon-Optik verpasst. Von diesen kleinen Akzenten abgesehen, herrscht beim Gaming Pro Carbon allerdings Minimalismus vor. Das PCB und sämtliche Aufbauten sind mattschwarz lackiert. Aufregender gestaltet sich die Optik, wenn wir das Mainboard einschalten. Die Abdeckung des Chipsatzes sowie der Anschlüsse und die PCB-Abtrennung des Audiochips werden durch LEDs äußerst schick in Szene gesetzt. Über die Mystic Light Software lässt sich die Beleuchtung den eigenen Vorlieben anpassen.

MSI-Z270-Gaming-Pro-Carbon---DraufsichtSchwarz ist die dominierende Farbe beim Z270 Gaming Pro Carbon. Auffällig sind die namensgebenden Carbon-Akzente.

Zur Installation von Grafikkarten stehen drei PCIe-Slots zur Verfügung, von denen zwei eine Metallverstärkung besitzen. Diese, von MSI, Steel Armor getaufte Maßnahme soll auch schwere Grafikkarten schultern können. Es kann immer nur eine Grafikkarte mit 16 Lanes angebunden sein, die zweite muss mit vier Lanes auskommen.

DDR4 Boost soll Interferenzen durch andere Komponenten verhindern.

Wer drei PCIe-Komponenten verbaut, kann zwei mit acht und die dritte mit vier Lanes anbinden. Des Weiteren bietet das MSI Z270 Gaming Pro Carbon drei PCIe 3.0 x1-Slots.

CPU & Arbeitsspeicher

Bei dem Prozessor-Sockel gibt es keine Überraschung: MSI nutzt den Sockel LGA 1151 und unterstützt Intels aktuelle Kaby Lake-Prozessoren sowie die Vorgängergeneration der Skylake-CPUs. Die vier DIMM-Steckplätze unterstützen Module mit einer Gesamtkapazität von 64 Gigabyte. Das Mainboard kann mit bis zu 3.866 Megahertz schnellem Arbeitsspeicher umgehen.

Der MSI-Schriftzug leuchtet, sobald das Mainboard eingeschaltet wird.

Von anderen MSI-Mainboards wurde die DDR4 Boost-Technologie übernommen. Letztendlich stecken hinter dieser Bezeichnung optimierte Signalleitungen in einem isolierten Kreislauf, um Störungen bei der Signalübertragung zwischen CPU und Arbeitsspeicher zu vermeiden.

Onboard-Buttons & Anschlüsse

Bei einem Punkt gibt sich das MSI Z270 Gaming Pro Carbon ziemlich altbacken: Es besitzt keinen einzigen Onboard-Button. Auch einen Knopf zum Zurücksetzen des BIOS suchen wir vergeblich. Stattdessen müssen wir wie in alten Zeiten eine Steckbrücke umstecken – nervig!

Das M.2-Shield soll M.2-Laufwerke kühlen und somit einen Einbruch der Transferraten bei Dauerbelastung verhindern.

Zurück ins hier und jetzt: Anschlussseitig ist das Mainboard dafür gut aufgestellt und bietet zwei M.2-Steckplätze. Ein M.2-Laufwerk können wir mit dem M.2 Shield kühlen, einer kleinen Metallplatte mit Wärmeleitpad, die die Abwärme vom Laufwerk abführen soll. SATA-Laufwerke nutzen einen von insgesamt sechs 6 GB/s-Anschlüssen. Auf einen U.2-Anschluss hat MSI hingegen verzichtet.

Ein USB Typ C-Anschluss ist ebenfalls mit von der Partie.

Bestens ausgestattet ist das MSI Z270 Gaming Pro Carbon bei den rückseitigen Anschlüssen. Für Peripherie und externe Datenträger stehen zwei USB-2.0- sowie vier USB-3.1-Anschlüsse zur Verfügung. Zudem sind noch zwei schnelle USB-3.1-Gen2-Ports vorhanden, davon einer im Typ C-Format. Für CPUs mit integrierter Grafikeinheit sind ein DVI- und ein HDMI-Anschluss vorhanden.

Hier sind vier von insgesamt sechs SATA-Anschlüssen zu sehen.

Ins Internet gelangt das Mainboard nur kabelgebunden über den Intel I219-V Gigabit Lan-Controller. Der interne Soundchip hält fünf Klinkenanschlüsse und einen optischen Ausgang parat.

Leistung

Mit dem Asus Prime Z270-A und dem Asus ROG Maximus IX Hero haben wir bereits zwei Mainboards auf Basis des Z270-Chipsatzes für Intels Kaby Lake-Prozessoren getestet. Wie schlägt sich das MSI Z270 Gaming Pro Carbon  gegenüber der Konkurrenz aus dem Hause Asus und der hauseigenen Konkurrenz wie dem Z270 Xpower Gaming Titanium? Um das zu ermitteln, haben wir folgendes Testsystem verwendet, das bis auf das Mainboard identisch zu dem Testsystem mit den Asus-Mainboards ist:

  • Prozessor: Intel Core i7-7700K 4,2 GHz (Kaby Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: MSI Z270 Xpower Gaming Titanium
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: KFA2 GTX 1070 HOF
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Zur Ermittlung der Leistungsdaten haben wir sowohl synthetische Benchmarks als auch praktische Benchmarks genutzt. Um die Leistung im Alltag zu messen wurde eine 1 GB große Full HD mov-Datei in eine mp4-Datei mit 320 x 240 Bildpunkten konvertiert. Zudem wurde geprüft, wie lange das Archivieren einer 313 Megabyte großen Datei mit WinRar dauert. Folgende Programme kamen zum Einsatz:

  • 3DMark Fire Strike Extreme
  • PCMark 8 Creative Benchmark
  • SiSoftware Sandra Lite 2016
  • WinRar x64: 313 MB Datei packen
  • TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
  • CineBench x64 R15: CPU und OpenGL Test
  • CyberLink MediaEspresso: 1 GB Videokonvertierung
  • Crystal DiskMark

Natürlich interessiert uns bei einem Gaming-Mainboard auch die Leistung in Spielen. Damit die Grafikkarte nicht die Leistung limitiert und zum Flaschenhals wird, haben wir die Benchmarks lediglich in der gängigen Full HD-Auflösung ohne Bildverbesserungen wie Kantenglättung durchgeführt. Folgende zwei Spiele haben wir zur Leistungsbewertung hinzugezogen:

  • Battlefield 1 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
  • GTA V Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass die meisten Mainboards mit identischem Chipsatz leistungstechnisch in etwa gleichauf liegen. Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon bestätigt diesen Erfahrungswert. Es liegt sowohl in den synthetischen Benchmarks als auch in den Spiele-Benchmarks auf einem Niveau mit der Konkurrenz.

In den Benchmarks erlaubt sich das Mainboard keine Schwächen und holt alles aus dem Intel Core i7-7700K heraus. Doch geht das wohlmöglich auf Kosten der Leistungsaufnahme? Ganz im Gegenteil! Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon ist das bisher effizienteste Z270-Mainboard, das wir getestet haben. Mit 53 Watt ist es im Idle nochmals zwei Watt genügsamer als der hauseigene Konkurrent Z270 Xpower Gaming Titanium. 296 Watt bei voller Auslastung von CPU und Grafikkarte können sich ebenfalls sehen lassen und stellen den bisher geringsten Wert dar.

Soundchip

Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon nutzt den gleichen Soundchip wie das MSI Z270 Xpower Titanium. Der Realtek ALC1220 verrichtet für einen Onboard-Chip sehr gute Arbeit und dürfte für die meisten Anwender eine dedizierte Soundkarte obsolet machen.

MSI-Z270-Gaming-Pro-Carbon-Audio-BoostEin echtes Highlight ist die Beleuchtung beim Soundchip, die sich an den eigenen Vorlieben anpassen lässt.

Wie es heutzutage bei den meisten Mainboard üblich ist, hat MSI das PCB des Audiochips separtiert, damit es zu keine Interferenzen mit anderen Komponenten kommen kann. Mit der Mystic Light-Beleuchtung wird diese Abgrenzung auch optisch äußerst schick in Szene gesetzt.

MSI Mystic Light SteuerungPer Software können die verschiedenen Bereiche auf dem Mainboard in unterschiedlichen Farben beleuchtet werden.

Zusammen mit der Nahimic-Software lässt sich zudem virtueller 7.1-Surround-Sound aktivieren, um selbst mit Stereo-Headsets in den Genuss von Raumklang zu gelangen.

Fazit

Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon bietet alles, was man von einem guten Mainboard der Mittelklasse erwartet. Leistungstechnisch liegt es auf einem Niveau mit der Konkurrenz und ist das effizienteste Mainboard aus unserem Z270-Mainboard-Testfeld. Die Ausstattung kann sich sehen lassen; es sind ausreichend Anschlüsse für Peripherie, Festplatten und M.2-SSDs vorhanden. Was wir hingegen vermissen sind Onboard-Buttons, vor allem der Verzicht auf einen rückseitigen Knopf zum Zurücksetzen des BIOS ist ärgerlich. Dafür kann es mit verstärkten PCIe- und DIMM-Slots aufwarten und verfügt über einen guten Onboard-Soundchip. Für Besitzer eines Gehäuses mit Seitenfenster ist sicherlich auch die schicke LED-Beleuchtung ein Kaufargument. Das MSI Z270 Gaming Pro Carbon ist für rund 170 Euro im Handel erhältlich.

MSI-Z270-Gaming-Pro-Carbon-Award

ProContra
  • hohe Leistung
  •  keine Onboard-Buttons
  • viele Funktionen
 
  • steuerbare RGB-Beleuchtung
 
  • verstärkte PCIe-Slots & RAM-Slots
 
  • guter Onboard-Audiochip
 
  • ausreichend Anschlussmöglichkeiten
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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